Müller-Lyer-Illusion

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Die obere waagerechte Linie erscheint kürzer als die untere

Die Müller-Lyer-Illusion, auch Müller-Lyer-Täuschung, ist eine sehr bekannte geometrisch-optische Täuschung. Sie wurde 1889 von dem deutschen Psychiater und Soziologen Franz Müller-Lyer (1857–1916) entdeckt.

Das Phänomen: Eine Linie zwischen zwei spitzen Winkeln erscheint deutlich kürzer als eine gleich lange Linie, bei der die Pfeilspitzen umgekehrt sind. Für diese Täuschung existiert bis heute keine einhellige Erklärung.

  • Eine mangelhafte Koordinierung zwischen Gehirn und Augen stellt einen weiteren Erklärungsansatz für die Täuschung dar.
  • Eine weitere Erklärung ist, dass die Konstrukte unbewusst als räumliche Objekte interpretiert werden, etwa als ausgebauchtes bzw. eingeschnürtes Gefäß, wobei die Mittellinien unbewusst den Längen der Ober- bzw. Unterkanten angenähert werden.

Der Evolutionswissenschaftler Joseph Henrich und seine Kollegen zeigten 2010 in einer kulturvergleichenden Studie, dass die Täuschung nur bei Menschen auftritt, in deren Lebensalltag überhaupt gerade Linien vorkommen. Für Menschen des San-Volkes besteht die Täuschung nicht und für viele andere Gruppen über die ganze Welt verteilt ist der Effekt nur minimal. Am stärksten nehmen die Täuschung Menschen des westlichen Kulturkreises wahr. [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Widlok Thomas, Burenhult Niclas: Sehen, riechen, orientieren. Spektrum der Wissenschaft, Juli 2014, S. 78