Müglitz (Fluss)

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Müglitz
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Die Müglitz in Dohna

Die Müglitz in Dohna

Daten
Gewässerkennzahl DE: 53718
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Quelle im Osterzgebirge an der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien
50° 43′ 38″ N, 13° 49′ 1″ O50.727148413.8168802749
Quellhöhe 749 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in Heidenau in die Elbe50.977313.8823113Koordinaten: 50° 58′ 38″ N, 13° 52′ 56″ O
50° 58′ 38″ N, 13° 52′ 56″ O50.977313.8823113
Mündungshöhe 113 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 636 m
Länge 49 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 209 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Dohna[1]
AEo: 199 km²
Lage: 4,3 km oberhalb der Mündung
NNQ (05.11.1911)
MNQ 1912/2009
MQ 1912/2009
Mq 1912/2009
MHQ 1912/2009
HHQ (13.08.2002)
0 l/s
237 l/s
2,51 m³/s
12,6 l/s km²
41,1 m³/s
400 m³/s
Kleinstädte Altenberg, Glashütte, Dohna, Heidenau
Gemeinden Müglitztal
Blick vom Damm des Rückhaltebecken Müglitztal in das obere Müglitztal
Müglitztal nahe Weesenstein

Die Müglitz ist ein etwa 49 km langer, linker Nebenfluss der Elbe in Sachsen.

Verlauf[Bearbeiten]

Sie entsteht im Osterzgebirge an der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien bei dem abgerissenen böhmischen Dorf Müglitz (tschech. Mohelnice) aus zwei Quellbächen:

  • Die Weiße Müglitz (tschech. Mohelnice) entspringt in Grenznähe nahe dem ehemaligen Dorf Vorderzinnwald (tschech. Přední Cínovec) und bildet dann den Grenzbach zu Sachsen.
  • Der Schwarzbach (auch Schwarze Müglitz (tschech. Černý potok) bzw. Sörnitz oder Sernitz genannt) entspringt beim aufgelassenen Dorf Ebersdorf (tschech. Habartice) und durchfließt in seinem Mittellauf den nördlichen Teil der „Schwarzen (moorigen) Wiesen“. Der Name Sörnitz ist von slawisch Zornice (= Mühlbach) herzuleiten. Beim Unwetter vom 8. Juli 1927 wurde das Gewässer zum Wildbach, der den Boden aufriss, sein Bett veränderte und als hochgebirgsartige Mure talwärts floss. Von der Quelle im Haberfeldwald an bezeichnet der Bachlauf auf über 2 km Erstreckung die Staatsgrenze.

Ab dem deutschen Dorf Müglitz, das sich nur etwas unterhalb des Zusammenflusses von Weißer Müglitz und Schwarzbach befindet, verläuft die Müglitz ausschließlich auf sächsischem Gebiet. Sie fließt u. a. durch die Orte Lauenstein, Glashütte, Müglitztal und Dohna, bevor sie in Heidenau in die Elbe mündet.

Nebenflüsse der Müglitz[Bearbeiten]

linke Nebenflüsse
  • Grenzbach
  • Fürstenauer Bach
  • Rotwasser
  • Kleine Biela
  • Prießnitzbach
  • Zechenbach
  • Schlottwitzbach
  • Höllengrundbach
  • Maxener Bach
  • Spargrundbach
rechte Nebenflüsse
  • Fürstenwalder Bach
  • Kleiner Kohlbach
  • Großer Kohlbach
  • Trebnitzbach
  • Seitenhainer Bach

Ehemalige Mühlen[Bearbeiten]

Viele Mühlen existieren nicht mehr, einige sind umgebaut und dienen anderen Zwecken [2].

  • Mühlen in Voitsdorf (Fojtovice), Ebersdorf (Habartice) und Böhmisch-Müglitz (Mohelnice) in Böhmen
  • Hartmannmühle Müglitz (Fürstenau)
  • Kratzhammer (am unteren Ortsende von Fürstenwalde)
  • Mühle Lauenstein
  • Zippenmühle Lauenstein, siehe [3]
  • Silbermühle (Huthaus) Bärenstein
  • Böttrich-Mühle Bärenstein
  • Schlossmühle Bärenstein
  • Getreidemühle Bärenhecke (Technisches Denkmal)
  • Obere Büttnermühle
  • Schüllermühle
  • Hammergut Gleisberg (Eisenhammer Gleisberg)
  • Obere Mühle Glashütte (Holzwarenfabrik)
  • Paustmühle oder Büttnermühle Glashütte (1766-1911)
  • Mittelmühle (Freitag-Mühle) Glashütte (urspr. Pochmühle, dann Getreidemühle, Lohmühle und Ölmühle)
  • Niedermühle Glashütte (Fabrikmühle, auch Vogelmühle)
  • Brückenmühle Glashütte (später Holzschleiferei und Pappenfabrik)
  • Pochwerk Huthaus St. Erasmus Glashütte
  • Krugmühle bei Oberschlottwitz
  • Herrenmühle Oberschlottwitz
  • Elisabethmühle Oberschlottwitz
  • Friedensmühle Schlottwitz (1991 abgerissen)
  • Neumannmühle Schlottwitz
  • Graf´s Pappen-Mühle - Sägewerk Schlottwitz
  • Orgusmühle Niederschlottwitz
  • Mühlbach-Mühle in Mühlbach
  • Peschelmühle (auch Püschelmühle) bei Burkhardswalde (später Zellstoffwerk)
  • Jonasmühle Burkhardswalde
  • Schlossmühle Weesenstein
  • Schlossmühle Dohna
  • Erlichtmühle Dohna
  • Mühle Heidenau (Mehlmahlmühle, Sägemühle und Ölmühle, heute Hotel Mühlenhof)
  • Drogenmühle (auch Mittelmühle) Heidenau (am Obergraben)

Ehemalige Mühlen am Rotwasser (linker Nebenbach der Müglitz)

  • Sandermühle Geising
  • Hammergut Geising
  • Hartmannmühle
  • Dietzmühle
  • Kämpfermühle

Ehemalige Mühlen an der Prießnitz (linker Nebenbach der Müglitz)

  • Holzmühle Glashütte
  • Ratsmühle Glashütte

Hochwasser[Bearbeiten]

Hochwasser der Müglitz 1927 in Glashütte
Hochwasser der Müglitz 2002 in Schlottwitz

Die Müglitz, normalerweise ein ruhiges Flüsschen, kann bei entsprechender Wetterlage, insbesondere Vb-Wetterlagen, zu einem reißenden Strom werden. Aufzeichnungen zufolge ereigneten sich in dem Tal zwischen 1609 und 2002 achtzehn schwere Hochwasserkatastrophen, so die Fluten von 1897, das Hochwasser von 1927, das Hochwasser von 1957 und das Augusthochwasser 2002. Zum Hochwasserschutz wurde oberhalb von Lauenstein das Rückhaltebecken Müglitztal errichtet.

Verkehrliche Erschließung[Bearbeiten]

Die aufblühende Holz- und Papierindustrie sowie die Glashütter Uhrenfertigung und daran gekoppelte feinmechanische Betriebe forderten Mitte des 19. Jahrhunderts eine bessere Verkehrsanbindung an das Elbtal und an Dresden. Zwischen 1846 und 1864 wurde das Tal deshalb durch eine Talstraße erschlossen. Die Straße ist heute im Abschnitt Heidenau–Lauenstein(–Altenberg) als Staatsstraße S 178 klassifiziert und eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen dem oberen Elbtal und dem Osterzgebirge. Eine durchgängige Befahrbahrkeit des Tales ist oberhalb von Lauenstein durch den Bau des Rückhaltebecken Müglitztal nicht mehr gegeben.

1890 wurde die Müglitztalbahn errichtet, die dem Fluss bis Lauenstein folgt.

Tourismus[Bearbeiten]

Das Müglitztal ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Bereits der sächsische König Johann rühmte es im 19. Jahrhundert als „das schönste Tal Sachsens“. Baulich sehenswert sind u. a. der Ortskern von Dohna sowie Schloss Weesenstein und Schloss Lauenstein.

In den 1990er-Jahren entwickelte sich das Müglitztal zu einem Klettergebiet mit über 200 Routen. Schon zuvor wurde das Müglitztal als Trainingsgebiet zum Klettern genutzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • [4]
  • Um Altenberg, Geising und Lauenstein. (Werte der deutschen Heimat. Band 7). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1964.
  • Zwischen Müglitz und Weißeritz. (Werte der deutschen Heimat. Band 8). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1964.
  • Martin Ernst & Manfred Stephan: Rezente Hochflutsedimente der Müglitz südlich Dresden (Erzgebirge, Sachsen) im Vergleich mit Sandsteinbänken der Erdgeschichte. Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, Neue Folge, 89: 11–35, Stuttgart 2007.
  • Jürgen Helfricht: Wahre Geschichten um Sachsens schönstes Tal. Tauchaer Verlag, Taucha 2000, ISBN 3897720221.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 109, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).
  2. Mühlen in Glashütte
  3. http://www.deutschefotothek.de/obj70512836.html
  4. Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 5, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF, 115 kB).