Märkische Heide, märkischer Sand
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"Märkische Heide, märkischer Sand" ist der Titel der inoffiziellen Hymne des Bundeslandes Brandenburg. Sie hat keine staatliche Relevanz, wird jedoch gerne, besonders bei Volksfesten, nicht jedoch bei Staatsakten gesungen. Sie wurde am 10. Mai 1923 von Gustav Büchsenschütz (1902-1996) gedichtet und komponiert. Nach seinen Angaben sei ihm die Idee für das Lied als Mitglied der Wandervogelbewegung bei einer Übernachtung in der Jugendherberge von Neu Vehlefanz gekommen; ein Gedenkstein erinnert dort heute daran.
[Bearbeiten] Kontroversen
Das Lied wurde auch zur Konstituierung des ersten brandenburgischen Landtages im Oktober 1990 gesungen.
Anhaltende gesellschaftliche und parteipolitische Kontroversen zur Nähe von Büchsenschütz zum NS-Regime und wegen der Vereinnahmung des Liedes durch die Wehrmacht und durch SS, SA und HJ verhinderten jedoch die Bestimmung zur offiziellen Landeshymne.
Büchsenschütz erkannte selbst die nationalsozialistische Tradition des Liedes an und schrieb 1934 in der Erstausgabe der von Wilhelm Kube publizierten Brandenburger Hefte:
„Zunächst blieb es auch, so unpolitisch sein Inhalt auch sein mochte, ein ,Nazilied' und war daher bei Andersdenkenden verpönt. […] Und wie war der "politische Weg" des Liedes? Vom Bismarckorden ging es zum ,Frontbann' und zur SA und machte hier den Siegeszug der völkischen Bewegung mit, so dass es jetzt als vielgesungenes Lied der nationalsozialistischen Erhebung gilt. […] Gab es wegen dieses Liedes auch oft harte Zusammenstöße mit politischen Gegnern, so blieb die Kraft des Liedes dennoch ungebrochen. […] Auf den großen Veranstaltungen der NSDAP in Berlin im ,Sportpalast' und im Lustgarten erklang das Brandenburger Lied und warb immer neue Kämpfer für das neue Deutschland.“[1]
[Bearbeiten] Weblinks
- dpa: „M wie: Märkische Heide: Wiedergeburt einer Hymne“, in: Märkische Allgemeine, 4. September 2007.
- „Nazi-Lied: Linke will inoffizielle Brandenburg-Hymne abschaffen“, in: Welt Online, 27. Mai 2008.
- Andrea Beyerlein, Jens Blankennagel: „‚Heil dir, mein Brandenburger Land‘: Ministerpräsident verteidigt die inoffizielle Landeshymne gegen Kritik: Der Text ist doch harmlos“, in: Berliner Zeitung, 27. Mai 2008.
- Thorsten Metzner: „Braune Flecken auf dem ‚Roten Adler‘“, in: Der Tagesspiegel, 27. Mai 2008.
- Märkische Heide, märkischer Sand mit mp3
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Zitiert nach Martin Klesmann: „Landeshymne unter Verdacht“, in: Berliner Zeitung, 26. Mai 2008.

