Mörder ohne Gesicht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mörder ohne Gesicht
Genre Kriminalroman
Originaltitel Mördare utan ansikte
Sprache (Originalausgabe) Schwedisch
Seitenanzahl 336 Seiten
Ersterscheinung Schweden: 1991
Deutschland: 1993
ISBN (gebunden) ISBN 3-552-05160-0
ISBN 978-3552051607
ISBN (Taschenbuch) ISBN 3-423-20232-7
ISBN 978-3423202329

Der Roman Mörder ohne Gesicht (schwedisch: Mördare utan ansikte) des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell erschien 1993 in Deutschland und ist der erste Band der bislang zehn Bände umfassenden Wallander-Reihe.

Inhalt[Bearbeiten]

An einem frühen, kalten Januarmorgen 1990 wird Kommissar Kurt Wallander zu einem einsam gelegenen Bauernhof im südschwedischen Schonen gerufen. Ein altes Ehepaar ist auf grausame Weise überfallen und beraubt worden. Der Mann ist bereits tot, als die Rettungskräfte am Tatort eintreffen. Auch die alte Bauersfrau stirbt wenig später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Kurz vor ihrem Tod erlangt sie aber noch einmal das Bewusstsein und bringt auf die Frage des anwesenden Kriminalbeamten nach den Tätern nur die Worte "Ausländer, Ausländer!" heraus. Wallander weiß, dass diese brisante Information angesichts eines zunehmend rechtsgerichteten Klimas in der Bevölkerung auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen darf. Doch trotz höchster Geheimhaltungsstufe sickern die letzten Worte der sterbenden alten Frau auf unklare Weise durch. Bald folgen erste anonyme Drohanrufe und Ultimaten an die Polizei, die Täter zu fassen, ehe man die Sache selbst in die Hand nehmen würde. Wenig später häufen sich ausländerfeindliche Übergriffe in Schonen, nach kurzer Zeit brennt das erste Auffanglager für Asylbewerber. Wallander und seine Kollegen geraten unter immer stärkeren Druck.

Neben der Sorge über die wachsende Gewaltbereitschaft und der hohen Arbeitsbelastung kriselt es auch in Wallanders Privatleben. Der Kommissar leidet unter der kürzlich erfolgten Scheidung von seiner Ehefrau Mona und hofft vergebens auf einen Neuanfang in der Beziehung. Die 19-jährige Tochter Linda zieht sich scheinbar immer mehr zurück und Wallander weiß kaum noch, was sie eigentlich treibt. Auch sein engstirniger, eigensinniger Vater macht den Eindruck, nicht mehr lange für sich selbst sorgen zu können.

Als sich nach und nach herausstellt, dass die brutale Tat von Ausländern begangen wurde, übt Wallander Kritik an der schwedischen Einwanderungspolitik, die seiner Meinung nach jedem ohne Kontrolle die Einreise nach Schweden erlaube. Diese laxe Einwanderungspolitik ermögliche es Kriminellen, nach Schweden einzureisen, um dort Verbrechen zu begehen.

Das Buch zeigt an mehreren Stellen auf, dass die schwedische Gesellschaft gern die gesamte Belastung, die durch diese „falsche“ Einwanderungspolitik entstehe, allein auf die schwedische Polizei abwälzen würde. Mehrfach fühlt sich Wallander von den staatlichen Stellen, die für die Koordinierung der Einwanderung in sein Land zuständig sind, im Stich gelassen.

Verfilmung[Bearbeiten]

Filmdaten
Deutscher Titel Mörder ohne Gesicht
Originaltitel Mördare utan ansikte
Produktionsland Schweden
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 209 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Per Berglund
Drehbuch Lars Björkman
Produktion Gertrud Bengtsson
Musik Thomas Lindahl
Kamera Tony Forsberg
Schnitt Thomas Holéwa, Leif Kristiansson
Besetzung

1994 wurde der Roman in Schweden als TV-Krimi verfilmt, die Hauptrolle des ersten Film-Wallanders übernahm der Schauspieler Rolf Lassgård, Regie führte Pelle Berglund. Die deutsche Fassung wurde 2003 vom ZDF synchronisiert und im August 2003 als Zweiteiler ausgestrahlt.

Im Jahr 2005 strahlte das ZDF den Film zudem als TV-Vierteiler mit je 50 Minuten Länge aus. Die DVD-Version erschien am 28. März 2005

Im Dezember 2010 strahlte die ARD eine ca. 90 Minuten lange, deutsch synchronisierte Verfilmung des Romans durch die BBC von 2009 aus, mit Kenneth Branagh als Kurt Wallander. Richard Cottan erhielt für diesen Film 2011 den Fernsehpreis "Civis – Europas Medienpreis für Integration", Bereich Unterhaltung.

Weblinks[Bearbeiten]

Hörspiel[Bearbeiten]

2002 erschien das deutschsprachige Hörspiel zum Buch.

Sprecher sind:

sowie Karin Mikityla, André Sander, Dietrich Burmeister und Kathrin Freyburg

Kritiken[Bearbeiten]

Die Kritiken zu Mörder ohne Gesicht fielen unterschiedlich aus:

  • "Von der ersten bis zur letzten Seite ist dies ein herrlich spannender Krimi." - Frankfurter Rundschau
  • "In diesem raffinierten Thriller stimmt einfach alles." - Brigitte
  • "Erzählstil und Charaktere klasse, Handlung schwach und langatmig." (Wertung: 46 %) - Krimi-Couch.de