Märkisch Buchholz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Märkisch Buchholz
Märkisch Buchholz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Märkisch Buchholz hervorgehoben
52.10944444444413.762542Koordinaten: 52° 7′ N, 13° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Schenkenländchen
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 24,86 km²
Einwohner: 769 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15748
Vorwahl: 033765
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 328
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Münchehofer Straße 1
15748 Märkisch Buchholz
Webpräsenz: http://www.maerkischbuchholz.de
Bürgermeister: Bianca Urban (Heimatverein Märkisch Buchholz)
Lage der Stadt Märkisch Buchholz im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Märkisch Buchholz ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie ist die kleinste Stadt Brandenburgs und auch eine der kleinsten in Deutschland (Stand 1. Mai 2007). Bis 1937 hieß sie Wendisch Buchholz.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Dahme. Im Ortsbereich mündet der Dahme-Umflutkanal in die Dahme. Die Gegend wurde während der Eiszeiten überformt. Die Stadt selber liegt in einer Talsandfläche und bietet mit den Krausnicker Bergen und der dort erhaltenen höchsten geologischen Terrasse im Gebiet einige geografische Besonderheiten. Außerdem befindet sich die Stadt in einem möglichen Abflussgebiet der Spree, welche mit dem Dahme-Umflutkanal ausgenutzt wird.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Märkisch Buchholz gliedert sich in folgende Ortsteile auf: Das Dorf Köthen etwa 6 km südlich gelegen am Köthener See. Gegenüber am anderen Ufer des Sees befindet sich Neuköthen und am Dahme-Umflutkanal vor dem Sperrwehr auf der linken Seite des Kanals der Wohnplatz Siedlung sowie nordöstlich von Märkisch Buchholz der Wohnplatz Herrlichenrath.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Gebietes um Märkisch-Buchholz ist schon seit der Steinzeit belegt. Es wurden verschiedene Siedlungsplätze im Bereich des Dahmetals, bei Köthen und im weiteren Umfeld gefunden. Die Slawen hinterließen im Bereich des Dorfes Köthen eine Siedlungsstätte. Im Mittelalter siedelten hier überwiegend Wenden (Sorben).

Die Besiedlung der Stadt aus deutscher Sichtweise wird in das 12. und 13. Jahrhundert gelegt. Dabei finden die ersten urkundlichen Nennungen im Konflikt der Markgrafen von Meißen mit dem Markgrafen aus askanischem Hause statt. Es wird vermutet, dass der Ort damals als Burgbefestigung mit einer angeschlossenen Siedlung angelegt war. Diese Vermutung wird durch die erste urkundliche Nennung belegt, welche die Gegend am 3. August 1301 als castrum et oppidum Bucholt beschreibt.

Der Ort lag in einer sehr konfliktreichen Gegend und wurde bis ins Jahr 1443 mehrmals verkauft, verschenkt, eingenommen oder als Lehen weitergegeben. Auslöser für diese Unruhen dürfte das Aussterben der brandenburgischen Askanier im Jahre 1319 gewesen sein. Erst im Jahre 1443 kam der Ort endgültig in die Besitzungen des Markgrafen von Brandenburg. Es folgten Jahre relativer Ruhe um den Ort. Der Dreißigjährige Krieg brachte dem Ort umfangreiche Verwüstungen. Am Ende des Krieges waren von der Bausubstanz nur ärmliche Hütten übrig geblieben und über 65 Prozent der Bevölkerung waren ausgelöscht worden.

Kirche

Nach dem Krieg konnte sich langsam ein Bürgertum etablieren und es wurden immer mehr Gewerbe in der Stadt gegründet. Im Jahr 1752 wurde bei einem Stadtbrand die seit mindestens 1346 bestehende Kirche so stark beschädigt, dass sie als Kronenkirche erneuert wurde. Die Stadt wuchs bis zum Jahr 1905 auf 1205 Einwohner an. Dabei erlangte der Ort eine regionale Bedeutung. Durch die ansässige Poststation war zudem auch eine Verbindung nach Prag und Berlin direkt möglich.

Durch die Lage an der Dahme und zum Unterspreewald war der Ort bereits im 19. Jahrhundert ein beliebter Ausflugsort für die Berliner. So entstanden für einen Ort dieser Größe zahlreiche Restaurants und Hotels.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wies der Ort mit 3 % einen ungewöhnlich hohen jüdischen Bevölkerungsanteil auf. Überreste des von Nationalsozialisten zerstörten Friedhofs der Jüdischen Gemeinde befinden sich an der Birkenstraße.

1937 wurde die Stadt entsprechend der nationalsozialistischen Politik, die sorbische Geschichte und Kultur Ostdeutschlands möglichst zu verschweigen, von Wendisch Buchholz in Märkisch Buchholz umbenannt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt aufgrund ihrer Lage am Rand des Kessels von Halbe stark in Mitleidenschaft gezogen, mehr als 70 Prozent der Bausubstanz wurden dabei vernichtet.

Zu DDR-Zeiten errichteten und unterhielten die Grenztruppen der DDR das Pionier-Ferienlager "Egon Schultz".

Politik[Bearbeiten]

Märkisch Buchholz

Die Verwaltung der Stadt wird seit 1991 vom Amt Schenkenländchen ausgeführt.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung besteht neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister aus 10 Stadtverordneten.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. August 1999 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber neben einer rechten blauen Flanke, belegt mit einem aufgerichteten, linksgewendeten silbernen Hecht und überhöht von einer aufgerichteten fünfendigen goldenen Hirschstange, eine bewurzelte grüne Buche.“[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die in Märkisch Buchholz ansässigen Unternehmen dienen vor allem der Versorgung der Bevölkerung und der Touristen. Daneben gibt es einige Kleinbetriebe im Bereich der Renovierung/Modernisierung und des Neubaus von Häusern. Im primären Sektor gibt es noch die Fischerei in Köthen und einige kleine Holzfirmen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Märkisch Buchholz:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013 [4]
Jahr Einwohner
1875 1 401
1890 1 451
1910 1 303
1925 1 125
1933 1 185
1939 1 213
1946 1 246
1950 1 229
1964 1 032
1971 1 000
Jahr Einwohner
1981 941
1985 944
1989 888
1990 884
1991 861
1992 864
1993 868
1994 861
1995 862
1996 832
Jahr Einwohner
1997 847
1998 881
1999 871
2000 874
2001 872
2002 836
2003 842
2004 840
2005 833
2006 810
Jahr Einwohner
2007 818
2008 805
2009 793
2010 780
2011 759
2012 771
2013 769

Verkehr[Bearbeiten]

Märkisch Buchholz ist verkehrstechnisch über die B 179 an Berlin angeschlossen. Der direkte Wasserweg nach Berlin über die Dahme ist möglich und wurde am Ende des vorigen Jahrtausends auch von der Stern und Kreisschiffahrt aus Berlin angeboten.

Motorisierung in Märkisch Buchholz 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[5] 474 466 469 474 470 479 494
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 579 579 591 608 619 621 642

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Märkisch Buchholz und in der Liste der Bodendenkmale in Märkisch Buchholz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franz Fühmann, Schriftsteller, lebte und arbeitete in Märkisch Buchholz.
  • Der ehemalige Radrennfahrer Gerd Modrow lebt in Märkisch Buchholz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Märkisch Buchholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/bekanntmachungen/vorl.sitzzut.svv20me4rkisch20buchholz202008.pdf
  3. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  4. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  5. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3