Möckmühl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Möckmühl
Möckmühl
Deutschlandkarte, Position der Stadt Möckmühl hervorgehoben
49.3230555555569.3608333333333179Koordinaten: 49° 19′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 49,61 km²
Einwohner: 7819 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74219
Vorwahl: 06298
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 063
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 23
74219 Möckmühl
Webpräsenz: www.moeckmuehl.de
Bürgermeister: Ulrich Stammer (CDU)
Lage der Stadt Möckmühl im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild

Möckmühl ist eine Stadt im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Möckmühl von Südosten mit Stadtmauer und Burg

Geografische Lage[Bearbeiten]

Möckmühl liegt nördlich von Heilbronn am Zusammenfluss von Seckach und Jagst in 169 bis 350 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Möckmühls sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten): Billigheim (Neckar-Odenwald-Kreis), Roigheim, Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis), Widdern, Hardthausen am Kocher und Neudenau. Bis auf Billigheim und Adelsheim gehören alle zum Landkreis Heilbronn. Mit Jagsthausen, Roigheim und Widdern ist Möckmühl eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus der Kernstadt Möckmühl und den Stadtteilen Bittelbronn, Korb, Ruchsen und Züttlingen. Zu Möckmühl selbst gehören der Weiler Siegelbach, der Hof Brandhölzle und die Wohnplätze Schwärzerhof und Sülzhof, zu Korb die Weiler Dippach und Hagenbach, zu Züttlingen der Weiler Ernstein, die Höfe Habichtshöfe, Maisenhälden und Seehof sowie die Wohnplätze Assumstadt und Schloss Domeneck. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind auf Markung Möckmühl Alte Bürg, Guckemer Hof und Wargesau, auf Markung Züttlingen Ammerlanden, Gießübel, Habichtshof und Burg Erenstein.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mechita-Brunnen (1979)
Möckmühl um 1640. Illustration aus Matthäus Merians Topographia Sueviae, 1643

Bodenfunden zufolge war die Markung Möckmühls bereits zur Zeit der Jungsteinzeit besiedelt. Auch Kelten und Römer siedelten in Möckmühl. 750 bis 779 wird Möckmühl als Meitamulin, Meitamulen und Mechitamulin erstmals in Urkunden des Klosters Fulda erwähnt, das damals dort großen Besitz hatte. Der Ortsname bedeutet Mühle der Mechita. Diese Mechita war vermutlich eine fränkische Fürstin. Auch die heute eingemeindeten Stadtteile sind sehr alt. Ruchsen wurde 768 als Rochesheim erstmals erwähnt, Züttlingen im 8. Jahrhundert als Zutilingen, Korb um 1100 als Corbe und Bittelbronn 1161 als Bittelbrunnen.

Möckmühl von Süden, Lithographie von G. Engel und C. Obach, nach 1854
Brand der evangelischen Stadtkirche 1898

Im 12. und 13. Jahrhundert tritt mit den Herren von Möckmühl ein Ortsadel auf, der seinen Sitz wohl auf der Alten Bürg nordwestlich des heutigen Ortskerns hatte. Zur alten Bürg zählte die heute ebenfalls abgegangene Alte Stadt am Zusammenfluss von Seckach und Hannackerklinge. Während der Ortsadel bereits um 1300 nur noch andernorts nachweisbar ist und seine Burg bis dahin wohl auch bereits verlassen war, erhielten die Herren von Dürn im 13. Jahrhundert den Ort als würzburgisches Lehen. Auf die Dürner geht vermutlich die Anlage der heute noch erhaltenen Burg Möckmühl und der ummauerten Siedlung auf dem Burgberg zurück. Um 1250 erhielt der Ort Stadtrechte. 1287 kam Möckmühl durch die Hochzeit von Poppo von Dürn mit Agnes von Hohenlohe an das Haus Hohenlohe. 1379 wurde bei der Burg ein Chorherrenstift mit zugehöriger Schule und Kirche gegründet. 1445 kam Möckmühl an die Kurpfalz.

Um 1470 wurde die Burg neu befestigt, und um diese Zeit entstand auch die heute noch weitgehend erhaltene Ummauerung der heute die Stadtmitte bildenden Talsiedlung. 1504 kamen Burg und Ort nach sechstägiger Belagerung an Württemberg. 1519 verteidigte der württembergische Amtmann Götz von Berlichingen die Stadt gegen den Schwäbischen Bund, wurde dabei gefangengenommen und in Heilbronn 3½ Jahre unter Arrest gestellt. 1521 verkaufte Kaiser Karl V. Möckmühl an den Bischof von Würzburg, von dem es Herzog Ulrich von Württemberg 1542 wieder zurückkaufen konnte. 1525 wurde der Stadt Möckmühl im Zusammenhang mit dem Bauernkrieg eine Strafe von 400 Gulden auferlegt. Im Zuge der Reformation in Württemberg wurde das Chorherrenstift in Möckmühl 1558 aufgehoben.

Während des Dreißigjährigen Krieges starben 1627 und 1635 80 % der Bevölkerung an der Pest und den Folgen des Krieges. Die Stiftskirche auf dem Schlossberg wurde in der Endphase des Krieges von französischen Truppen zerstört. Von 1649 bis 1742 gehörten Stadt und Amt Möckmühl zur württembergischen Nebenlinie Württemberg-Neuenstadt. 1665 bis 1667 fanden in Möckmühl Hexenprozesse statt. Von 1805 bis 1836 lebte Louise Franck, die Schwester des Dichters Friedrich Schiller, in Möckmühl. 1808 wurde das Oberamt Möckmühl aufgelöst. Bis dahin war die Stadt Möckmühl Sitz eines Zentgerichts, das als Hochgericht die Todesstrafe verhängen konnte.

Die Wasserkraft der Seckach nutzte man zum Antrieb von mehreren Mühlen, später und bis in die Gegenwart auch von Turbinen. Im Nordwesten der Stadt befand sich die schon im 15. Jahrhundert belegte Stadtmühle, die 1964 abgerissen wurde. Nur wenige Meter entfernt außerhalb der Stadtmauern befand sich die Lohemühle, deren Gebäude sich erhalten hat, während die Seckach in diesem Bereich verdolt wurde. Nordwestlich der Stadt befanden sich weitere Mühlen, darunter die große Gernersche Mühle, die bis 1928 in Betrieb war und deren letztes Gebäude 1995 abgebrochen wurde. An ihrer Stelle befindet sich seit den 1970er Jahren ein E-Werk. 1873 entstand an der Stelle zweier anderer Mühlen an der Seckach die Papierfabrik Möckmühl, die später um ein Werk an einem weiteren ehemaligen Mühlenstandort expandierte und die Wasserkraft außerdem auch zum Antrieb einer Holzschleiferei und von 1908 bis 1993 auch eines eigenen E-Werks nutzte. Die Papierfabrik wurde 1965 an Texon verkauft, der Betrieb wurde modernisiert und auf ein anderes Produktspektrum umgestellt. An der Stelle der 1732 durch Hochwasser zerstörten Walkmühle siedelten sich später die Agria-Werke an.[3]

1945 wurde die Stadt in der Endphase des Zweiten Weltkrieges vor größeren Zerstörungen bewahrt, da es den Möckmühler Bürgern gelang, den Abzug der deutschen Verteidigungstruppen zu erreichen. Auch konnte die Sprengung der Jagstbrücke bis kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen verhindert werden, was die Stadt womöglich auch vor größeren Zerstörungen bewahrt hat. 1939 wurden 1590 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 2134.[4]

1971 bis 1975 wurden vier umliegende Orte eingemeindet. 1974 wurde die A 81 von Weinsberg nach Würzburg mit Anschlussstelle in Möckmühl für den Verkehr freigegeben. Von 1975 bis 1992 erfolgte eine umfassende Sanierung des historischen Ortskerns. Von 1987 bis 1996 wuchs die Bevölkerung von 6000 auf über 8000 Einwohner, was hauptsächlich auf den Zuzug von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion zurückzuführen ist.

Religionen[Bearbeiten]

Herzog Ulrich führte in Möckmühl 1542 die Reformation ein.

Neben evangelischen Kirchengemeinden in Möckmühl und seinen Stadtteilen sowie einer evangelisch-landeskirchlichen Gemeinschaft gibt es auch eine katholische Kirchengemeinde. Außerdem sind in Möckmühl noch die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Mennoniten, die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas vertreten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde Korb eingemeindet und wechselte dabei vom Landkreis Buchen in den Landkreis Heilbronn. Am 1. März 1972 folgten die Eingemeindungen von Bittelbronn, das bereits bis 1836 zu Möckmühl gehörte, und von Ruchsen, das ebenfalls den Landkreis Buchen verließ. Als letzter Ort wurde am 1. Januar 1975 Züttlingen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Evangelische Stadtkirche und Rathaus

Gemeinderat und Ortschaftsräte[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Möckmühls hat nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 26 Sitze (zuvor 20). Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  • Freie Wählervereinigung Möckmühl 33,7 % (+ 0,3) – 9 Sitze (+ 2)
  • Bürgerliche Liste/CDU 26,7 % (− 5,0) – 7 Sitze (± 0)
  • GRÜNE 20,0 % (+ 2,9) – 5 Sitze (+ 2)
  • SPD 19,6 (+ 1,8) – 5 Sitze (+ 2)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

In den vier Ortschaften Bittelbronn, Korb, Ruchsen und Züttlingen gibt es zudem jeweils einen Ortschaftsrat. Auf seinen Vorschlag hin wählt der Gemeinderat für jede Ortschaft einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Diese Gremien sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Wappen Möckmühls

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Möckmühler Wappens lautet: Über grünem Dreiberg gespalten, vorne in Blau ein linksgekehrter, schwarz befiederter goldener Adlerfang, hinten in Silber ein vierspeichiges schwarzes Mühlrad. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.

In den Möckmühler Siegeln ist der ungedeutete Adlerfang erstmals 1499 und danach bis 1630 nachgewiesen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erscheint in Wappenzeichnungen in Verbindung mit dem Adlerfang erstmals das Mühlrad als redende Wappenfigur; seit 1613 auch auf den Möckmühler Grenzsteinen. Von 1639 bis 1643 ist die Verwendung eines Siegels mit dem Mühlrad-Zeichen nachgewiesen; 1645 wurden dann beide Wappenfiguren in einem Siegel vereinigt. Im Wesentlichen blieb das Wappen mit den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Farben seitdem unverändert.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 2001 besteht eine Partnerschaft mit der norditalienischen Stadt Cherasco im Piemont, seit 2004 mit der ungarischen Stadt Piliscsaba.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Burg Möckmühl

Die Burg Möckmühl wurde vermutlich im 13. Jahrhundert angelegt. Dort hatte Götz von Berlichingen von 1517 bis 1519 seinen Amtssitz. Die Burg mit dem 28 Meter hohen Bergfried erhielt ihre heutige Gestalt durch Umbau 1902. Sie ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Vom Burghügel kann man auf die idyllische Altstadt blicken. Bei der Burg befand sich einst auch das Stift mit der Stiftskirche, die im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Die Stiftspropstei mit Propsteiturm ist noch davon bei der Burg erhalten. Auf dem ehemaligen Stiftsgelände befinden sich auch die Alte Apotheke, die von 1758 bis 1927 konzessioniert war, und eine Scheune von 1813, die auf den Fundamenten der zerstörten Stiftskirche errichtet wurde. Unterhalb der Propstei befindet sich der heute zu einem Wohnhaus umgebaute ehemalige Fruchtkasten der Propstei. Außerdem befindet sich auf dem Burgberg auch die ehemalige Oberamtei. Reste der einer älteren Burg sind auf einem Hügel außerhalb des Ortes zu finden.[6]

Der historische Stadtkern von Möckmühl, der als Gesamtanlage seit 1983 unter Denkmalschutz steht,[7] ist noch von einer weitgehend erhaltenen alten Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit Wehrgang, durchlaufendem Bogenfries und mehreren Türmen umgeben. Der runde Schinnersturm, die viereckigen Türme Badturm und Pfarrersturm sowie der runde Hexenturm mit achteckigem Fachwerkaufbau und Verlies sind vollständig erhalten bzw. wiederaufgebaut, Mühlturm und Batzentürmle sind dagegen nur noch als Ruinen erhalten. Die Stadttore wurden bis auf das Ruchsener Tor alle abgerissen.

Haus Elsässer von 1610

Die Evangelische Stadtkirche Möckmühl wurde im Lauf der Geschichte mehrmals umgebaut und zuletzt nach einem Brand 1898 von Heinrich Dolmetsch bis 1900 neu erbaut. Lediglich die unteren Turmgeschosse und Teile des Chores gehen noch auf einen Vorgängerbau von 1513 zurück. Die Kirche in Möckmühl wurde erstmals 815 erwähnt und war ursprünglich dem Hl. Bonifatius geweiht. Um die Kirche herum befand sich bis ins 16. Jahrhundert auch der alte Friedhof der Stadt. Wenige Jahre nachdem der neue Friedhof außerhalb der Stadt angelegt worden war, wurde um 1580 dort die Friedhofskapelle erbaut, in der sich zahlreiche Grabdenkmale des 16. und 17. Jahrhunderts befinden. Die katholische Kirche St. Kilian wurde 1970 geweiht.

Zu den historischen Gebäuden in Möckmühl zählen außerdem das Rathaus von 1589 (renoviert 1895 und 1992), das alte Pfarrhaus von 1750, das Diakonatsgebäude von 1627, die alte Kelter (heute Kindergarten), ein Färberhaus von 1783, Haus Elsässer von 1610, ein als Museum genutztes Bürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert sowie das so genannte Meisterhaus (Wohnung des Scharfrichters) aus dem 16. Jahrhundert.

Möckmühl mit Stadtmauer und Burg, Ölgemälde von Karl Weysser, um 1870

Theater[Bearbeiten]

Die Jagsttalbühne Möckmühl spielt seit 1991 jedes Jahr im Juni und Juli Freilichttheater auf dem Platz vor dem Ruchsener Tor. Seit 2004 ist auch das in der Region bekannte Knurps-Puppentheater in Möckmühl ansässig.

Museen[Bearbeiten]

Das Möckmühler Heimatmuseum ist seit 1988 in einem Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. Zur Dauerausstellung gehören die Bereiche Geologie (Versteinerungen, besonders aus dem Muschelkalk) und Frühgeschichte (Grabungsfunde aus Möckmühl und Umgebung, u.a. ein Bronzeschwert der Urnenfelderzeit und Funde aus der Römerzeit). Das Museum wird vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Möckmühl betreut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Möckmühl ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Kocherberg im Bereich Kocher-Jagst-Tauber des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Die Einzellagen heißen Hofberg und Ammerlanden.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Möckmühl von 1869, die Jagsttalbahn verlief im Vordergrund (Feb. 2006)
Regionalexpress Stuttgart–Würzburg kurz vor Züttlingen

Verkehr[Bearbeiten]

Möckmühl hat eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 81 (WürzburgGottmadingen).

An das überregionale Schienennetz ist die Stadt durch die Frankenbahn (StuttgartWürzburg) angeschlossen. Im Zwei-Stunden-Takt gibt es direkte Regional-Express-Verbindungen nach Stuttgart und nach Würzburg und zusätzlich einen ungefähren Stundentakt in Richtung Heilbronn und in Richtung Osterburken mit Regionalbahnen, welche auch am Bahnhof des Ortsteils Züttlingen halten.

Bis 1988 war der Möckmühler Bahnhof Ausgangspunkt der Jagsttalbahn, die als 750 mm-Schmalspurbahn entlang der Jagst – über einen Haltepunkt im Ortsteil Ruchsen – nach Dörzbach führte und auf der es bereits ab 1971 einen Dampf-Museumsbetrieb gab. Auf Betreiben der Stadt wurde der Denkmalschutz 1997 aufgehoben und die Strecke zwischen Möckmühl und Widdern abgebaut, nachdem der Betrieb 1988 wegen des schlechten Zustands des Streckenoberbaus eingestellt wurde.[8]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die im Jahr 2000 angesiedelte Logistik-Zentrale der Kaufland-Gruppe beschäftigt über 1000 Menschen. Weitere Firmen sind die Volksbank Möckmühl-Neuenstadt, die Agria-Werke GmbH und die MBM Konstruktionen GmbH (ehemals: MBM Metallbau Möckmühl GmbH). Seit 2008 ist die Läpple Formenbau GmbH, ein Tochterunternehmen der Läpple AG, in Züttlingen ansässig.[9]

Der in Möckmühl ansässige Aue-Verlag produziert die Kartonmodellbaubögen des früheren Schreiber-Verlages.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Möckmühl berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe NO, Nord-Ost. Wöchentlich erscheinen die Möckmühler Nachrichten, das Amtsblatt der Stadtverwaltung. Von uns zu Euch, das Mitteilungsblatt des Handels- und Gewerbevereins, bringt monatlich Berichte über Veranstaltungen, kulturelle Ereignisse und die Geschichte der Stadt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Kreiskrankenhaus in Möckmühl

Das 1960 eingeweihte Krankenhaus Möckmühl, das seit 2001 zum in diesem Jahr gegründeten Klinikverbund SLK-Kliniken der Stadt und des Landkreises Heilbronn gehört, ist ein Haus der Grundversorgung mit 80 Betten und 190 Mitarbeitern. Direkt am Krankenhaus befindet sich auch die Rettungswache Möckmühl. Außerdem verfügt die Stadt über ein Hallenbad.

Bildung[Bearbeiten]

In Möckmühl gibt es eine Grundschule, eine Hauptschule mit Werkrealschule, eine Realschule, ein Gymnasium sowie die Musikschule Möckmühl. Der Ortsteil Züttlingen verfügt über eine Grundschule. Außerdem gibt es sieben Kindergärten in der Stadt. Die Mediathek bietet einen Bestand von etwa 16.000 Medien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit Möckmühl in Verbindung stehende Personen[Bearbeiten]

  • Emil Ege (1833–1893), Landtagsabgeordneter, war Pächter des Schwärzerhofs
  • Paul Brock (1900–1986), ostpreußischer Schriftsteller, lebte von 1945 bis 1953 in Möckmühl
  • Yannick Mayer (*1991), Radrennfahrer, lebt seit seiner Geburt im Weiler Ernstein nahe Züttlingen und besuchte das Gymnasium in Möckmühl

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Quelle für den Abschnitt Stadtgliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 106–110.
  3. Heinz Tuffentsammer: Mühlen an der unteren Seckach. MK-Verlag, Möckmühl 2000, ISBN 3-9806440-7-3, S. 42–75.
  4. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
  5. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 98
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 115f.
  6. Frank Buchali: Lexikon der Burgen und Schlösser im Unterland. Seite 225 ff., Heilbronn 2008, ISBN 3-00-007056-7.
  7. Denkmalpflegerischer Werteplan für Möckmühl und Freudenberg. zum.de, 31. März 2008
  8. Zeittafel der Jagsttalbahn (Version vom 6. Juli 2007 im Internet Archive)
  9. Läpple gründet eigene Formenbau GmbH. ATZlive (abgerufen am 27. Januar 2014)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Möckmühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien