Müggelturm

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Müggelturm
Müggelturm
Der aktuelle Turm mit dem verfallenden Restaurant;
Zustand 2007
Basisdaten
Ort: Berlin-Köpenick
Eröffnung: 1961
Status: Baudenkmal
Architekten: Studentenkollektiv der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Aussichtsturm
Wohnungen: 1
Bauherr: Ost-Berliner Magistrat
Technische Daten
Höhe: 29,61 m
Etagen: 9
Aufzüge: keiner
Baustoff: Beton, Stahl
Konstruktion: Skelettbau
Anschrift
Anschrift: Straße zum Müggelturm
Postleitzahl: 12559
Stadt: Berlin

Der Müggelturm ist ein bekanntes Ausflugsziel im Südosten Berlins in Köpenick. Er steht südlich des Müggelsees in den Müggelbergen auf dem Kleinen Müggelberg in einer Höhe von 88,3 m ü. NHN. Wenn vom Müggelturm gesprochen wird, ist in der Regel der dort 1961 errichtete Turm gemeint. Es gab aber zuvor einen anderen hölzernen Turm, der im Jahr 1958 abgebrannt ist.

Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Das Müggelturm-Areal kann von der ehemaligen Ausflugsgaststätte Marienlust im Süden an der Dahme über einen Weg mit anschließender Treppe und vom Teufelssee im Nordosten über eine zweite Treppe erreicht werden. Vom Müggelheimer Damm führt die Straße zum Müggelturm zum Turm hinauf, die für den individuellen Autoverkehr nur bis zu einem Parkplatz ein paar hundert Meter vor dem Plateau zugelassen ist.

Der alte Müggelturm[Bearbeiten]

Der historische Turm um 1900

Carl Spindler, der Eigentümer der Köpenicker Wäscherei und Färberei W. Spindler, nach der Spindlersfeld seinen Namen hat, ließ um 1880 auf dem kleinen Müggelberg einen 10 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm errichten, der als Spindlerturm bezeichnet wurde. Wegen der geringen Größe konnten Besucher nicht in die Ferne schauen und es kamen nur wenige Interessenten. 1889 ließ Spindler den Turm von dem deutschen Architekten Max Jacob für 40.000 Mark im chinesischen Pagodenstil erweitern. Der Turm mit einer Höhe von 27 Metern wurde am 6. April 1890 (Ostersonntag) eröffnet. Der quadratische Grundriss mit konischer Form hatte am Boden Abmessungen von 5 × 5 Metern, oberhalb des Restaurants war er 4,20 Meter breit und an der Aussichtsplattform noch 2,80 Meter. Er bestand wie der Spindlerturm ebenfalls aus Holz und war mit Schindeln bedeckt. Der erster Gastwirt war Carl Streichhahn. Der vergrößerte Turm mit seinem Restaurant entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel. Von der Aussichtsplattform hatten die Besucher einen Panoramablick bis zu 50 km Entfernung über die Wald- und Seenlandschaft der Region bis hin zur Stadtsilhouette von Berlin. Bereits im Eröffnungsjahr 1890 wurden ca. 52.000 Besucher gezählt.

Noch ohne Turm bot sich Theodor Fontane um 1880 von der Höhe der Müggelberge folgendes Bild:

Auf Quadratmeilen hin nur Wasser und Wald. Nichts, was an die Hand der Kultur erinnerte. Nicht Weg, nicht Steg und keine andere Fahrstraße sichtbar, als das verwirrende Flußnetz, das sich durch die scheinbar endlosen Forstreviere zieht. Kein Hüttenrauch steigt auf, keine Herde weidet an den Ufern entlang, und nur eine Fischmöwe schwebt satt und langsam über dem Müggelsee.

Im Jahr 1924 erwarb der Baumeister Walter Wichelhaus den Turm und nahm in den folgenden Jahren bauliche Veränderungen auf dem Kleinen Müggelberg vor. Er ließ einige Gebäude errichten, die ein neues Restaurant, eine Küche und eine Wohnung für seine Familie beinhalteten. Bei den Ausschachtungsarbeiten für die neuen Nebengebäude stießen die Arbeiter auf vorgeschichtliche Funde, die 1926 auf einer neuen Terrassenanlage mit angrenzendem Saal mit dem Titel Geschichte des Müggellandes und der Müggelberge öffentlich präsentiert wurden. Die Sammlung, in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Museum geordnet, zeigte den Besuchern allgemein etwas über die Kultur der Menschen der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie über die Sprewanen, einem wendischen Stamm, der in der Dahme-Spree-Gegend lebte. Ein bekanntes Exponat der Ausstellung war ein Backenzahn eines Mammuts. Ein weiterer Teil der Ausstellung bewies, dass früher auf dem Kleinen Müggelberg eine große Halle stand, die wahrscheinlich den Sprewanen als Kultstätte diente.

Im Jahr 1928 ließ Wichelhaus die beiden Treppen zum Kleinen Müggelberg hinauf anlegen. Die nordöstliche Treppe vom Teufelssee zählt 111  Stufen, die südliche 374 Stufen. Beide Treppen wurden 1953 erneuert.

Die Ausstellungsstücke des Museums wurden 1942 wegen der Kriegsereignisse in die Gaststätte Schmetterlingshorst ausgelagert. Dort waren sie zusammen mit der weltberühmten Faltersammlung des Gaststättenbesitzers Bittner zu betrachten. Beide Sammlungen gingen in den folgenden Kriegsjahren bei einem Bombenangriff verloren.

Im Jahr 1945, als sich die sowjetische Armee Berlin näherte, wurde der Turm zum militärischen Objekt erklärt und diente als Funkturm zum Zwecke der Nachrichtenübermittlung sowie für die Artillerie als Beobachtungsposten. Wie auch die benachbarte Bismarckwarte auf dem großen Müggelberg sollte der Müggelturm im April 1945 von deutschen Truppen vor der Ankunft der anrückenden Sowjetarmee gesprengt werden. Der Turm-Gastwirt Walter Wichelhaus verhinderte die Sprengung, indem er die Leitungsdrähte der Sprengladung zerschnitt.

Nach dem Krieg wurde wieder eine Gaststätte für Besucher eingerichtet und 1953 übernahm die HO Köpenick den Betrieb des Müggelturmareals. Im Januar 1957 wurde der Müggelturm wegen Baufälligkeit gesperrt und im Februar 1957 beschloss der Berliner Magistrat, dem Turm durch ein neues Fundament und den Einbau einer Stahlfachwerkkonstruktion neue Stabilität zu verleihen. Im Rahmen der Arbeiten sollte auch das Restaurant erweitert werden. Am Nachmittag des 19. Mai 1958 brannte der Turm durch ein Feuer vollständig ab, das vermutlich durch Schweißarbeiten während der Renovierungsarbeiten ausgelöst worden war.[1] Somit musste ein völlig neuer Turm an dieser Stelle geplant werden.

Der 1960/1961 neu gebaute Müggelturm[Bearbeiten]

Ansicht des Turms

Noch im gleichen Jahr initiierte die Berliner Zeitung einen Architekturwettbewerb für einen Neubau, bei dem 32 Entwürfe eingingen. Die Entwürfe wurden im August 1958 im Köpenicker Rathaus und einen Monat später im BZ-Pavillon am Bahnhof Friedrichstraße für die Berliner Bevölkerung ausgestellt. Die Meinungen der Besucher zu den Entwürfen, die diese in ein ausliegendes Buch schreiben konnten, bestätigten die Auswahl des Wettbewerbskomitees. Der Entwurf eines Studentenkollektivs der Kunsthochschule Berlin-Weißensee unter Regie von Jörg Streitparth, Siegfried Wagner und Klaus Weißhaupt ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und wurde in einer überarbeiteten Fassung gebaut. Ursprünglich sollte der Turm einen ovalen Grundriss haben, dies wurde aber aus ökonomischen Gründen auf die heutige rechteckige Form geändert.

Am 6. Oktober 1959 erfolgte die Grundsteinlegung, am 20. August 1960 das Richtfest. Die Eröffnung fand am 31. Dezember 1961 in der Silvesternacht statt. Die Realisierung des neuen Müggelturms wurde durch das Engagement und die Spendenbereitschaft der Bevölkerung erheblich unterstützt. Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes spendete die Bevölkerung 130.000 Mark und leistete 3.700 freiwillige Arbeitsstunden.

Der 29,61 Meter hohe, in Stahlbetonskelettbauweise errichtete Turm hat neun Geschosse mit Panoramafenstern und einer Plattform, die über eine Treppe mit 126 Stufen erreichbar ist. Der Gastronomiebereich beinhaltet ein Restaurant, eine Weinstube und Sonnenterrassen. Auch der neue Turm war ein Anziehungspunkt für die Berliner. Jährlich kamen durchschnittlich 240.000 Besucher. Besonders zu Feiertagen wie Pfingsten herrschte dichtes Gedränge im Turm und im Gastronomiebereich.

Der Architekturentwurf des Turmes mit seinen Nebengebäuden orientiert sich an der Formensprache der Moderne und negiert damit bewusst die eklektizistische Haltung seines Vorgängerbaus. Der Müggelturm mit seinen angrenzenden Gebäuden stellt ein sehr frühes Beispiel moderner Architektur in der bis dahin stark vom Stil des sozialistischen Klassizismus geprägten Nachkriegsarchitektur in der DDR dar.

In einem Blumenfenster des Gastraums befindet sich der historisch für die preußische und Berliner Geodäsie wichtige Trigonometrische Punkt 1. Ordnung Müggelberg, markiert auf einem Stein. Er ist der Fundamentalpunkt des Soldner-Koordinatensystems 18 des Preußischen Liegenschaftskatasters seitdem Basis der großmaßstäbigen Berliner Landeskartenwerke. Der Punkt ist definiert in seinem Ursprung mit einem fiktiven Rechtswert von 40.000,00 m und einem Hochwert von 10.000,00 m, damit im Gebrauchsgebiet keine negativen Koordinatenwerte auftreten. Der Stein erinnert auch an den in Müggelheim geborenen Johann Jacob Baeyer (1794–1885). Baeyer gilt als Begründer der einheitlichen europäischen Gradmessung. Er nutzte den Höhenzug der Müggelberge neben Vermessungen der Stadt Berlin auch für Höhenmessungen der näheren Umgebung: unter anderem bestimmte er die Höhe der Köpenicker St.-Laurentius-Stadtkirche und der Gosener Berge. Da der Stein sowie seine spezielle Lage als amtlicher Vermessungspunkt geschützt ist, darf er bei Umbauarbeiten nicht ohne Zustimmung der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bewegt werden.

Der verfallende Gastronomiebereich mit der ehemaligen Sonnenterrasse

Mangelnde Wartung führte in den 1990er Jahren zu dringendem Sanierungsbedarf. 1996 wurde zwar der Turm mit EU-Fördermitteln (Programm Gemeinschaftsausgaben) für eine Million DM grundlegend instand gesetzt, aber der Gastronomiebereich bleibt durch Feuchtigkeitseinbruch dringend sanierungsbedürftig. Der Zustand des Turms hat sich seit der Sanierung wieder verschlechtert, so dass sich beim Aufstieg zur Aussichtsplattform im Treppenhaus kleinere Pfützen bilden. Auch die einst installierten Münzfernrohre sind auf der Aussichtsetage nicht mehr vorhanden. Der Turm ist während der Öffnungszeiten des Kiosks zwischen 10 und 17 Uhr im Winter bzw. zwischen 10 und 18 Uhr im Sommer geöffnet.

Werdegang seit 1990 und Nutzungskonzepte[Bearbeiten]

Erster Privatisierungsversuch fehlgeschlagen[Bearbeiten]

1991 verkaufte die Treuhandanstalt das Gelände an die bcb GmbH, danach wurden verschiedene Nutzungskonzepte vorgeschlagen. Die Müggelturm-Tourismus & Service GmbH hatte 1994 ein Konzept vorgelegt, das wegen damals ungeklärter Eigentumsverhältnisse keinen Anklang bei Investoren fand.[2] Im Jahr 1995 erwarb das Land Berlin das Gelände.[3] Die Verwaltung befand sich bis 2001 in der Hand es Bezirks Köpenick, seitdem kümmert sich der landeseigene Liegenschaftsfonds Berlin um die Immobilie. Seit Mai 1995 steht der 1959 entstandene Gebäudekomplex aus Müggelturm und Gastronomiebereich unter Denkmalschutz.[4] Das Berliner Landesdenkmalamt schrieb dazu: „Der Müggelturm ist eine populäre und weithin sichtbare Landmarke in den Müggelbergen. Er ist ein bekannter Akzent in einem unverwechselbaren Berliner Landschaftsbild.“

Zweiter Privatisierungsversuch zur Umnutzung als Hotel[Bearbeiten]

Ein 1996 vom langjährigen Müggelturmpächter Wolfgang Gerber und dem Köpenicker Architekten Ulrich Peickert vorgeschlagener Entwurf, der ein Hotel beinhaltete, fand keine Akzeptanz, da er dem Flächennutzungsplan widersprach. Obwohl daraufhin im Jahr 2000 der Flächennutzungsplan geändert wurde, kam es nicht zu einer Einigung mit den Investoren. Den Vorschlag aus dem Jahr 2002 eines Berliner Finanzkaufmann, für 25 Millionen Euro eine Burganlage mit Hotel mit dem Turm im Mittelpunkt zu errichten, lehnte der Berliner Senat ab, da er zu „massiv“ war.

Eine erste Ausschreibung des Liegenschaftsfonds Berlin lief von März bis Juni 2003, brachte jedoch keine tragfähigen Angebote von Investoren.[5] Im Vorfeld der 2003er Ausschreibung beteiligten sich 25 angehende Architekten der BTU Cottbus im Rahmen ihrer Diplomarbeiten mit Entwürfen, die die Investoren als Inspiration nutzen konnten. Als Konsequenz aus der gescheiterten Ausschreibung wurden die Bedingungen modifiziert und damit investorenfreundlicher gestaltet, da „die vom Land Berlin erwarteten Planungsanforderungen und die Vorgaben zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Vermarktung erheblich erschweren“ würden. Unter anderem wäre es damit möglich, den Gastronomiebereich abreißen und neu bauen zu lassen. Eine zweite Ausschreibung startete im März 2004,[6] welche eigentlich nur bis August 2004 laufen sollte, aber aufgrund fehlender Teilnahme bis Ende 2004 verlängert wurde.

Aus dieser zweiten Ausschreibung erhielt im Januar 2005 die PM Gewerbe- und Verwaltungs GmbH vom Steuerausschuss des Liegenschaftsfonds Berlin den Zuschlag für ihr Angebot zum Müggelturm-Areal. Die Pläne sahen ein Hotel mit 100 Betten, ein Restaurant, einen Biergarten, drei Kegelbahnen sowie eine Sommertheater-Bühne auf dem 6.143 Quadratmeter großen Areal vor. Die Baukosten wurden auf 10 bis 11 Millionen Euro geschätzt. Zuvor hätte allerdings noch die komplette Wasser-, Strom- und Gasversorgung überprüft und erneuert werden müssen – die Mittel dafür wären von der EU bereitgestellt worden. An den Plänen waren auch wieder der Müggelturmpächter Wolfgang Gerber und der Köpenicker Architekt Ulrich Peickert beteiligt.

Am 29. Dezember 2005 erklärte der Chef des Berliner Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann, dass die PM Gewerbe- und Verwaltungs GmbH kein Interesse mehr an dem Grundstück habe und die bis 31. Dezember 2005 bestehende Kaufoption nicht wahrnehmen werde.

Dritter Privatisierungsversuch wieder fehlgeschlagen[Bearbeiten]

Im Dezember 2007 erwarb der Krefelder Investor und Disko-Betreiber Marc Förste das Grundstück für 25.000 Euro.[7] Der Kaufvertrag war an die Bedingung geknüpft, dass Förste binnen drei Jahren einen Bauantrag vorlegt, ansonsten fiele das Grundstück zurück an das Land Berlin. Die von Marc Förste Ende 2010 eingereichten Unterlagen erwiesen sich jedoch als unvollständig und waren nicht genehmigungsfähig.[8] Außerdem hätten Sanierungsarbeiten zum Erhalt des Gebäudekomplexes begonnen werden müssen. Am 23. Juni 2011 empfahl die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick dem Bezirk einstimmig die Rückabwicklung des bisherigen Kaufvertrags und eine Neuvergabe des Müggelturmareals.[9] Bei einem Treffen zwischen Investor und Liegenschaftsfonds legte dieser jedoch einen neuen Bauantrag vor und bekräftigte, an dem Bauvorhaben festhalten zu wollen. Der Liegenschaftsfonds sagte daraufhin zu, auf die Rückabwicklung des Grundstücks vorerst verzichten zu wollen.[10] Ein bearbeitungsfähiger Bauantrag kam jedoch nicht zustande. Deshalb erklärte Ende Oktober 2011 der Liegenschaftsfonds Berlin formell den Rücktritt vom Kaufvertrag mit Marc Förste.[11] Zudem veröffentlichte die Presse bei der 50-Jahr-Feier des Turmes am 25. September 2011, dass ein neuer Investor Interesse an dem Gelände zeige.[12] Am 28. Januar 2012 wurde schließlich veröffentlicht, dass der Köpenicker Immobilien- und Projektentwickler Matthias Große einen Kaufvertrag mit dem Liegenschaftsfonds unterzeichnet habe – unter dem Vorbehalt der Rückabwicklung des mit Marc Förste geschlossenen Vertrages.[13] Zu diesem Zweck hat der Liegenschaftsfonds Berlin mittlerweile Klage eingereicht. Marc Förste erklärt hingegen, Grund für die Verzögerungen seien die strengen Auflagen der Stadt sowie das Mitspracherecht verschiedener Interessengruppen.

Im Jahr 2014 beginnt der Versuch einer Wiederbelebung als Aussichts- und Veranstaltungsort[Bearbeiten]

Anfang Februar 2014 konnte die Akte Förste geschlossen werden. Wie der Liegenschaftsfonds bekannt gab, hatte Förste nach einem verlorenen Prozess die von ihm eingetragene Grundschuld löschen lassen, wodurch das Land Berlin wieder Eigentümer wurde. Damit war der Weg frei für den bereits 2012 mit Matthias Große, Lebenspartner der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, unterzeichneten Vorvertrag. Er ist seit Mai 2014 der bestätigte Eigentümer der Immobilie.[14]

Der neue Investor, der schon einige Bauaktivitäten in Berlin erfolgreich durchgeführt hat, präsentierte bei einer Party am 1. Mai mit kostenlosem Zugang zum Gelände seine Pläne. Das Hauptziel formulierte er so: „Es ist höchste Zeit, dass etwas geschieht, ehe alles zusammenfällt. [...] Wir sind im Gespräch mit Firmen, die bei der Sanierung der acht Etagen <des Turmes> helfen und dafür dort werben dürfen.“ Mit mehreren Millionen Euro sollen neben der Turmrenovierung ein deutsch-italienisches Restaurant, ein Imbiss mit Currywurst- und Broilerverkauf, eine Sonnenterrasse mit Pool sowie Räume für großere Feste entstehen. Große plant auch regelmäßige Kulturveranstaltungen auf dem Müggelturmgelände. Termine werden jeweils kurzfristig bekannt gegeben.[15]

Ende Juli 2014 fand auf dem Müggelturm-Gelände ein Benefiz-Konzert der Gruppe Bell, Book & Candle statt, dessen Erlös komplett der Sanierung des Köpenicker Wahrzeichens zugute kommen soll.[16]

360°-Panoramabild vom Müggelturm – Blick über Müggelsee, Müggelberge und Langer See (v. l. n. r.)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Müggelturm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Müggelturm durch Feuer zerstört. In: Berlinische Monatsschrift 3/2001 beim Luisenstädtischen Bildungsverein
  2. Baugeschichte nach 1900 koepenick.net, abgerufen am 27. Mai 2012
  3. Areal am Müggelturm verfällt weiter. In: Berliner Zeitung, 27. Mai 2010.
  4. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  5. Neuer Anlauf zu Sanierung: Verein will Müggelturm retten. welt.de, aufgerufen am 27.Mai 2012
  6. Neue Verhandlungen um den Müggelturm. welt.de, abgerufen am 27. Mai 2012
  7. Müggelturm-Inhaber droht mit Klage. tagesspiegel.de, abgerufen am 27. Mai 2012
  8.  Petra Zoepf: Bauantrag für Müggelturm-Areal. Wesentliche Unterlagen fehlen – Baustart ungewiss. In: Müggelheimer Bote. Nr. 2/2011, Berlin 2011 (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  9. BVV Treptow-Köpenick: Drucksache – VI/1855: Eine Zukunft für den Müggelturm ermöglichen. (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  10.  Barbara Staacke: Neue Aussichten für Müggelturm – Investor reichte erneut Bauantrag ein/Kaufvertrag soll nicht rückabgewickelt werden. In: Neues Deutschland. 8. Juli 2011, ISSN 0323-3375 (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  11.  Wolfgang Weiß: Wende am Müggelturm – Liegenschaftsfonds entscheidet: Neuausschreibung oder Direktvergabe. In: Neues Deutschland. 26. Oktober 2011, ISSN 0323-3375 (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  12.  Sandra Dassler: Feier am Müggelturm: Ein neuer Investor ist gefunden. In: Der Tagesspiegel. Berlin 25. September 2011 (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  13.  Ronald Gorny: Sensationelle Wende. Pechstein-Freund will Müggelturm retten. In: Berliner Kurier. 28. Januar 2012 (online, abgerufen am 20. Februar 2012).
  14. Müggelturm: Neustart jetzt möglich. In: Berliner Zeitung vom 8./9. Februar 2014, Seite 19.
  15. Karin Schmidl: Hinauf am 1. Mai! In: Berliner Zeitung, 30. April/1. Mai 2014.
  16. Benefiz am Müggelturm. In: Berliner Zeitung vom 26./27. Juli 2014, Seite 24.
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Dieser Artikel wurde am 2. Januar 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

52.41722222222213.625Koordinaten: 52° 25′ 2″ N, 13° 37′ 30″ O