Mérode-Triptychon

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Mérode-Triptychon

Das Mérode-Triptychon ist ein Gemälde von Robert Campin, früher als Meister von Mérode oder auch Meister von Flémalle bekannt. Das zwischen 1425 und 1430 entstandene Bild gilt als eines seiner Meisterwerke. Es ist mit Öl auf Holz gemalt. Der Mittelteil hat die Größe 64,5 × 64,5 cm. Die Flügel sind 64,4 × 27,2 bzw. 27,8 cm groß. Das Bild befindet sich im Metropolitan Museum of Art (genauer: The Cloisters) in New York.

Das Triptychon hatte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Westerlo in der Familienkapelle der belgischen Grafen de Merode befunden, allerdings wurde es nach dem Ersten Weltkrieg im Safe einer Schweizer Bank verwahrt. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die belgische Regierung mehrmals um einen Ankauf bemüht, doch die Gräfin Jeanne de Merode hatte das Gemälde schließlich 1944 ihrer Nichte Jeanne-Marie de Grunne vererbt. Die Grafenfamilie de Grunne verkaufte es 1958 für eine Million Dollar (damals umgerechnet 4,2 Millionen Deutsche Mark -auch für Spitzenwerke der flämischen Malerei eine sehr hohe Summe) an das Metropolitan Museum of Art, worauf in Belgien eine Welle nationaler Empörung folgte.[1]

Bildmotiv[Bearbeiten]

Auf der Mitteltafel ist die Verkündigung des Erzengel Gabriel an Maria dargestellt. Auf dem linken Flügel sind der Stifter des Bildes mit seiner Frau, Peter Engelbrecht und Gretchen (Margarete) Schrinmechers, dargestellt. Peter Engelbrecht war im Jahr 1400 als "Petr. Ynghelbrecht de Machelinia, m. art. Col." an der Universität zu Köln immatrikuliert. Sein Herkunftsort "Machelinia" ist Mechelen, wo er auch später lebte.[2]

Die zentrale Darstellung der Verkündigung ist kein Zufall, sondern spielt vielmehr auf den Namen des Stifters "Engelbrecht" also Der Engel brachte an. Auf dem rechten Flügel sieht man Josef beim Bau von Mausefallen. Josef als Schreiner und nicht als Zimmermann erklärt sich aus dem Vergleich mit dem Namen der Frau des Stifters: Schrinmechers, eine altertümliche Form für Schreiner. Die Mausefalle findet ihre Bedeutung in der Aufgabe Josefs als "Alibi-Ehemann" von Maria. Er täuscht den Teufel über die Ankunft Jesu als Erlöser. Der Ursprung hierfür liegt im Ausspruch von Augustinus, dass Jesus die Mausefalle für den Teufel ist.[3] Diese Aufgabe wird jedoch hier auf Josef übertragen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Thürlemann: Robert Campin - das Mérode-Triptychon. Ein Hochzeitsbild für Peter Engelbrecht und Gretchen Schrinmechers aus Köln. Fischer, Frankfurt am Main 1997. ISBN 3-596-12418-2

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel 8/1958 am 19. Februar 1958: Altarbild Nicht zu verkaufen
  2. Die Matrikel der Universität Köln, S. 564. Nicolaus Ynghelbrecht, aus Mechelen (Diözese Cambrai), dives, 1398 in Köln immatrikuliert: "Nic. Johannis Engelberti de Mechlinia, cl. Cam. d.; art." (Die Matrikel der Universität Köln S. 76), 1401 von König Ruprecht der S. Peterskirche in Besa (Diözese Cambrai) auf ein Kanonikat und eine Präbende präsentiert (Christoph Fuchs, Dives, pauper, nobilis, magister, frater, clericus, S. 379).
  3. Meyer Schapiro, Muscipula Diaboli: The Symbolism of the Merode Altarpiece, Art Bulletin 27, 1945, S. 182-187

Literatur[Bearbeiten]

  • Jozef De Coo: A medieval look at the Merode Annunciation, In: Zeitschrift für Kunstgeschichte Bd. 44 (1981) S. 114-132