Münchenbernsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Münchenbernsdorf
Münchenbernsdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Münchenbernsdorf hervorgehoben
50.81666666666711.933333333333325Koordinaten: 50° 49′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Münchenbernsdorf
Höhe: 325 m ü. NN
Fläche: 15,43 km²
Einwohner:

3013 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07589
Vorwahl: 036604
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZRVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 049
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karl-Marx-Platz 13
07589 Münchenbernsdorf
Webpräsenz: www.muenchenbernsdorf.de
Bürgermeister: Jörg Reinhardt (CDU)
Lage der Stadt Münchenbernsdorf im Landkreis Greiz
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Hain Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Hohenölsen Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Lunzig Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Neugernsdorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Schömberg Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Steinsdorf Teichwitz Weida Weißendorf Wildetaube Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenKarte
Über dieses Bild

Münchenbernsdorf ist eine Stadt im Landkreis Greiz im Osten Thüringens. Sie ist Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Münchenbernsdorf liegt südwestlich von Gera.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Zur Stadt Münchenbernsdorf gehören die Ortsteile Kanada, Kleinbernsdorf und Schöna.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Münchenbernsdorf grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Lindenkreuz, Saara, Hundhaupten, Bocka, Harth-Pöllnitz und Lederhose im Landkreis Greiz sowie Renthendorf und Tautendorf im Saale-Holzland-Kreis.

Geschichte [Bearbeiten]

Wahrscheinlich wurde im 12. Jahrhundert eine Wasserburg (Burg Münch) von der Familie Münch im Ort erbaut. Man schützte mit ihr die vorbeiführende Regensburger Straße. Die Familie Münch war bis 1585 Besitzer der Burg. Die Veste wurde dann im 16. und 18. Jahrhundert als Schloss umgebaut, das 1965 abgebrochen wurde. Von der Burg sind nur geringe Mauerreste geblieben.[2]

Münchenbernsdorf wurde am 17. August 1251 in einer Urkunde der Vögte von Weida erstmals erwähnt. Durch die Leipziger Teilung 1485 geriet der Ort an die Ernestiner, wurde jedoch 1571 kursächsisch. Nach der Abstrafung Sachsens auf dem Wiener Kongress 1815 kam Münchenbernsdorf zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Seit 1904 besitzt der Ort das Stadtrecht.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der jüdische Vorstandsvorsitzende der Teppichfabrik Naundorf & Poser AG zum Rückzug aus dem Unternehmen aufgefordert, worauf er sich im Mai 1935 das Leben nahm und das Unternehmen „arisiert“ wurde. Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in der Rheinmetall AG, bei der Firma Krause & Poser und bei Firma Weges. Sie waren in fünf von Stacheldraht umzäunten Lagern interniert.[3]

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):

  • 1834 - 1310
  • 1910 - 2264
  • 1994 - 3669
  • 1995 - 3639
  • 1996 - 3594
  • 1997 - 3589
  • 1998 - 3561
  • 1999 - 3559
  • 2000 - 3512
  • 2001 - 3493
  • 2002 - 3469
  • 2003 - 3460
  • 2004 - 3376
  • 2005 - 3344
  • 2006 - 3262
  • 2007 - 3191
  • 2008 - 3140
  • 2009 - 3080
  • 2010 - 3031
  • 2011 - 3013
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Rathaus Münchenbernsdorf

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Mitglieder des Stadtrates
CDU Christlich Demokratische Union Deutschland 7 Sitze
DGV Deutscher Gewerbeverband 3 Sitze
FW Feuerwehr Münchenbernsdorf 3 Sitze
Linke Die Linke 2 Sitze
MC Motorsportclub 1 Sitz

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot einen Mönch in silbernem Gewand mit einem goldenen Kreuz am Gürtel, in der linken Hand ein Buch haltend.“

Flagge [Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Münchenbernsdorf ist rot - weiß gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Freizeit & Unterhaltung [Bearbeiten]

  • Bibliothek, Naturlehrpfad
  • Bowlingbahn, Naturbad
  • Kulturhaus (saniert, inkl. 2 Sälen und Jugendclub)
  • Sportplatz (Halle, 2 Fußballfelder, Volleyballplatz)
  • Kletterwald Koala

Bauwerke [Bearbeiten]

Münchenbernsdorf, Alte Fabrik.
  • Marien-Altar

Parks [Bearbeiten]

  • Stadtpark mitten im Zentrum

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Münchenbernsdorf war bedeutendstes Zentrum der Teppichindustrie in Mitteldeutschland und später in der DDR. Aktuell ist noch eine Teppichfabrik in Betrieb. Die letzte leer stehende Fabrik wurde 2008 abgerissen.

Münchenbernsdorf hat in den vergangenen Jahren in den Ausbau des sozialen Sektors investiert. Es gibt ein Gebäude für betreutes Wohnen, ein Pflegeheim, eine Grundschule und einen Kindergarten, die allesamt frisch saniert sind. Mit dem Bau eines neuen Einkaufsmarktes im Frühjahr 2010, wird eine bessere Versorgung der Einwohner erreicht.

Münchenbernsdorf befindet sich in einer Umbau- und Erneuerungsphase. Mithilfe des Dorferneuerungsprogramms und Fördermitteln wird bis 2012 die Infrastruktur ausgebaut. Dazu gehören neue Bürgersteige, Abrisse von Altbauten, Asphaltierung der alten Pflasterstraßen und die Erneuerung von Trinkwasserleitungen und Kanälen. Es soll ein neuer Dorfanger in Kleinbernsdorf entstehen und der Bau- sowie Recyclinghof werden ins Gewerbegebiet Kirchtal umziehen. In den kommenden Jahren wird der Markt, die alte Bibliothek sowie die Umgebung der Kirche saniert.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Hans von der Gabelentz (1872–1946), Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Burghauptmann auf der Wartburg, geboren in Münchenbernsdorf,
  • Daniel Schumann (* 1977), ehemaliger deutscher Fußballspieler, wuchs in Münchenbernsdorf auf.

Literatur [Bearbeiten]

  •  Heimatverein Müchenbernsdorf e.V. (Hrsg.): Die Stadt Münchenbernsdorf und ihre Textilindustrie. Münchenbernsdorf 2001, S. 156.
  •  Thomas Müller: Geschichte des Schlosses. In: Heimatverein Müchenbernsdorf e.V. (Hrsg.): Alt Bernsdorf (Heimatschriften). Heft 1, Münchenberndorf, S. 24.
  •  Thomas Müller: Vom Marktflecken zur Stadt. In: Heimatverein Müchenbernsdorf e.V. (Hrsg.): Alt Bernsdorf (Heimatschriften). Heft 3, Münchenberndorf, S. 30.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Münchenbernsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler:Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 187
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 117, ISBN 3-88864-343-0