Lythria

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Lythria
Ampfer-Purpurspanner (Lythria cruentaria), Männchen

Ampfer-Purpurspanner (Lythria cruentaria), Männchen

Systematik
Unterordnung: Glossata
Überfamilie: Geometroidea
Familie: Spanner (Geometridae)
Unterfamilie: Sterrhinae
Tribus: Lythrini
Gattung: Lythria
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Lythrini
Herbulot, 1962
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Lythria
Hübner, 1823

Die Gattung Lythria ist die einzige Gattung der Tribus Lythriini aus der Unterfamilie Sterrhinae, die zur Nachtschmetterlingsfamilie der Spanner (Geometridae) gerechnet wird. Derzeit umfasst die Gattung Lythria bzw. die Tribus Lythriini fünf Arten, die alle in der Paläarktis beheimatet sind.

Merkmale[Bearbeiten]

Die fünf Arten der Gattung Lythria (bzw. der Tribus) sind allesamt relativ kleine Arten, deren Flügelspannweite etwa 30 mm erreicht, meist sind die Arten kleiner. Die Sommergeneration ist bei manchen Arten auch deutlich größer als die Frühjahrsgeneration, bei anderen Arten ist es umgekehrt. Die Grundfarbe ist meist gelb, hellbraun, bis leicht olivgrün. Die Zeichnung besteht aus quer zur Flügellängsachse verlaufenden Binden, die meist purpurrot oder rosa, aber auch graubraun gefärbt sind. Bei manchen Exemplaren heben sich die Querbinden kaum von der Grundfarbe ab. Sie können fast verloschen sein oder nur noch durch Punktreihen angedeutet sein. Bei L. sanguinaria kann das Mittel- und Saumfeld auch locker rot gefleckt sein[1] oder eine Punktreihe im Saumfeld vorhanden sein[2].

Geographische Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Verbreitung der Gattung Lythria (bzw. der Tribus Lythriini) ist paläarktisch. Sie reicht von der Iberischen Halbinsel, über Westeuropa (mit Ausnahme der Britischen Inseln), über Zentral- und Südeuropa bis nach Kasachstan.

Die Arten der Gattung bevorzugen trockenwarme Habitate, wie z.B. trockene Wiesen, Brachen, Sand- und Heideflächen, vor allem auf sandigen und felsigen Böden. In Kasachstan steigt Lythria venusta auf über 1000 m an. In Mitteleuropa tritt Lythria purpuraria in warmen Sommern zumindest regional recht häufig auf[3][4].

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Arten sind zumindest in Mitteleuropa bivoltin, d.h. es werden zwei Generationen pro Jahr ausgebildet. Die Falter sind tag- und nachtaktiv. Die Raupen sind monophag oder auch oligophag an krautigen Pflanzen. Allerdings ist bisher noch wenig über die Raupennahrungspflanzen bekannt. Die Puppe überwintert.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Lythria bzw. die Tribus Lythriini umfasst derzeit nach Sihvonen (2008) und Vasilenko (2009) nur fünf Arten:

In der Literatur existieren zahlreiche Synonyme für diese Arten. Die Website ZipCodeZoo.com listet allein 87 Arten und Unterarten für die Gattung Lythria[5]. Dies liegt an der großen innerartlichen Variabilität der Arten. Eine sichere Unterscheidung ist z.T. nur durch eine Untersuchung des Genitalapparates, meist nur der Männchen, möglich.

Phylogenie[Bearbeiten]

Die Lythriini bilden innerhalb der Sterrhinae wahrscheinlich die Schwestergruppe der Rhodometrini (nach Pasi Sihvonen)

 Sterrhinae 


 Cosymbiini


     


 Rhodometrini


     

 Lythriini



     

 Timandrini




     


 Rhodostrophiini


     

 unsicher


     

 Cyllopodini


     

 unsicher


     

 Sterrhini


     

 Scopulini









Kladogramm der Sterrhinae nach Sihvonen & Kaila (2004) und Modifikationen von Õunap, Viidalepp & Saarma (2008)

Innerhalb der Gattung Lythria (bzw. der Tribus Lythriini) bilden Lythria sanguinaria und Lythria purpuraria eine Schwestergruppe, die wiederum die Schwestergruppe von Lythria cruentaria bilden. Die Arten Lythria plumularia und Lythria venusta konnten bisher noch nicht in die phylogenetischen Untersuchungen mit einbezogen werden.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mariano Rojas auf Mirada Natural
  2. Moths and Butterflies of Europe and North Africa
  3. Jörg Gelbrecht und Thomas Sobczyk: Lythria purpuraria (Linnaeus, 1758) - eine im Jahr 2003 in Brandenburg ungewöhnlich häufig und verbreitet nachgewiesene Spannerart (Lepidoptera, Geometridae). Märkische Entomologische Nachrichten, 6(1): 17-27, Potsdam 2004 ISSN 1438-9665
  4. Arnold Richert: Lythria purpuraria L. - im Sonnensommer 1992 überraschend häufig im Nordosten Brandenburgs. (Lep., Geometridae). Entomologische Nachrichten und Berichte, 37(4): 256-257, Dresden 1993 ISSN 0232-5535
  5. [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Abraham, Nils Ryrholm, Håkan Wittzell, Jeremy D. Holloway, Malcolm J. Scoble, Christer Lofstedt: Molecular phylogeny of the subfamilies in Geometridae (Geometroidea: Lepidoptera). Molecular Phylogenetics and Evolution, 20(1): 65-77, San Diego 2001 doi:10.1006/mpev.2001.0949
  • Axel Hausmann: The Geometrid moths of Europe, 2. Sterrhinae. Apollo Books, Stenstrup 2004, ISBN 8-788-75737-4
  • Erki Õunap, Jaan Viidalepp & Urmas Saarma: Systematic position of Lythriini revised: transferred from Larentiinae to Sterrhinae (Lepidoptera, Geometridae). Zoologica Scripta, 37(4): 405-413, Oxford 2008 doi:10.1111/j.1463-6409.2008.00327.x
  • Pasi Sihvonen und Lauri Kaila: Phylogeny and tribal classification of Sterrhinae with emphasis on delimiting Scopulini (Lepidoptera: Geometridae). Systematic Entomology, 29: 324–358, Oxford 2004 doi:10.1016/j.ympev.2006.12.027
  • Sergei V. Vasilenko: Lythria venustata (Lepidoptera, Geometridae), a Rare Species from Kazakhstan. Entomological Review, 89(3): 374-376, Moskau 2009 ISSN 0013-8738 doi:10.1134/S0013873809030166

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sterrhinae – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien