Männliches Knabenkraut

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Männliches Knabenkraut
Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)

Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Knabenkräuter (Orchis)
Art: Männliches Knabenkraut
Wissenschaftlicher Name
Orchis mascula
L.

Das Männliche Knabenkraut (Orchis mascula), auch Stattliches Knabenkraut, Manns-Knabenkraut und Kuckucks-Knabenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Knabenkräuter (Orchis) innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus und Blätter[Bearbeiten]

Das Männliche Knabenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern erreicht (der Stängel 15-50 Zentimeter, der zylindrische Blütenstand 12-20 Zentimeter). Die in einer grundständigen Rosette angeordneten Kaubbblätter sind eiförmig-lanzettlich und können ungefleckt, gesprenkelt oder purpurrot gefleckt sein.

Ausschnitt des Blütenstandes

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Ende April bis Anfang Juni. Einige Blüten stehen einem Blütenstand zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die seitlichen Kelchblätter sind bei vollständig geöffneten Blüten nach oben stehend und nach außen gedreht. Das mittlere Kelchblatt bildet mit den Kronblättern einen Helm. Die Lippenform ist variabel: deutlich oder nur andeutungsweise dreilappig. Die Basis ist heller mit dunkleren Punkten und der Lippenrand ist meist gefranst. Die Blütenfarbe reicht von hellviolett bis violett, von hellpurpurrot bis purpurrot; Albinos sind selten, treten aber regelmäßig auf.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Blüten sind fast duftlos und es wird kein Nektar produziert. Es handelt sich blütenökologisch um eine Täuscheblume. Die wichtigsten Bestäuber sind Hummeln; auch spontane Selbstbestäubung ist möglich.

Der Fruchtansatz schwankt zwischen 22,9 % und 47,8 %.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Es gibt Areale in Europa und Nordafrika. In der Schweiz ist das Männliche Knabenkraut noch weitverbreitet und nur in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft selten. In Deutschland ist es ebenfalls weitverbreitet, doch sehr selten in Brandenburg und darüber hinaus. Zwischen Südniedersachsen und Schleswig-Holstein sind nur wenige Standorte bekannt. Häufiger ist sie in der Ostseeregion, z. B. auch auf der schwedischen Insel Öland. In Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es reichlich Standorte von Orchis mascula. Hier mischen sich auch die beiden Unterarten Orchis mascula subsp. mascula und Orchis mascula subsp. speciosa, die am selben Standort nebeneinander vorkommen. In Bayern südlich der Donau fast keine Standorte, zum Alpenvorland hin wieder häufiger. In Baden-Württemberg nur in Oberschwaben selten.

Das Prächtige Knabenkraut (Orchis mascula subsp. speciosa) wurde und wird oft nicht vom Männlichen Knabenkraut unterschieden. Im Norden Deutschlands ist das Männliche Knabenkraut verbreitet, in Süddeutschland vor allem im Alpengebiet das Prächtige Knabenkraut. Dazwischen ist eine sehr breite Übergangszone, wo die Pflanzen Merkmale beider Unterarten in sich vereinen. Es dürften wohl in den Alpen alle Vorkommen zum Prächtigen Knabenkraut gehören.

Orchis mascula - Formation in Magerrasen wachsend

Das Männliche Knabenkraut besiedelt sehr unterschiedliche Standorte: lichte Wälder, Magerrasen, Bergwiesen, seltener in Feuchtwiesen. Es gedeiht auf kalkhaltigen bis kalkfreien Böden.

Durch die Fähigkeit, verschiedene Standorte zu besiedeln, ist das Männliche Knabenkraut noch nicht allzu selten. Es wurde von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen (AHO) zur Orchidee des Jahres 2009 gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae Teil 2, Arecidae, Liliidae Teil 2): Juncaceae bis Orchidaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8.

Weblinks[Bearbeiten]