Lyss

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Lyss
Wappen von Lyss
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Seelandw
BFS-Nr.: 0306i1f3f4
Postleitzahl: 3250
UN/LOCODE: CH LYS
Koordinaten: 589999 / 21378547.0750037.306947444Koordinaten: 47° 4′ 30″ N, 7° 18′ 25″ O; CH1903: 589999 / 213785
Höhe: 444 m ü. M.
Fläche: 14,82 km²
Einwohner: i14'080 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 758 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 15,1 % (2009)[2]
Arbeitslosenquote: 2,5 % (2010)[3]
Gemeindepräsident: Andreas Hegg (FDP)
Website: www.lyss.ch
Bahnhof von Lyss

Bahnhof von Lyss

Karte
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Über dieses Bild
w

Lyss [ˈliːs] (Berndeutsch: [ˈliːsː]) [4] ist eine politische Gemeinde (Einwohnergemeinde) im Verwaltungskreis Seeland im Schweizer Kanton Bern.

Am 1. Januar 2011 fusionierte die Gemeinde Busswil bei Büren mit Lyss.

Lyss hat über 13'000 Einwohner. Da die Einwohnerzahl über 10'000 liegt, kann sich Lyss auch als Stadt bezeichnen. Für die Förderung erneuerbarer Energien wurde Lyss als ‚Energiestadt‘ ausgezeichnet. Das sich rasant entwickelnde Regionalzentrum hat bis heute viel vom seeländisch-dörflichen Charakter bewahrt.

Geographie[Bearbeiten]

Lyss liegt am Rande eines breiten Tales, das sich in Südwest-Nordost-Richtung vom Murtensee über das Grosse Moos und die Alte Aare bis in die Nähe von Grenchen hinzieht. Den Westen dieses Tales schliessen der Neuenburgersee und der Bielersee ab. Weiter westlich erhebt sich das Juramassiv mit dem 1'607 m hohen Chasseral, der von Lyss aus zu sehen ist. Das Talgebiet (auch Berner Seeland genannt) hat wenig Gefälle und wurde bis zur Trockenlegung (Juragewässerkorrektion) häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Das Schwemmland besteht aus Ablagerungen der Flüsse Broye, Saane und Aare. Die Gemeinde liegt am Eintritt des Lyssbaches in dieses Flachland. Etwa 8 km von Lyss entfernt liegt das Ostufer des Bielersees; südwestlich liegen Neuenburger und Murtensee und südlich der Wohlensee. Die Entfernung zum Hauptort des Amtsbezirks Aarberg beträgt 3 km, zur Bundesstadt Bern ca. 20 km und zur Stadt Biel/Bienne 10 km. Die Nachbargemeinden sind Seedorf BE, Aarberg, Kappelen BE, Worben, Studen, Büetigen, Diessbach bei Büren und Grossaffoltern.

Lyss im Winter

Name[Bearbeiten]

Der Ortsname Lyss ist am ehesten als eine Übertragung vom ursprünglich gleichnamigen Lyssbach anzusehen. Der Gewässername könnte auf eine indogermanische Wurzel lei- ‚giessen, fliessen, tröpfeln‘ zurückgehen; er wäre dann später durch den verdeutlichenden Zusatz -bach erweitert worden, während die Siedlung die alte Form des Namens beibehalten hätte. Von den zahlreichen übrigen in der Vergangenheit vorgebrachten Deutungen erfreut sich vor allem noch die Herleitung von einem keltischen Wort *lessa, das ‚(kleine) Hütte, Stall‘ bedeuten soll, grösserer Beliebtheit, entbehrt aber wohl jeglicher Grundlage.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des Seelandes wurde ursprünglich von Kelten besiedelt. Im Jahr 1009 wird Lyss in einer Schenkungsurkunde als Lissa erstmals erwähnt. Schon im frühen Mittelalter lag der Ort an der Siedlungs- und Sprachgrenze zwischen Alemannen und Burgunden. Lyss gehörte zur Grafschaft Aarberg und kam 1377 an Bern. Wie andere Dörfer in der Umgebung hatte auch Lyss lange mit immer wiederkehrenden Überschwemmungen zu kämpfen. Der Lyssbach trieb damals einige Mühlen an, wovon heute noch einige Strassennamen zeugen (Oeleweg, Mühleplatz, Walkeweg). 1831 und 1832 gab es besonders schwere Überflutungen im Seeland, was dann zur Gründung eines ersten Korrektionskomitees führte. Es gab im Juni und August 2007 zwei weitere Überschwemmungen, die zu schweren Sachschäden führten.

1868 bis 1878 wurde die erste Phase der Juragewässerkorrektion abgeschlossen. Die Aare wurde von Aarberg aus nach Westen in den Bielersee umgeleitet (Hagneckkanal), nachdem der Nidau-Büren-Kanal fertiggestellt war (ein breiterer Abfluss des Bielersees wiederum in die Aare unterhalb von Lyss). Es konnten hiermit weite Landstriche trockengelegt werden.

1864 wurde die Bahnlinie von Bern über Lyss nach Biel/Bienne eröffnet und zwölf Jahre später die Bahnlinie von Lausanne über Lyss nach Solothurn. Lyss wurde somit zum Verkehrsknoten (1887 folgte eine neue Strasse von Biel über Lyss nach Bern). Für Handel, Gewerbe und Industrie bot dies sehr gute Bedingungen, was man an der Entwicklung der Einwohnerzahl ermessen kann. 1956 und 1979 wurden die Industriegebiete Schachen und Grien Süd erschlossen. Die ehemals selbständigen Schulgemeinden Lyss und Hardern bildeten nach der Fusion 1974 die Einwohnergemeinde Lyss in der heutigen Form.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850
1'568
1900
2'567
1920
3'417
1946
4'133
2004
10'945
2009
11‘423

Politik[Bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten]

Der Gemeinderat als Exekutive besteht aus fünf Mitgliedern, einschliesslich des Gemeindepräsidenten. Gemeindepräsident ist Andreas Hegg (FDP, Stand 2013). Zudem wurden bei den Wahlen 2013 ein weiteres Mitglied der FDP und je ein Vertreter von SP, SVP und BDP gewählt.

Legislative[Bearbeiten]

1
9
6
2
8
6
11
1
11 
Von 44 Sitzen entfallen auf:

Das Gemeindeparlament (Grosser Gemeinderat, GGR) als Legislative hat 40 Mitglieder (Frauenanteil 2010: 32.5 %) und tagt sechsmal im Jahr. Traditionell die stärksten Kräfte sind die FDP, SP und SVP, zudem ist die EVP seit längerer Zeit im Rat vertreten. Seit der 2010 begonnen Legislatur sind auch BDP, glp und die Grünen vertreten, nicht mehr angetreten war hingegen die Vereinigung für Gemeindepolitik (VGP). 2014 zieht zudem ein Vertreter der EDU in den Rat ein. Infolge der auf den 1. Januar 2011 vollzogenen Fusion von Lyss mit Busswil wurden im September 2010 sieben Personen aus Busswil in den GGR nachgewählt, weshalb der Rat vorübergehend auf 47 Sitze erweitert wurde und für die Legislatur 2014-2017 44 Sitze umfasst..

Zusammensetzung des Grossen Lysser Gemeinderates[Bearbeiten]

Partei 2013[5] 2009*[6] 2005[7] 2001[7] 1997[7] 1993[7]
FDP 8 11 11 14 12 12
SVP 11 7 8 7 9 9
SP 9 9 11 11 13 11
BDP 6 6 - - - -
EVP 6 4 5 3 2 2
glp 2 2 - - - -
Grüne 1 1 - - - -
EDU 1 - - - - -
VGP** - - 5 5 4 6
TOTAL 44 40
* 7 Personen in Busswil 2011 infolge Fusion nachgewählt.[8]
** VGP = Vereinigung für Gemeindepolitik, seit 2009 nicht mehr angetreten

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 27.2 %, SP 18.9 %, BDP 17.4 %, FDP 11.1 %, glp 6.1 %, EVP 6.1 %, GPS 5.6 %, EDU 1.9 %, CVP 1.7 %.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Lyss sind etwa 6'000 Personen in ca. 600 gewerblichen oder industriellen Betrieben beschäftigt. Die wichtigsten der breit gestreuten Branchen:

  • Metallbetriebe
  • Maschinenindustrie
  • Zementwaren- und Bausteinindustrie
  • Kunststeinindustrie
  • Elektronikbetriebe
  • Kunststoffverarbeitung
  • Confiserie- und Biscuitfabrikation
  • Handelsunternehmen
  • Verteilzentralen
  • Solarindustrie
  • Werkzeuge (Feintool)
  • Lebensmittel-Industrie

Verkehr[Bearbeiten]

Strasse[Bearbeiten]

Zum schon beschriebenen Verkehrsknoten kam 1986 die Anbindung an das Autobahnnetz hinzu. Die A6 von Wimmis über Thun, Bern und Lyss nach Biel/Bienne wird derzeit als A16 ("Transjurane") über Delémont und Porrentruy in Richtung französisches Autobahnnetz ausgebaut. Nur 30 Autobahnkilometer entfernt liegt der internationale Flughafen Bern-Belp.

Bahn[Bearbeiten]

Lyss liegt an den Bahnstrecken Biel/Bienne–Bern, Kerzers–Lyss und Lyss–Solothurn. Die Gemeinde verfügt über einen Bahnhof mit Schnellzuganbindungen Richtung Bern und Biel. Regionalzüge fahren in Richtung Biel, Bern, Büren an der Aare und Kerzers. Ein weiterer Regionalbahnhof befindet sich auf der Linie Bern - Biel im Ortsteil Busswil, der seit der Fusion zu Lyss gehört. Eine weitere Haltestelle ist in der Region Lyss-Grien auf der Linie Lyss Aarberg geplant. [10]

Ortsbus[Bearbeiten]

Die Quartiere innerhalb von Lyss werden durch einen Ortsbus auf 4 Linien bedient. [11] Der Service befindet sich momentan in einer dreijährigen Versuchsphase. [12]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es das Sportzentrum Grien, ein Parkschwimmbad, die so genannte Seelandhalle mit Kunsteisbahn, die Tennisanlage Grünau und einige Sporthallen.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Die KUFA (Kulturfabrik) wurde am 2. September 2010 wiedereröffnet. Der Programminhalt umfasst ein Spektrum von Konzerten bis Theater. Betrieben wird die KUFA durch den Jugendverein.[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Im April 1982 wurde die Adria-Stadt Monopoli in der italienischen Provinz Apulien Schwesterstadt von Lyss. Die Wahl Monopolis fiel insofern nicht schwer, da seit Jahren viele ehemalige Monopolitaner in Lyss leben und arbeiten.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Ernst Siegfried, ehemaliger Gemeindepräsident
  • Max Gribi, ehemaliger Gemeindepräsident
  • Kurt Wüthrich, Nobelpreisträger
  • Fritz Bösch, Unternehmer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lyss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Lyss).
  3. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Lyss. Jahresdurchschnitt).
  4. a b Wulf Müller/Andres Kristol, Lyss BE (Aarberg) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 558f.
  5. Wahlresultate/-protokoll Grosser Gemeinderat. Gemeinde Lyss, 22. September 2013, abgerufen am 22. September 2013 (PDF; 121 kB).
  6. http://www.lyss.ch/de/04_behoerde/parlament/parlament.php?navid=53
  7. a b c d http://www.lyss.ch/de/04_behoerde/abstimmungen_wahlen/wahlen2005/resultate_history.php?navid=77
  8. Fusions-Info 2/2010
  9. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=306.html abgerufen am 15. März 2012
  10. [1] (PDF; 1,0 MB), Zugriff am 12. September 2012
  11. [2] (PDF; 1,8 MB), Zugriff am 12. September 2012
  12. [3], Zugriff am 12. September 2012
  13. [4], Zugriff am 12. September 2012
  14. lyss.ch: Gemeinde Lyss, Zugriff am 1. April 2010