Mönichkirchen

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Mönichkirchen
Wappen von Mönichkirchen
Mönichkirchen (Österreich)
Mönichkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 16,27 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 16° 2′ O47.516.033333333333967Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 16° 2′ 0″ O
Höhe: 967 m ü. A.
Einwohner: 602 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 2872, 7421
Vorwahl: 02649
Gemeindekennziffer: 3 18 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mönichkirchen 18
2872 Mönichkirchen
Website: www.moenichkirchen.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Graf (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
11
2
2
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Mönichkirchen im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Mönichkirchen im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mönichkirchen ist eine Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen mit 602 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) und befindet sich im Südosten des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich an der Grenze zur Steiermark.

Geografie[Bearbeiten]

Mönichkirchen liegt am östlichen Ende des Wechselgebirges im südöstlichen Industrieviertel an der Grenze zur Steiermark. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 16,27 km². 68,34 % der Gemeindefläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Mönichkirchen besteht aus einer Katastralgemeinde gleichen Namens.
Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Ortschaften Am Hartberg, Feldbauern, Mönichkirchner Schwaig, Pfeffergraben, Tauchen und Unterhöfen.
Nachbargemeinden sind: Aspangberg-Sankt Peter und Zöbern (beide zu Niederösterreich gehörig) sowie die steirischen Gemeinden Schäffern und Pinggau.

Mönichkirchen ist verkehrsmäßig durch die Wechsel Straße B 54 und die Wechselbahn erschlossen. Die nächsten Autobahnauffahrten sind Aspang und Pinggau der Süd Autobahn A 2 (Wien–Graz).

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Besiedelt ist die Gegend von Mönichkirchen zumindest seit dem Frühmittelalter. Um 1130 errichteten die Johanniter am Hartberg zum Zwecke der Betreuung von Pilgern ein Hospital, dessen kirchliche Organisation dem Erzbistum Salzburg unterstand. Seit dem 12. Jahrhundert ist Mönichkirchen mit diesem Namen belegt, der sich auf die hier angesiedelten Mönche bezog. Im späteren Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem der ältesten Marien-Wallfahrtsorte Österreichs. Ansonsten herrschte bäuerliches Leben in gruppierten Höfen („Oberdorf“, „Unterdorf“) vor.

Während der Regentschaft Josephs II. in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verschwanden die Wallfahrtsanlagen, die Bevölkerung nahm zu – 1823 verzeichnete man 174 Einwohner. 1865 wütete ein Großbrand, dem ein großer Teil des Dorfes zum Opfer fiel.

Historischer Grenzstein an der B 54

Noch im 19. Jahrhundert kam mit der Eröffnung der Wechselbahn 1881 erster Fremdenverkehr auf. Seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ist Mönichkirchen als Höhenluftkurort und Aussichtspunkt bekannt und geschätzt. Die zahlreichen historischen Villen und Glanzbauten erinnern noch heute an die Kaiserzeit und werden nach wie vor gepflegt und am Leben erhalten.

Das Gebiet um Mönichkirchen war von jeher Grenzland und auch im Zweiten Weltkrieg umkämpft, wovon noch ein Soldatenfriedhof am nahegelegenen Hochwechsel zeugt.
Die Tunnel der Wechselbahn bei Mönichkirchen dienten dem beweglichen Führerhauptquartier „Frühlingssturm“ Adolf Hitlers vom 12. bis zum 25. April 1941 als Ort zur Leitung des Balkanfeldzugs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief die Demarkationslinie zwischen der russischen (Niederösterreich) und der britischen Besatzungszone (Steiermark) direkt durch den Ort. Außerdem existiert ein historischer Grenzstein über dem Tauchenbach direkt an der B 54 Richtung Schaueregg.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 94,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 2,1 % evangelisch. 0,2 % gehören orthodoxen Kirchen an. 3,4 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
67,42 %
(-6,12 %p)
17,42 %
(n. k.)
15,15 %
(-11,31 %p)
2005

2010


Bürgermeister der Marktgemeinde ist Andreas Graf, Amtsleiterin Nicole Ochenbauer.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

Gesellschaft[Bearbeiten]

Der Ort besitzt auf dem Bildungssektor einen Kindergarten und eine Volksschule sowie auf sozialem Gebiet zwei Freiwillige Feuerwehren (Mönichkirchen und Tauchen), eine Bergrettung sowie eine Einrichtung zur Behandlung suchtkranker Jugendlicher und Erwachsener.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nach der Probezählung von 2006 dominieren in der Mönichkirchner Bevölkerung die wirtschaftlichen Sektoren Sachgütererzeugung (15,4 % der Erwerbstätigen), Land- und Forstwirtschaft (12,0 %) sowie Verkehr und Nachrichtenübermittlung (12,0 %).[1] Nach einer Erhebung gab es im Jahr 1999 40 land- und forstwirtschaftliche Betriebe; nach der Arbeitsstättenzählung im Jahr 2001 gab es 46 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 263. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,82 Prozent, im Jahr 2006 bei 44,6 Prozent.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mönichkirchen
Kirche Mönichkirchen
Holzplastik „Feuergeist“ in Erinnerung an eine Feuersbrunst im Jahre 1903 aufgrund von Brandstiftung

Der Dichter Anton Wildgans hat in seinem Epos „Kirbisch oder Der Gendarm, die Schande und das Glück“ Mönichkirchen unter dem Namen „Übelbach“ verewigt. Obwohl er darin von den Einwohnern ein keineswegs schmeichelhaftes Bild zeichnete, wird seiner heute noch durch jährliche Lesungen als eines nahezu Einheimischen gedacht. Auch ist er in der ortsansässigen Bevölkerung nicht zuletzt durch seine oft bezeugte Verbundenheit zu Mönichkirchen nach wie vor hoch verehrt. So existiert seit einiger Zeit ein neu angelegter Anton-Wildgans-Weg, der der Person des Dichters gewidmet ist.

In Mönichkirchen existieren der W.P.M.-Jugendverein Mönichkirchen zur Förderung der Jugendkultur sowie zwei Musikvereine traditioneller Natur. Seit 2006 organisiert der Jugendverein alljährlich im Sommer den Rockmusik-Event „Rocky Mountain Festival“.

Mit den Angelegenheiten des örtlichen Tourismus sowie mit kulturellen Dingen befassen sich der Dorferneuerungsverein Mönichkirchen und der Dorferneuerungsverein Tauchen.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Sports gibt es in Mönichkirchen zwei Vereine:

  • Wintersportclub Mönichkirchen
  • Fußballverein FC Mönichkirchen

Die Gegend unmittelbar um Mönichkirchen ist Skigebiet. Mönichkirchen ist diesbezüglich mittels einer Schischaukel verbunden mit dem zur Gemeinde Aspangberg-Sankt Peter gehörenden Ort Mariensee. Zusammen ergibt die Pistenlänge etwa 13 km. Die beiden Orte besitzen derzeit drei Sessellifte und einen Tellerlift.
Des Weiteren gibt es eine Reihe von Wanderwegen sowie einen Kletterpark und einen Wellness-Park.

In Mönichkirchen existiert ein von einer einzigen Person gestalteter Modellpark. Die Miniaturen sind in erster Linie Nachbildungen bekannter oder typischer Bauten vorwiegend aus Österreich sowie zum Teil animierte Nachstellungen folkloristischer und biblischer Szenen. Der Park beinhaltet die weltweit größte mechanische Landschaftskrippe.

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Herbert Cysarz (1896–1985), deutscher Germanist, lebte von 1944 bis 1951 in Mönichkirchen
  • Dietmar Larcher (* 1940), österr. Erziehungswissenschaftler, lebt unter anderem in Mönichkirchen
  • Anton Wildgans (1881–1932), österr. Lyriker und Dramatiker, verbrachte einige Zeit in Mönichkirchen
Mönichkirchen (rechts unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistik Austria: Mönichkirchen: Bevölkerung nach Erwerbsstatus (PDF-Datei; 10 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mönichkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien