Mühle

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Dieser Artikel behandelt die Mühle in der Müllerei, weitere Bedeutungen unter Mühle (Begriffsklärung).
Moderne Mühle bei Ulm: Schapfenmühle
Blick in eine rechnergesteuerte Getreidemühle
Moderner Walzenstuhl
Erste mechanische Mühle von Oliver Evans

Eine Mühle (althochdeutsch muli; aus lateinisch molina beziehungsweise lateinisch molere für mahlen) ist ein Gerät, eine Maschine oder eine Anlage, um stückiges Aufgabematerial zu einem fein- oder feinstkörnigen Endprodukt zu zerkleinern. Daher ist oft außer einer Zerkleinerungsvorrichtung auch eine zur Größentrennung (Sieben, Sichten) vorhanden. Bei geringeren Anforderungen an den Feinheitsgrad des Endprodukts werden Brecher zur Zerkleinerung verwendet.

Historisch wird der Begriff Mühle im weiteren Sinn für gewerbliche Anlagen verwendet, die mit Wind- oder Wasserkraft betrieben werden (Papiermühle, Sägemühle, Steinmühle).

Alle technischen Vorgänge (Annahme, Reinigung, Vermahlung, Sichtung, Transport, Lagerung, Verpackung) werden mit dem Begriff Müllereitechnologie zusammengefasst. Die Lehre und Forschung über Mühlen und das Müllereiwesen (Terminologie, Technologie, Ökologie, Ethnologie, Wirtschaft, Geschichte, Recht, Schutz, Erhaltung und Restaurierung sowie ihre ästhetischen Werte) wird als Molinologie bezeichnet[1][2]

Geschichte der Mühle[Bearbeiten]

Bereits vor dem Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise (Neolithikum) gehören Mahlsteine zur mesolithischen Kultur. Der ebenfalls bereits bekannte Mörser wird später von handgetriebenen Drehmühlen abgelöst. In römischer Zeit sind große Mühlen (Göpel) etwa aus Pompeji bekannt, die mit Maultieren betrieben wurden. Wasserkraft wurde seit der römischen Zeit genutzt. Der römische Ingenieur Vitruv plante die Mühlen, so zum Beispiel die Karlsmühle als Gesteinsmühle zum Schneiden von Marmorblöcken an der Ruwer bei Trier/Mosel. Die Karlsmühle gilt nach Örjan Wikander als älteste Mühle nördlich der Alpen. Die älteste germanische Wassermühle wurde 1993 im Paartal bei Dasing entdeckt; sie stammt aus dem Jahre 696 n. Chr. Eine weitere frühe Mühle stammt von 833 n. Chr.; sie wurde im Rotbachtal bei Erftstadt-Niederberg ausgegraben. Windkraft wurde seit dem Mittelalter eingesetzt.

Wichtige Personen der Mühlengeschichte[Bearbeiten]

Einteilung der Mühlen[Bearbeiten]

Nach den Produkten (moderne Einteilung)[Bearbeiten]

Historisches Stampfwerk der Ölmühle in der Brandhöfer Mühle bei Gschwend
Schema eines Mahlgangs 1=Aufschütttrichter, 2=Rüttelschuh, 3=Speiseregulierung, 4=Speiseschieber, 5=Drei- oder Vierschlag, 6=Rütteleisen, 7=Läuferstein, 8=Bodenstein, 9=Haue, 10=Treiber, 11=Mühleisen, 12=Stellschrauben, 13=Bodensteinlagerung, 14=Zarge/Bütte

Nach der Art der Konstruktion (moderne Einteilung)[Bearbeiten]

Nach der Art des Antriebs (historische Einteilung)[Bearbeiten]

Antrieb durch Muskelkraft (Mensch/Tier)[Bearbeiten]

Mühlsteine
Amrumer Windmühle von 1771 in Nebel
Daubisbergermühle im Ehrbachtal (Hunsrück).
Wassermühle in Boitzenburg, Uckermark
Zwölfseitige Britzer Windmühle mit Steinmahlgängen
Thalhof-Mühle in Lambichl, Gemeinde Köttmannsdorf, Kärnten, Österreich

Antrieb durch Wasserkraft[Bearbeiten]

Antrieb durch Windkraft[Bearbeiten]

Antrieb durch Motorkraft[Bearbeiten]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Matthias Beyer: Schauplatz der Mühlen-Baukunst. Dresden: Waltherische Hofbuchhandlung 1803. 1. Ausgabe Leipzig 1735.
  • Johann Matthias Beyer: Theatrum machinarum molarium, oder Schauplatz der Mühlenbaukunst : der neundte Theil von des seel. Herrn Jacob Leupolds Theatro machinarum. Neue vermehrte Aufl. Walther, Dresden 1767. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • D. Johann Georg Krünitz: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- u. Landwirtschaft in alphabetischer Ordnung - Fünf und neunzigster Theil - Mühlen. Buchhändler Joachim Pauli - Berlin, 1804.
  • Otfried Wagenbreth, Helmut Düntz, Rudolf Tschiersch und Eberhard Wächtler: Mühlen. Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland. Leipzig: Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie 1994.
  • J. Mager, G. Meißner, W. Orf: Die Kulturgeschichte der Mühlen, 1988, Edition Leipzig
  • Burghard Kirsch, Alois Odenthal: Fachmathematik Müllereitechnologie. Bayerischer Müllerbund e.V., München 2013, 7. Auflage, ISBN 978-3-9812436-4-2
  • Jürgen Gaebeler: Die Frühgeschichte der Sägemühlen als Folge der Mühlendiversifikation. Verlag Kessel, Remagen 2006, ISBN 3-935638-20-5, 346 S.
  • Eugen Ernst: Mühlen im Wandel der Zeiten, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1935-4
  • Grewe, Klaus: "Die Reliefdarstellung einer antiken Steinsägemaschine aus Hierapolis in Phrygien und ihre Bedeutung für die Technikgeschichte. Internationale Konferenz 13.−16. Juni 2007 in Istanbul" (PDF; 2,0 MB), in: Bachmann, Martin (Hrsg.): Bautechnik im antiken und vorantiken Kleinasien, Byzas, Bd. 9, Istanbul 2009, ISBN 978-975-8072-23-1, S. 429–454
  • [Ogden], G.Bost: The Quest for American Milling Secrets, BM20, TIMS Publication, Congleton, England 2010, ISBN 9789291340255.
  • Karl Schumacher: Die Mühlen im Heisterbacher Tal - Wie sie klapperten vom Mittelalter bis zur Neuzeit --- Wasserwirtschaft, Historische Entwicklung, Mühlentechnik, Legenden und Gedichte, Prinzip-Lageplan. Hrsg.: Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e.V.. 2., durchgesehene Aufl., Königswinter 2011. 120 Seiten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbstbrief. Abgerufen am 23. Januar 2010.
  2. Mühlenforschung. Abgerufen am 23. Januar 2010 (MS Word; 32 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Mühlen – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Mühle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Mühle – Zitate