Märtyrer der Revolution in Mexiko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Märtyrer der Revolution in Mexiko verehrt die Römisch-katholische Kirche 22 Priester und drei Laien, die während der Guerra Cristera Ende der 1920er Jahre umgebracht wurden. Sie wurden durch Papst Johannes Paul II. am 22. November 1992 selig und am 21. Mai 2000 in Rom heiliggesprochen. Am 20. November 2005 wurden in Guadalajara weitere 13 Glaubenszeugen aus dieser Zeit seliggesprochen.

Historischer Kontext[Bearbeiten]

Cristeros

Präsident Plutarco Elías Calles erließ 1926 die sog. Ley Calles mit drastischen Beschränkungen der Freiheit der katholischen Kirche, beispielsweise Zölibatsverbot, Verbot vieler Ordensgemeinschaften usw. Parallel dazu wurde eine kurz zuvor gegründete Nationalkirche stark gefördert, um die Beziehungen der katholischen Bevölkerung zum Vatikan zu unterbrechen. Diese Umstände führten zu einem blutigen Bürgerkrieg, der Guerra Cristera (1926–1929). Nach Ende des Bürgerkriegs gingen die Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat weiter. Erst mit der Präsidentschaft von General Lázaro Cárdenas del Río bahnte sich eine Besserung im Verhältnis an [1].

Viele Priester wirkten in der Liga zur Verteidigung der religiösen Freiheit (Liga Nacional para la Defensa de la Libertad Religiosa) und leisteten ihren priesterlichen Dienst in Zivilkleidung und im Geheimen. Mehrere Priester wurden verhaftet und mindestens 40 hingerichtet.[2] Am Anfang der Guerra Cristera gab es in Mexiko 4500 Priester, 1934 nur noch 334, bei einer Bevölkerung von 15 Millionen.[3]Ebenso wurde die Laienorganisation Acción Católica de la Juventud Mexicana (Katholische Aktion der Mexikanischen Jugend) verfolgt; manche ihrer Mitglieder wurden hingerichtet.

Namensliste[Bearbeiten]

Heiligsprechung vom 21. Mai 2000[Bearbeiten]

Die 25 Märtyrer der Revolution in Mexiko, die am 21. Mai 2000 in Rom heiliggesprochen wurden, sind:

Zu den Märtyrern der Revolution in Mexiko gehört auch der 1988 seliggesprochene Jesuitenpater Miguel Pro (Michael Pro) (1891–1927), der aber nicht im Jahr 2000 heiliggesprochen wurde.

Seligsprechung vom 20. November 2005 in Guadalajara[Bearbeiten]

Die 13 Märtyrer der Revolution in Mexiko, die am 20. November 2005 in Guadalajara seliggesprochen wurden, sind:

  • José Anacleto González Flores und seine acht Gefährten [29]:
  • José Dionisio Luis Padilla Gómez
  • Jorge Ramón Vargas González
  • Ramón Vicente Vargas González
  • José Luciano Ezequiel Huerta Gutiérrez
  • J. Salvador Huerta Gutiérrez
  • Miguel Gómez Loza
  • Luis Magaña Servín
  • José Sánchez del Río
  • José Trinidad Rangel [30]
  • Andrés Solá Molist [31]
  • Leonardo Pérez [32]
  • Darío Acosta Zurita [33]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Graham Greene: The Lawless Roads. A Mexican journey. (Alternativ: Another Mexico; deutsch: Gesetzlose Straßen). Longmans, London 1939; Neuausgabe Penguin, London 2006. ISBN 978-0143039730. - Lawless Roads ist ein Reisebericht des Autors, kein Roman. Den Kampf der Regierung gegen die katholische Kirche thematisiert Greene auch im Roman The Power and the Glory (Die Kraft und die Herrlichkeit), 1940.
  • Lothar Groppe: Michael Pro - Ein mexikanischer Schlingel wird Priester und Martyrer. München 1988. - Hier werden in deutscher Sprache gut die historischen Umstände und die Lebensbedingungen dieser mexikanischen Priester geschildert.
  • José Martínez Puche O.P. (Hrsg.): Nuevo Año Cristiano. Mehrere Bände. Madrid 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Groppe, Lothar: Michael Pro, S. 163 (siehe Literatur)
  2. Van Hove, Brian Blood-Drenched Altars Faith & Reason 1994
  3. Scheina, Robert L. Latin America's Wars: The Age of the Caudillo, 1791-1899 S. 33 (2003 Brassey's) ISBN 1574884522
  4. Cristóbal Magallanes Jara: Kurzbiografie im Vatikan[1]
  5. Román Adame Rosales: Kurzbiografie im Vatikan[2]
  6. Rodrigo Aguilar Aleman: Kurzbiografie im Vatikan[3]
  7. Julio Álvarez Mendoza: Kurzbiografie im Vatikan[4]
  8. Luis Batis Sáinz: Kurzbiografie im Vatikan[5]
  9. Agustín Cortés Caloca: Kurzbiografie im Vatikan[6]
  10. Mateo Correa Megallanes: Kurzbiografie im Vatikan[7]
  11. Atilano Cruz Alvarado: Kurzbiografie im Vatikan [8]
  12. Miguel de la Mora de la Mora: Kurzbiografie im Vatikan [9]
  13. Pedro Ramírez Esqueda: Kurzbiografie im Vatikan [10]
  14. Margarito Flores García: Kurzbiografie im Vatikan[11]
  15. José Isabel Flores Varela: Kurzbiografie im Vatikan [12]
  16. David Galván Bermudes: Kurzbiografie im Vatikan [13]
  17. Salvador Lara Puente: Kurzbiografie im Vatikan[14]
  18. Petrus Maldonado: Kurzbiografie im Vatikan (fälschlicherweise ist als Todesjahr 1937 angegeben)[15]
  19. Jesús Méndez Montoya: Kurzbiografie im Vatikan[16]
  20. Manuel Morales: Kurzbiografie im Vatikan [17]
  21. Justino Orona Madrigal: Kurzbiografie im Vatikan [18]
  22. Sabas Reyes Salazar: Kurzbiografie im Vatikan [19]
  23. José María Robles Hurtado: Kurzbiografie im Vatikan[20]
  24. David Roldán Lara: Kurzbiografie im Vatikan [21] und Portal über lateinamerikanische Heilige[22]
  25. Toribio Romo González: Kurzbiografie im Vatikan[23] und [24]
  26. Jenaro Sánchez Delgadillo: Kurzbiografie im Vatikan [25]
  27. Tranquilino Ubiarco Robles: Kurzbiografie im Vatikan [26]
  28. David Uribe Velasco: Kurzbiografie im Vatikan [27]
  29. José Anacleto González Flores und seine acht Gefährten [28]
  30. José Trinidad Rangel [29]
  31. Andrés Solá Molist [30]
  32. Leonardo Pérez[31]
  33. Darío Acosta Zurita [32]