MÁVAG

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MÁVAG-Dieseltriebwagen 1954

Magyar Királyi Államvasutak Gépgyára, kurz MÁVAG (deutsch Maschinenfabrik der Königlichen Ungarischen Staatseisenbahnen) war eine ungarische Lokomotiv- und Waggonfabrik im Eigentum des Königreichs Ungarn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde MÁVAG nationalisiert und der Zusatz "Királyi" (Königlich) aus dem Firmennamen gestrichen.

Die Gesellschaft beschäftigte einst mehrere Tausend Arbeiter. Die Fabrik befand sich im 8. Stadtbezirk von Budapest, angrenzend an die Straßen Kőbányai, Hungária, Vajda Péter, und Orczy. Sie war neben GANZ die berühmteste ungarische Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert. Bekanntgeworden ist MÁVAG vor allem durch ihre ab 1873 produzierten Dampflokomotiven. Zur Tausendjahrfeier Ungarns 1896 lieferte MÁVAG die 1000. Lokomotive an die ungarische Staatsbahn MÁV aus.

Ingenieure der Firma hatten entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Elektrotechnik. Károly Zipernowsky, Miksa Déri und Ottó Titusz Bláthy brachten 1885 den Transformator zur Serienreife. Kálmán Kandó führte 1900/1902 den Eisenbahnbetrieb mit Drehstrom ein. Nach 1924 baute MÁVAG die berühmten Lokomotiven der MÁV-Baureihe 424.

MÁVAG-Omnibus aus den 1920ern

In der Zwischenkriegszeit hat MÁVAG Lastkraftwagen, Oberleitungsbusse, Omnibusse und Automobile gebaut. Hierzu wurde 1936 von Ford eine Lizenz zur Herstellung des Ford Eifel erworben und 1939 auch vom Ford V8. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Panzer und andere Kriegsmaterialen hergestellt. Hierzu gehörte die Lizenzfertigung der italienischen Reggiane Re.2000, sowie deren MÁVAG-eigene Weiterentwicklung Hejja II.

MÁVAG-Triebwagen in Russland

Schon frühzeitig exportierte die MÁVAG Lokomotiven ins Ausland, so 1900 nach Italien und Rumänien, später nach Ägypten, Indien, Jugoslawien und Korea. Bis zur Auslieferung der letzten Dampflokomotive, 1959 wurden von der MÁVAG insgesamt 7578 Dampflokomotiven produziert.

1959 wurde MÁVAG mit der benachbarten Lokomotiv- und Waggonfabrik Ganz, welche Elektrolokomotiven, Diesellokomotiven und Waggons fürs In- und Ausland produzierte, zusammengeschlossen und firmierte bis 1988 unter "Ganz-MÁVAG". In diesem Jahr wurde die Firma in mehreren kleineren Unternehmen aufgesplittet und das Wort "MÁVAG" aus dem Firmennamen gestrichen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die große Automobil-Enzyklopädie. BLV, München 1986, ISBN 3-405-12974-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: MÁVAG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien