Mücke (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mücke
Mücke (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mücke hervorgehoben
50.6166666666679.0333333333333280Koordinaten: 50° 37′ N, 9° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 86,24 km²
Einwohner: 9351 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35325
Vorwahlen: 06400, 06401 (Atzenhain), 06634 (Bernsfeld), 06645 (Höckersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Herrnhain 2
35325 Mücke
Webpräsenz: www.gemeinde-muecke.de
Bürgermeister: Matthias Weitzel
Lage der Gemeinde Mücke im Vogelsbergkreis
Antrifttal Alsfeld Grebenau Schlitz (Vogelsbergkreis) Kirtorf Homberg (Ohm) Mücke (Hessen) Gemünden (Felda) Romrod Schwalmtal (Hessen) Lauterbach (Hessen) Wartenberg (Hessen) Feldatal Lautertal (Vogelsberg) Ulrichstein Herbstein Schotten (Stadt) Grebenhain Freiensteinau Landkreis Marburg-Biedenkopf Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Wetteraukreis Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Mücke ist eine Gemeinde im Vogelsbergkreis in Hessen.

Der Ortsname stammt aus dem keltischen Sprachschatz. Es leitet sich von „much“ bzw. „mack“ ab, das so viel wie feucht und sumpfig bedeutet. Urkundlich wurde der Name Mücke, in Verbindung mit dieser Region, erstmals 1482 in einer Steuerliste der Pfarrei Merlau erwähnt. Vor der Gebietsreform von 1972 gab es keinen Ort mit der Ortsbezeichnung „Mücke“, jedoch eine Bahnstation Mücke an der Strecke Gießen-Fulda (Vogelsbergbahn) und eine postalische Ortsbezeichnung „Mücke“.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Mücke liegt in 200 bis 350 Meter Höhe im nordwestlichen Unteren Vogelsberg am Oberlauf der Ohm, eines Nebenflusses der Lahn, sowie dem südlichen Ohm-Nebenfluss Seenbach und dessen Nebenfluss Ilsbach. Der Ortsteil Atzenhain liegt an der nach Westen zur Lahn fließenden Lumda auf dem sogenannten Lumda-Plateau, das sich westlich anschließt und auf dem auch Bernsfeld liegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Mücke grenzt im Norden an die Stadt Homberg (Ohm), im Nordosten an die Gemeinde Gemünden, im Osten an die Gemeinde Feldatal und die Stadt Ulrichstein, im Süden an die Stadt Laubach (Landkreis Gießen), sowie im Westen an die Stadt Grünberg (Landkreis Gießen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mücke gibt es im heutigen Umfang seit dem 31. Dezember 1971 als Zusammenschluss von ursprünglich zwölf selbständigen Gemeinden. Sie bilden jetzt folgende Ortsteile:

Flensungen und Merlau bilden die Kerngemeinde Mücke. Für die Kerngemeinde wurde der Ortsbezirk Mücke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet. Im übrigen gibt es für jede der früheren Gemeinden eigene Ortsbezirke, deren Grenzen den seitherigen Gemarkungsgrenzen folgen.

Nieder-Ohmen ist mit 2.800 Einwohnern der mit Abstand größte Ortsteil. Eine Besonderheit stellt der Ortsteil Ilsdorf dar. Bis zur Gebietsreform lag ein Teil des heutigen Ortsteils Ilsdorf im Altkreis Alsfeld, während der andere Teil des Orts als Solms-Ilsdorf zum Landkreis Gießen gehörte. Grund war, dass Ilsdorf früher Teil der Provinz Oberhessen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt war, während sich Solms-Ilsdorf im Besitz der Grafen von Solms befand. Auch heute wird diese Teilung noch sichtbar, da der Ort nach wie vor über zwei Friedhöfe verfügt.

In dem heutigen Mücker Ortsteil Flensungen befindet sich der geographische Mittelpunkt Hessens.

Geschichte[Bearbeiten]

Im September 1583 schlossen Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel und der neue Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg in Merlau den Merlauer Vertrag. Darin einigten sie sich über schon lange schwelende Grenzkonflikte zwischen Kurmainz und der Landgrafschaft, wobei fast alle noch verbliebenen Mainzer Besitzungen in Nordhessen endgültig an die Landgrafschaft fielen, dafür jedoch Hessen-Kassel seine Ansprüche im Eichsfeld aufgab.[2]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen erfolgte am 1. September 1970 der Zusammenschluss der Gemeinden Flensungen und Merlau mit Kirschgarten zur Gemeinde Mücke. Am 1. Oktober 1971 wurden die Gemeinden Höckersdorf, Ruppertenrod und Sellnrod mit Schmitten eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Atzenhain, Bernsfeld, Groß-Eichen, Ilsdorf und Wettsaasen sowie der Zusammenschluss mit den Gemeinden Nieder-Ohmen und Ober-Ohmen zur neuen Gemeinde Mücke.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [4]

Gemeindewahl in Mücke 2011
Wahlbeteiligung 50,6 %
 %
40
30
20
10
0
37,6 %
27,0 %
22,0 %
13,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,0 %p
-2,6 %p
± 0,0 %p
+5,6 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,6 12 40,6 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,0 8 29,6 11
FWG Freie Wählergemeinschaft 22,0 7 22,0 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,4 4 7,8 3
gesamt 100 31 100 37
Wahlbeteiligung in % 50,6 48,2

Eine politische Besonderheit ist das „Jugendparlament Mücke“, das sich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einsetzt. Seine 35 Mitglieder im Alter zwischen 14 und 21 Jahren werden alle zwei Jahre gewählt. Das Jugendparlament hat Rede- und Antragsrecht im Jugend-, Sport- und Kulturausschuss der Gemeindevertretung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Infrastruktur und Freizeit[Bearbeiten]

Windhainer See in Nieder-Ohmen

Die Gemeinde Mücke verfügt durch die Autobahnanschlussstelle Homberg (Ohm) (zur A 5) und die durch das Gemeindegebiet verlaufende Bundesstraße 49 über eine sehr gute Verkehrsanbindung. An der Autobahnanschlussstelle wurde daher vor wenigen Jahren das Industriegebiet „Am Gottesrain“ inklusive eines Autohofes angesiedelt. In den Ortsteilen Merlau und Nieder-Ohmen befinden sich Haltepunkte der Vogelsbergbahn.

Die Gemeinde verfügt über ein Hallenbad mit angeschlossener Sauna, das jedoch zum ersten Juli 2007 vorerst geschlossen wurde. Nach einem umfangreichen Umbau wurde das Bad von der Bürgergenossenschaft Hallenbad Mücke am 1. Mai 2010 unter dem Namen "aquariohm" wieder geöffnet.

Großer Holzwiesenteich

Des Weiteren gibt es sieben Kindergärten, zwei Grundschulen und eine Gesamtschule ohne Oberstufe im Ortsteil Nieder-Ohmen und eine Sozialstation mit ausgebildetem Fachpersonal.

In allen Ortsteilen befinden sich Dorfgemeinschaftshäuser, die für alle Arten von Veranstaltungen genutzt werden können. Außerdem gibt es ein sehr facettenreiches Vereinsangebot, wo jeder etwas passendes finden kann.

Einkaufsmöglichkeiten sind durch zahlreiche Supermärkte und Einzelgeschäfte in den einzelnen Ortsteilen gewährleistet. An besonderen Freizeiteinrichtungen gibt es den Ortsverein Mücke des Deutschen Roten Kreuzes mit Räumlichkeiten in Ruppertenrod und Merlau, die christliche Seminar- und Tagungsstätte Flensunger Hof. Auf dem Kratzberg in der Gemarkung Nieder-Ohmen betreibt die Luftsportgruppe Mücke e. V. einen Modellflugplatz und im Ortsteil Atzenhain gibt es den Reit- und Fahrverein Mücke e. V. mit Reithalle und Reitplatz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mücke (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Friedrich P. Kahlenberg, „Konsolidierung und Arrondierung des Territorialstaates in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Merlauer Vertrag von 1582 zwischen Hessen und Mainz,“ in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 14, 1964, ISBN 3-921254-14-0
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 346.
  4. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Mücke, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  5. Technische Mechanik Band 3/Dynamik, S. 190, Prof. P. Hagedorn, TU Darmstadt, Harri Deutsch Verlag, 3. Auflage 2006