Lyman Spitzer

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Lyman Spitzer

Lyman Spitzer, Jr. (* 26. Juni 1914 in Toledo (Ohio); † 31. März 1997 in Princeton (New Jersey)) war ein amerikanischer Astrophysiker. Er leistete wichtige Beiträge zur theoretischen Astrophysik und Plasmaphysik und war eine treibende Kraft in der Entwicklung von Weltraumteleskopen.

Spitzer wurde 1914 in Toledo (Ohio) als Sohn eines Geschäftsmannes geboren. Nach Studien an der Yale University und an der Universität Cambridge besuchte er die Princeton University, wo er 1938 bei Henry Norris Russell über ein Thema aus der Physik der Sternatmosphären promovierte. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University ging er wiederum an die Yale University. Im Zweiten Weltkrieg war er beteiligt an der Entwicklung des Sonar zur U-Boot-Bekämpfung. 1947 wurde er Leiter des Departments für Astrophysik der Princeton University, das er zusammen mit Martin Schwarzschild weiter als führende Forschungseinrichtung ausbaute.

Spitzer ist einer der Urheber der Idee von Weltraumteleskopen. Schon 1946 beschrieb er die Vorteile durch fehlende Luftunruhe und die Zugänglichkeit weiter Wellenlängenbereiche. Später spielte er eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung von Weltraumteleskopen wie OAO-3 (Copernicus) und dem Hubble-Weltraumteleskop.

Spitzer forschte auf vielen Gebieten der Physik und Astrophysik, besonders zur Physik der interstellaren Materie, Stellardynamik, Plasmaphysik und Kernfusion. Spitzer stellte fest, dass die interstellare Materie aus mehreren Phasen verschiedener Temperatur und Dichte besteht. Auf Spitzer geht das Stellarator-Konzept für Experimente zur kontrollierten Kernfusion zurück, entwickelt am Projekt Matterhorn (Kernfusionsforschungen im Vorläufer des Princeton Plasma Physics Laboratory) der Princeton University in den 1950er Jahren.

Lyman Spitzer war ein leidenschaftlicher Alpinist und ist auch für seine Erstbesteigung des Mount Thor auf der Baffin-Insel bekannt.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Physics of Fully Ionized Gases, 2nd Edition 1962 (New York: Interscience)
  • Diffuse Matter in Space, 1968 (New York: Interscience)
  • Physical Processes in the Interstellar Medium, 1978 (New York: Wiley-Interscience)
  • Dynamical Evolution of Globular Clusters, 1987 (Princeton: Princeton University Press)

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Donald C. Morton: Lyman Spitzer: Astronomer, Physicist, Engineer, and Mountaineer. In: L. Armus and W. T. Reach (Hrsg.): The Spitzer Space Telescope: New Views of the Cosmos (= ASP Conference Series, Band 357), Proceedings of the Conference Held 9–12 November, 2004 in Pasadena, California, USA, 2006, S. 1–6