Mörse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.39416666666710.722594Koordinaten: 52° 23′ 39″ N, 10° 43′ 21″ O

Mörse
Stadt Wolfsburg
Wappen von Mörse
Höhe: 94 m ü. NN
Einwohner: 3557 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38442
Vorwahl: 05361
Karte

Lage in Wolfsburg

Mörse ist ein dörflich geprägter Stadtteil der Stadt Wolfsburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Mörse wird erstmals 1317 als Mosethe urkundlich erwähnt, bestanden hat der Ort jedoch schon wesentlich früher. Der Name änderte sich im Laufe der Jahre über Mosetze (1336), Mositze (1339) und Mortze (1385) hin zu Mörse. Frühere Ansiedlungen werden 1302 in einer Urkunde für Heiligendorf bezeugt (Mozez).

Der erste Siedlungsabschnitt entstand auf dem Gutshof westlich des heutigen Kindergartens. Die Familie von Mörs gilt nach urkundlichen Schriften als erster Besitzer des Guts. Als diese 1487 ausstarb, übernahm Hans von Harling, der aus Vorsfelde kam, das Gut zu Mörse. Seit dem 17. Jahrhundert war die Adelsfamilie von der Wense Besitzer des Gutes, bis Gebhard von der Wense es 1938 an die Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens (später DAF) verkaufte. Heute sind im Gutspark alle Gebäude abgerissen, nur eine letzte Mauer zeugt vom Gut.

Bis 1938 arbeiteten die meisten Dorfbewohner in der Landwirtschaft. Einige Pendler arbeiteten in Fallersleben, in Ehmen im Kaliwerk oder auf der Ziegelei. Dies änderte sich grundsätzlich nach dem Aufbau des Wolfsburger Volkswagenwerks ab 1938. 1938/39 wurden bei der Neubildung der „Stadt des KdF-Wagens“ und des Volkswagenwerkes von der land- und forstwirtschaftlichen Fläche der Gemeinde Mörse 423 Hektar – 43 % der gesamten Fläche der Gemeinde – getrennt.

Am 1. Juli 1972 wurde Mörse aus dem Landkreis Gifhorn gemäß dem Wolfsburg-Gesetz in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Mörse liegt im Südwesten der niedersächsischen Stadt Wolfsburg an der Mühlenriede.

Nachbarstadtteile[Bearbeiten]

Mörse grenzt – von Norden aus im Uhrzeigersinn – an die Stadtteile Fallersleben, Westhagen, Detmerode, Hattorf und Ehmen.

Name[Bearbeiten]

Der Name Mörse bedeutet wahrscheinlich „Moor-Siedlung“ (Siedlung in einer sumpfigen Niederung). Der Vertreter einer entsprechenden Flora kennzeichnet den Zustand des Ortsgebietes zur Zeit der namengebenden Besiedlung.

Wappen[Bearbeiten]

Die Farben des Wappens erinnern an die jahrhundertelange geschichtliche Zugehörigkeit Mörses zu den welfischen Landen. Bevor Mörse 1428 endgültig zum Anteil der lüneburgischen Linie gelangte, hatte es in Bezug auf seine Zugehörigkeit mehrfach zwischen dem braunschweig-wolfenbüttelschen und dem lüneburgischen Anteil gewechselt. Dieser Umstand wird durch den gespaltenen Schildgrund im Wappen wiedergegeben. Er ist genau in den Feldfarben des braunschweig-lüneburgischen Doppelwappens gehalten, die Rot und Gold (Gelb) waren. (Es enthielt in der vorderen roten Hälfte zwei schreitende herschauende Löwen, in der hinteren einen blauen Löwen, umgeben von roten Herzen). Der Ortsrat Ehmen/Mörse nahm das Mörser Wappen am 12. Mai 1978 einstimmig an.

Politik[Bearbeiten]

Mörse bildet gemeinsam mit dem benachbarten Stadtteil Ehmen die Ortschaft Ehmen-Mörse, die durch einen Ortsrat vertreten wird.Ortsbürgermeister ist Peter Kassel (CDU), sein Stellvertreter Rüdiger Golz (PUG).

Bildung[Bearbeiten]

Grundschule Mörse
  • Grundschule Mörse (Ganztagsschule, zweizügig, Klassen 1-4)
  • DRK-Kindertagesstätte Mörse

Infrastruktur[Bearbeiten]

Mörse liegt direkt an der Bundesautobahn 39, die von Wolfsburg in Richtung A 2 führt. Die Heinrich-Deumeland-Straße führt durch Mörse nach Ehmen, die Salzwedeler Straße um Mörse herum nach Fallersleben.

Die Buslinien 204 (Mörse-Ehmen-Fallersleben-Hageberg-Wolfsburg Hauptbahnhof) und 208 (Ehmen-Kerksiek-Mörse-Westhagen-Stadtmitte-Gewerbegebiet Ost), die sich in Mörse treffen, sorgen für die Anbindung an das städtische Verkehrsnetz.

Verschiedene Läden, Geschäfte und Dienstleister stellen die Grundversorgung der Einwohner sicher.

Projekte[Bearbeiten]

Mörser Gutspark
  • Das größte Neubaugebiet Norddeutschlands, der Kerksiek, befindet sich in den Stadtteilen Ehmen und Mörse. Auf der rund 120 Hektar großen Fläche können bis zu 750 neue Häuser gebaut werden, so dass die Bevölkerung der Stadtteile erheblich steigen wird.
  • Der Bach Mühlenriede wurde an zwei Abschnitten renaturiert: südlich von Mörse und Ehmen auf 1300 Metern Länge („Mühlenriede I“, 2005) und südlich von Ehmen auf 400 Metern Länge („Mühlenriede II“, 2008)
  • Der Mörser Park wurde von 2011 bis 2012 erneuert. Es ist ein neuer Weg durch den Park im Zentrum von Mörse entstanden.
  • Die Mörser Grundschule wird seit Anfang 2011 zur Ganztagsschule umgebaut. Geplant ist auch eine Mensa.

Vereine[Bearbeiten]

  • Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Mörse
  • Freiwillige Feuerwehr Mörse
  • Deutsches Rotes Kreuz Mörse
  • Schützenverein Tell Mörse
  • Gemischter Chor Glück Auf Mörse e.V. von 1894
    • Abteilung Gemischter Chor Tendenz Positiv

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Heinrich Deumeland (* 8. April 1822 in Mörse † 16. Mai 1889 ebenda), niederdeutscher Autor

Kirchen[Bearbeiten]

St.-Petri-Kirche
  • Evangelisch-lutherische St.-Petri-Kirche: Die spätromanische St.-Petri-Kirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts. Der östliche Teil der Kirche wurde 1475 erneuert und erweitert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Geffers: Mörse – Chronik des Ortes Mörse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.

Weblinks[Bearbeiten]