Méridahakenschnabel

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Méridahakenschnabel
Méridahakenschnabel (Diglossa gloriosa), gemalt von Joseph Smit

Méridahakenschnabel (Diglossa gloriosa), gemalt von Joseph Smit

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Tangaren (Thraupidae)
Gattung: Hakenschnäbel (Diglossa)
Art: Méridahakenschnabel
Wissenschaftlicher Name
Diglossa gloriosa
Sclater,PL & Salvin, 1871

Der Méridahakenschnabel (Diglossa gloriosa) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae). Diese endemische Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich auf das südamerikanische Land Venezuela beschränkt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der Méridahakenschnabel erreicht eine Körperlänge von etwa 12,5 bis 13,5 Zentimetern bei einem Gewicht von ca. 11 Gramm. Der größte Teil des Gefieders ist dunkel schwarz, wobei dieses Schwarz nicht glänzt. An der Schulter findet sich ein grauer dreieckiger Fleck. Außerdem hat er einen blassblaugrauen Brauenstrich und Bürzel. Ab dem mittleren Teil der Brust über den Bauch bis zu den Unterschwanzdecken ist er kastanienfarben. Die grauen Flanken sind im Feld nur schwer zu erkennen. Oft – aber nicht immer – hat er an den Wangen rotbraune Sprenkel, was auf einen gewissen Grad von Hybridisierung mit anderen Hakenschnäbeln hinweist. Es besteht bei dieser Art kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus.

Immature Vögel haben eine olivbraune Oberseite. An Kehle und Brust sind sie braun gestreift. Diese Färbung geht zum hinteren Teil der Unterseite in ein rostiges Braungelb über.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Vögel kommen in von Menschen kultivierten Gebieten mit buschigen Hecken, blumenbewachsenen Gärten, isolierten kleineren Krüppelwäldern sowie Gestrüpp nahe der Baumgrenze und darüber hinaus vor. Dabei favorisieren sie die trockenen und eher offenen Täler in den Hochebenen. Nur selten sieht man sie in feuchteren Landschaften. Ihre Heimat sind die Anden von Táchira, Mérida und Trujillo in Höhen zwischen 2500 und 4150 Meter. Nördlich kann man sie bis an den 3.585 Meter hohen Páramo Cendé an der Grenze zum Bundesstaat Lara entdecken.

Verhalten[Bearbeiten]

Méridahakenschnäbel verhalten sich ähnlich wie Stahlhakenschnabel (Diglossa lafresnayii) und Schwarzbauch-Hakenschnabel (Diglossa humeralis). Durch ihr übernervöses Gebaren kann man sie relativ leicht entdecken. Normalerweise sind die Vögel alleine oder in Paaren unterwegs und arbeiten sich von Blumenblüte zu Blumenblüte, welche sie nacheinander mit ihrem Schnabel durchbohren. In der Brutzeit verteidigen die Paare aggressiv ihr Revier. Außerhalb der Brutzeit verteidigen sie ihr Territorium alleine. Ihr napfförmiges Nest aus Gras und Moos bauen sie vorzugsweise an Böschungen.

Kladistik[Bearbeiten]

Zusammen mit dem Schwarzbauch-Hakenschnabel (Diglossa humeralis), dem Schwarzkehl-Hakenschnabel (Diglossa brunneiventris) und dem Grauschulter-Hakenschnabel (Diglossa carbonaria) bilden sie eine Superspezies.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Gattungsname ist von griechisch dis, di- (= zwei) und glossa (= Zunge) abgeleitet und bezieht sich auf die typische U-förmige Zunge dieser Gattung. Der zweite Teil des Taxons gloriosa leitet sich aus dem lateinischen Wort gloriosus für „ruhmreich“ ab.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America, Zoological Museum and Apollo Boooks, S. 604f, ISBN 978-8788757163
  • Steven L. Hilty, John A. Gwynne, Guy Tudor: Birds of Venezuela, Princeton University Press, 2002, S. 784, ISBN 978-0691092508
  • Robert S. Ridgely, Guy Tudor, William Liddle Brown: The Birds of South America Vol. I. The Oscine Passerines: Jays and Swallows, Wrens, Thrushes, and Allies, Vireos and Wood-Warblers, Tanagers, Icterids, and Finches. University of Texas Press, 1989, S. 203f, ISBN 9780292707566
  • Philip Lutley Sclater, Osbert Salvin: On Venezuelan Birds collected by Mr. A Goering. By P.L. Sclater, M.A., Ph.D., F.R.S., and Osbert Salvin, M.A., F.L.S.-Part IV., Proceedings of the Zoological Society of London, S. 784, Nov 15, 1870 (online) (Auch wenn das Jahr 1870 im Artikel steht wurde der Artikel erst im April 1871 veröffentlicht. Deshalb gilt das Jahr 1871 als Erstbeschreibungsdatum.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Méridahakenschnabel (Diglossa gloriosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diglossa gloriosa in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 30. August 2010