Mügelner Netz

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Karte des Mügelner Netzes

Als Mügelner Netz (750 mm Spurweite) sind die sächsischen Schmalspurbahnen zwischen Oschatz, Döbeln, Neichen, Strehla und Lommatzsch bekannt geworden, welche ihren betrieblichen Mittelpunkt in Mügeln hatten. Die Strecken wurden vor allem zur Erschließung des landwirtschaftlich geprägten mittelsächsischen Hügellandes erbaut. Der Bahnhof Mügeln war einst einer der größten Schmalspurbahnhöfe Europas.

Strecken[Bearbeiten]

99 1564 + 99 1562 Einfahrt in Oschatz 29. September 1984
99 1586 Altmügeln 29. September 1984
199 031 Oschatz 4.Juni 2010
Bahnhof Mügeln 2011
relativ guterhaltener Wagenkasten eines zweiachsigen Zugführerwagens im Bahnhof Mügeln 2013

Geschichte[Bearbeiten]

Am 7. Januar 1885 wurde als erster Abschnitt die Strecke zwischen Mügeln und Oschatz eröffnet. 1920 erfolgte die Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn.

Die Erhaltung der Strecke Kemmlitz–Mügeln–Oschatz ab 1975 ist hauptsächlich dem Transportgut Kaolin zu verdanken.

Die Deutsche Reichsbahn übergab die noch erhaltenen Streckenabschnitte im November 1993 an die neu gegründete private Bahngesellschaft Döllnitzbahn. Diese war 1993 auf Initiative des Landkreises Torgau-Oschatz und des Fahrgastverbandes Pro Bahn gegründet worden. Hauptziel der Gesellschaft war zunächst der Erhalt des noch vorhandenen Güterverkehrs von der Kaolingrube in Kemmlitz. Dafür wurden von der Mansfelder Bergwerksbahn gebrauchte Schmalspurgüterwagen beschafft und in Oschatz entstand eine neue Umladeanlage zur Normalspur. Mit ebenso gebraucht erworbenen Diesellokomotiven der PKP und ex ÖBB 2091 gelang es, den Güterverkehr vorerst zu erhalten. Trotzdem verringerten sich die Transporte allmählich, so dass der Güterverkehr 2001 dann doch eingestellt werden musste. Damit war die Döllnitzbahn die letzte Schmalspurbahn mit öffentlichem Güterverkehr in Sachsen. Heute verkehren nur noch Schülerzüge und dampfbespannte Sonderzüge.

Förderverein Wilder Robert[Bearbeiten]

Der Förderverein gründete sich 1994 mit den Ziel, die historischen Anlagen und Fahrzeuge des „Wilden Robert“ zu erhalten. Am Anfang bestand das Tätigkeitsfeld des Vereins im Durchführen von Sonderfahrten mit vorhandenem, betriebsfähigem Fahrzeugmaterial unter anderem mit den Dampflokomotiven (IV K) 99 561, 99 574 und 99 584.

Nach und nach begannen Mitglieder des Vereins, mit Hilfe von ABM und ortsansässigen Firmen, mit der Sanierung von markanten Gebäuden entlang der Schmalspurbahn. So wurden der Güterboden Mügeln, das Sanitätsgebäude, Stellwerk I und das Bahnmeistereigebäude saniert. In Oschatz wurde im Jahr 2009 weiter an der Sanierung des dortigen Heizhauses gearbeitet. Die größte Leistung des Fördervereins „Wilder Robert“ war der Wiederaufbau der Strecke Nebitzschen–Glossen mit Hilfe der Gemeinde Sornzig-Ablaß.

Auch im Fahrzeugsektor ist einiges erreicht worden, so wurde die Hauptuntersuchung an der IV K 99 561 (2001-2003) und 99 574 (2006-2007) durchgeführt. Auch Wagen wurden aufgearbeitet; so konnte im Jahr 2001 der Traglastenwagen 970-277 fertiggestellt werden. Es folgten der Güterwagen GGw 97-15-02, Klappdeckelwagen KKw 97-27-18 und Packwagen KD4 974-309. Für weitere Fahrzeuge ist die Aufarbeitung geplant.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav W. Ledig, Johann Ferdinand Ulbricht: Die schmalspurigen Staatseisenbahnen im Königreiche Sachsen. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Engelmann, Leipzig 1895 (Reprint: Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1988, ISBN 3-7463-0070-3).
  • Ludger Kenning: Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff. Kenning, Nordhorn 2000, ISBN 3-933613-29-9 (Nebenbahndokumentation 69).
  • Erich Preuß, Reiner Preuß: Schmalspurbahnen in Sachsen. transpress Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-613-71079-X.
  • Hartmut Stange: Schmalspurbahn Oschatz-Kemmlitz und ihre Entstehungsgeschichte. In: Der Modelleisenbahner Heft 8, 1980, ISSN 0026-7422, S. 222–224.

Weblinks[Bearbeiten]