Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

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Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV)
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Rechtsform GmbH
Gründung 5. April 1971
Sitz München
Leitung Alexander Freitag
Branche ÖPNV
Website www.mvv-muenchen.de
Das Netz des MVV

Die Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) gewährleistet den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in München und Umgebung. Er koordiniert die Zusammenarbeit der im Verbund beteiligten Gesellschafter und Verkehrsunternehmen. Zu den wichtigsten Aufgaben des MVV gehören die Verkehrsplanung, das Tarifmanagement und die Kundeninformation.

Im Jahre 2011 hatte der MVV 645 Millionen Fahrgäste. Die Fahrgeldeinnahmen betrugen 700 Millionen Euro.

Geschichte des MVV[Bearbeiten]

Schon in den 1950er Jahren wurden in München angesichts des immer stärker zunehmenden Individualverkehrs Forderungen nach einem leistungsstarken öffentlichen Personennahverkehr laut.

Als nach Abschluss der Finanzierungsverhandlungen 1965 mit dem Bau der U-Bahn und 1967 mit dem Bau der S-Bahn begonnen wurde, musste ein einheitliches Tarifsystem für alle Verkehrsmittel geschaffen werden, um die Akzeptanz des neuen Systems bei den Bürgern sicherzustellen. Ein halbes Jahr vor Aufnahme des U-Bahn-Betriebs waren strittige Fragen zur Finanzierung und der Verteilung der Einnahmen geklärt und es konnte das Vertragswerk unterzeichnet werden.

  • 5. April 1971: Die MVV GmbH wird durch die Deutsche Bundesbahn (seit 1994 Deutsche Bahn) und die Landeshauptstadt München gegründet (mit jeweils einem Anteil von 50 %). Für München unterzeichnet der Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel den Vertrag und wird Aufsichtsrats-Vorsitzender. Der Freistaat Bayern und die umliegenden Landkreise sind im Aufsichtsrat vertreten.
  • 1. Juni 1971: Der MVV beginnt seine Tätigkeit
  • 28. Mai 1972: Beginn des Verbundverkehrs in München. Integration der S-Bahn (13 Vorortzugverbindungen), U-Bahn (12 km Netzlänge), Straßenbahn (125 km Netzlänge), Omnibus (276 km Netzlänge) sowie „Überlandbuslinien“ der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundespost zu einem einheitlichen Netz. Der erste Verbundfahrplan tritt in Kraft.
  • 25. August 1995: Gründung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) durch den Freistaat Bayern. Die BEG tritt nun als Bestellerin der Nahverkehrsleistungen gegenüber der Deutschen Bahn auf.
  • 30. April 1996: Umstrukturierung im Zuge der Bahnreform. Gesellschafter der MVV GmbH werden der Freistaat Bayern und kommunale Gebietskörperschaften. Der Bund, bisher Rechtsträger der Deutschen Bundesbahn, scheidet aus; die Landeshauptstadt München ist nicht mehr als Träger der Stadtwerke München, sondern als Bestellerin von Zugleistungen vertreten. Die Verkehrsunternehmen formieren sich im MVV-AV e. V.
  • Seit 1997 besitzt der MVV einen Fahrgastbeirat.[1]
  • 29. November 1998: Betriebsaufnahme der Bayerischen Oberlandbahn, bis Holzkirchen im MVV.
  • 27. Juni 2001: Gründung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Tochtergesellschaft der Stadtwerke München. Sie übernimmt von den Stadtwerken den Betrieb von U-Bahn, Stadtbus und Tram im MVV.

Verbundgebiet[Bearbeiten]

S-Bahn-Abteil

Der MVV umfasst die Landeshauptstadt München und die Landkreise München, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck und Starnberg; ferner den nördlichen Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, das heißt die Gemeinden Icking, Egling, Münsing, Eurasburg, Wolfratshausen, Geretsried, Königsdorf und Dietramszell; außerdem Teilgebiete der Landkreise Landsberg (Bahnhof Geltendorf) und Miesbach (Bahnhöfe Kreuzstraße, Otterfing und Holzkirchen). Das Verbundgebiet hat insgesamt 2,663 Millionen Einwohner und umfasst eine Fläche von 5470,36 Quadratkilometer.[2] Neben den Oberzentren München und Freising gehören auch, von Nord nach Süd geordnet, die Mittelzentren Moosburg, Erding, Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Grafing und Starnberg zum MVV-Gebiet.

Verkehrsmittel[Bearbeiten]

S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 423

S-Bahn-Logo.svg S-Bahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: S-Bahn München

Das Münchner S-Bahn-Netz hat eine Länge von 442 km und reicht bis ins Münchner Umland hinaus. Auf 10 S-Bahn-Linien fahren 238 S-Bahn-Züge der Baureihe ET 423 und 6 Züge der Baureihe VT 628. Die Anzahl der S-Bahnhöfe beträgt 148, davon sind acht Bahnhöfe unterirdisch gebaut. Pro Werktag befördert die S-Bahn München ca. 780.000 Fahrgäste.[3]


U-Bahn-Wagen Typ C in Garching-Hochbrück

U-Bahn.svg U-Bahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: U-Bahn München

Das Münchner U-Bahn-Netz wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben, die die Verkehrsleistungen von ihrer Muttergesellschaft Stadtwerke München einkauft. Auf 103,1 km Streckenlänge fahren 6 Linien 100 U-Bahnhöfe an. Dazu werden 588 Wagen (sechs Wagen bilden einen Langzug) der Baureihen A, B und C eingesetzt.[4] Beschleunigung und Halt der Züge erfolgen in der Regel computergesteuert; die Pünktlichkeit beträgt nach Angaben der MVG 98 %.

Die einzige Linie, die den Stadtbereich verlässt, ist die U6, die in Garching endet.


Tram Typ R3.3

Tram-Logo.svg Tram (Straßenbahn)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn München

Das Münchner Straßenbahnnetz wird von der MVG betrieben, die die Verkehrsleistungen von den Stadtwerken München einkauft. Das Netz besteht aus 11 Tages- und 4 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 79 km 164 Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden 95 Züge der Baureihen P, R2.2, R3.3 und S1.4.[4]

Die Linie 25 verlässt als einzige Tramlinie das Münchner Stadtgebiet. Sie endet in Grünwald.


MVG-Stadtbus

BUS-Logo-blau.svg Stadtbus[Bearbeiten]

Das Münchner Busnetz wird von der MVG und ihren Subunternehmern (private Omnibusunternehmen) betrieben. Es besteht aus 66 Tages- und 9 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 457 km insgesamt 916[5] Bahnhöfe und Haltestellen anfahren.[6] Eingesetzt werden dafür drei Kleinbusse, 182 Solobusse und 246 Gelenkbusse, insgesamt 431 Fahrzeuge.[4] Im Busnetz sind 23 km eigene Busspuren ausgebaut.[6]


Mercedes-Benz Citaro unterwegs auf der Regionalbus-Linie 222

BUS-Logo-blau.svg Regionalbus[Bearbeiten]

Das Regionalbusnetz der MVV-Verbundlandkreise wird von der MVV GmbH organisiert, hat eine Länge von 4289 km und wird von 459 Bussen befahren. Im Gegensatz zum einheitlichen Blau-Lila der MVG-Fahrzeuge sind die Regionalbusse seit 2002 mittlerweile überwiegend blau-weiß-grün lackiert, wobei das Blau-Weiß für die Farben der bayerischen Rauten und die Farbe Grün für die Region steht. Der weiße Streifen an den Bussen trägt in der Regel den Slogan des MVV „1 Netz. 1 Fahrplan. 1 Tarif.“ Nach 2002 hat die Qualität einen enormen Sprung gemacht, denn mittlerweile werden in den blau-weiß-grünen Bussen Barrierefreiheit, Rollstuhlstellplatz, Klimatisierung, TFT-Bildschirme für die Haltestellenanzeige, automatische Haltestellenansagen und der Verkauf des vollen Fahrausweissortiments geboten. 2007 ist die Anzeige eines Newstickers hinzugekommen, der vom Digitalradio des Bayerischen Rundfunks gespeist wird. Seit September 2008 verkehrt auf der Linie 210 von Neuperlach Süd nach Ottobrunn ein treibstoffsparender Hybridbus des Typs Solaris Urbino 18 Hybrid.

Die MVV GmbH plant die Fahrpläne des MVV-Regionalbusverkehrs und beauftragt dann die RVO oder rund 50 andere regionale Verkehrsunternehmen mit der Durchführung.[7] Die Beauftragung erfolgt über eine direkte Auftragsvergabe oder europaweite Ausschreibungen.[8] Die Buslinien dienen dabei der weitläufigen Anbindung an das S-Bahn-Netz, der Querverbindung zwischen mehreren S-Bahnlinien und der Feinerschließung der Verbundlandkreise. Teilweise wird auch der Schülerverkehr mit übernommen.[9]

Neben den MVV-Regionalbuslinien gibt es weitere Linien, die nicht in den Tarifverbund integriert sind und ihre eigenen Fahrscheine verkaufen. Dazu gehören


Deutsche Bahn AG-Logo.svg Netinera logo.svg Bayerische Oberlandbahn logo.svg Regionalbahn und Regionalexpress[Bearbeiten]

Neuer Regionalzug der Baureihe 440

Zum MVV-Tarifgebiet gehören auch Teile mehrerer Regionalbahnstrecken (jeweils alle Haltestellen im MVV-Tarifgebiet)[13]:

Im Dezember 2013 wurde die S-Bahn-Linie S27 eingestellt, und die S20 verkehrt seither von Pasing nach Höllriegelskreuth, statt nach Deisenhofen. Die Relation Hauptbahnhof – Harras – Solln – Deisenhofen wird nun unter der Marke MERIDIAN von der Bayerischen Oberlandbahn bedient. Außerdem werden im Fahrplan 2013/2014 neun Zugpaare der Regionalbahn durch das Mangfalltal, die sonst nur zwischen Rosenheim und Holzkirchen verkehrt, über Deisenhofen und Solln bis München Hbf durchgebunden. Allerdings wird dies aufgrund fehlender Fahrzeuge voraussichtlich erst ab April 2014 realisiert.

Das Münchner S-Bahn-Netz wird somit durch die Regionalbahnstrecken im MVV mit zusätzlichen schnellen Verbindungen ergänzt. Da diese jedoch seit dem Jahr 1998[14] nicht mehr auf dem offiziellen Schnellbahnplan des MVV verzeichnet sind, ist die Möglichkeit ihrer Nutzung im MVV-Tarif weitgehend unbekannt. Darüber hinaus wird versucht, durch die Anzeige „Nicht einsteigen“ am Bahnsteig in Pasing die Nutzung der Regionalzüge als Expressverbindung zum Hauptbahnhof zu unterbinden.[15] Im Gegensatz zu anderen deutschen Verkehrsverbünden (z.B. Berlin oder Rhein-Ruhr), wo die Regionalbahnlinien komplett dargestellt werden, waren sie in den MVV-Plänen ohnehin nur rudimentär angedeutet.

Durch die Linien Richtung Mühldorf und Rosenheim ergibt sich eine zusätzliche innerstädtische Verbindung. Diese fahren über den Münchner Südring (Ostbahnhof – Hauptbahnhof). Die Fahrzeit ist jedoch länger als mit den entsprechenden S- und U-Bahnlinien, und der an der Strecke liegende Südbahnhof wird seit 1985 nicht mehr bedient.

Die S-Bahn-Strecken MammendorfMaisach und Dachau–Altomünster waren vor dem S-Bahn-Betrieb Regionalbahnlinien im MVV.

Die Bahnstationen Hörlkofen, Walpertskirchen, Thann-Matzbach und Dorfen der Bahnstrecke München–Mühldorf sind nicht in den MVV-Tarif integriert, obwohl sie im Landkreis Erding liegen. Jedoch sind die Regionalbuslinien in diese Orte in den Verbund integriert. Gleiches gilt für die Bahnhöfe Bad Tölz und Seeshaupt.

Der Flughafen München Franz Josef Strauß soll durch zwei projektierte Baumaßnahmen an das Regionalbahnnetz angeschlossen werden.[16] Die „Neufahrner Gegenkurve“ wird Verbindungen in Richtung Freising – Moosburg ermöglichen; die „Walpertskirchener Spange“ in Richtung Dorfen – Mühldorf ebenfalls. In Erding soll ein Regionalbahnhof entstehen.[17]

Weitere Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Ergänzend zu den MVV-Verkehrsmitteln verkehren in einigen Kreisen lokal organisierte und nicht mit dem MVV-Tarif nutzbare Buslinien. Diese sind teilweise sehr gut mit der S-Bahn verknüpft und ergänzen das Angebot zum MVV-Tarif. Diese Linien sind nicht in den elektronischen Auskunftsmedien enthalten.

Fahrplanbereiche[Bearbeiten]

Folgende Fahrplanbücher und -hefte erscheinen jährlich:

  • MVV-Gesamtfahrplan
  • MVV-Schnellbahnfahrplan
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Dachau
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Ebersberg
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Erding
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Freising
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Fürstenfeldbruck
  • MVV-Landkreisfahrplan Kreis Starnberg
  • MVV-Minifahrpläne für alle Buslinien im Landkreis Starnberg
  • diverse MVV-Gemeindefahrpläne

Verkehrsunternehmen[Bearbeiten]

Verkehrsunternehmen, die für den Münchner Verkehrsverbund fahren, sind derzeit[18]:

Gesellschafter[Bearbeiten]

Gesellschafter der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) sind derzeit der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg.

Tarifsystem[Bearbeiten]

Bartarif[Bearbeiten]

Automaten-Tageskarte (2009)

Im Bartarif können Einzel-, Mehrfahrten- und Tageskarten gekauft werden. Daneben gibt es in Kooperation mit bestimmen Veranstaltern Kombitickets, die gleichzeitig als Eintrittskarte und als MVV-Fahrschein gelten. Für Kinder und Jugendliche gelten ermäßigte Fahrpreise. Das Netzgebiet ist im Bartarif in eine Innenraum- und drei Außenraumzonen eingeteilt.

Seit 2002 werden Einzelfahrkarten bei Bezahlung mit Geldkarte zu einem reduzierten Preis ausgegeben, der dem Preis einer Fahrt mit einer Mehrfahrtenkarte („Streifenkarte“) entspricht. Die MVG, die die flächendeckende Einführung von Fahrkartenautomaten mit Geldkartenfunktion stark vorangetrieben hat, erhofft sich durch die bargeldlose Zahlung Kosteneinsparungen. Außerdem ist geplant, die Geldkarte in Zukunft als Elektronischen Fahrschein zu nutzen, was allerdings eine breite Akzeptanz der Geldkarte als Zahlungsmittel voraussetzt.[20]

Ab dem 15. Dezember 2013 können Einzelfahrkarten und Tageskarten auch mit dem Handy oder Online gekauft werden.[21]

Zeitkartentarif[Bearbeiten]

Für regelmäßige Nutzer des MVV gibt es eine Zeitkarte namens „IsarCard“. Sie gilt für den Zeitraum einer Kalenderwoche oder eines Kalendermonats. Seit Dezember 2013 gibt es die IsarCard, IsarCard 60 und IsarCard 9 Uhr mit flexibler Geltungsdauer, d. h., die Karte gilt ab dem vom Kunden gewählten Datum 7 Tage (nur IsarCard) oder einen Monat. Die meisten Monatskarten können im Jahresabonnement für 12 Kalendermonate günstiger bezogen werden. Monatszeitkarten für Schüler, Auszubildende und Studenten (Ausbildungstarif) sowie Firmentickets als IsarCardJob bei einer Mindestabnahme von 100 Tickets pro Jahr mit 12-monatiger Geltungsdauer je Firma sind ebenfalls erhältlich. Daneben gibt es spezielle Angebote für Senioren (IsarCard 60) und für jedermann (IsarCard 9 Uhr), die werktags erst nach dem morgendlichen Berufsverkehr gelten. Im Zeitkartentarif sind die vier Zonen des Bartarifs in insgesamt 16 Ringe unterteilt. Vor der Tarifreform im Jahr 1999 war das MVV-Gebiet im sogenannten „Allgemeinen Zeitkartentarif“ in 148 wabenförmige Zonen eingeteilt.

Sozialtarif[Bearbeiten]

Für alle „München-Pass“-Inhaber, die zum Beispiel Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Grundsicherungsrente oder ähnliche Leistungen zum Lebensunterhalt beziehen, bietet der MVV ab 1. April 2009 eine erheblich subventionierte Sozialfahrkarte („Wertmarke“) an allen MVV-Verkaufsstellen und MVV-Fahrkartenautomaten an, die IsarCard S, die jeweils für einen Kalendermonat gilt. Die IsarCard S (gültiger München-Pass mit gültiger Wertmarke) kostet für den MVV-Innenraum 27,10 Euro und für das gesamte MVV-Streckennetz 45,80 Euro. An Werktagen von Montag bis Freitag gelten diese erst ab 9 Uhr. Eigene Kinder und Enkelkinder von 6 bis 14 Jahre können in beliebiger Zahl kostenlos mitfahren, sonst ist die Zahl kostenlos mitfahrender Kinder von 6 bis 14 Jahre auf drei beschränkt. Für diese vergünstigte Monatsfahrkarte muss das Münchener Sozialreferat einer Prognose zufolge jährlich etwa 5,5 Millionen Euro an den MVV bezahlen. Zusätzlich besteht für die „München-Pass“-Inhaber die Möglichkeit, in ihrem Sozialbürgerhaus monatlich bis zu 15 verbilligte Tageskarten zu erwerben, die nur in Verbindung mit dem „München-Pass“ gelten und keine zeitlichen Einschränkungen haben. Mit Einführung der IsarCard S zum 1. April 2009 ist ein dreijähriger Streit und Kampf um ein Münchener MVV-Sozialticket beendet.

Semesterticket[Bearbeiten]

Seit 1992 gibt es Verhandlungen über ein Semesterticket in München. Nachdem die Einführung eines Sockelmodells immer wahrscheinlicher wurde, erklärte der MVV im Juli 2008 die Verhandlungen für gescheitert. Da der Anteil der MVV-Fahrer unter den Studenten in München ohnehin schon sehr hoch ist und nicht mit ausreichend hohen Fördergeldern vom Freistaat Bayern zu rechnen war, wäre ein Semesterticket im Vergleich mit anderen Städten nur relativ teuer umzusetzen gewesen. Somit bleibt München die einzige große deutsche Universitätsstadt ohne ein eigenes Semesterticket für Studenten. Nach Protesten und einem offenen Brief, welcher gemeinsam vom Studentenwerk, sowie der Präsidenten und studentischen Vertretungen der drei großen Hochschulen Münchens verfasst wurde, konnten Ende Januar 2009 die Verhandlungen vorerst wieder aufgenommen werden. [22] Vom 23. November bis 4. Dezember 2009 konnten die Studenten der LMU, der TU und der Hochschule München über das Semesterticket online abstimmen.[23] Zwar stimmten an der TU 82,5 % und an der HM 65,5 % der Studenten für das Semesterticket, jedoch fand sich an der LMU mit 47,9 % keine Mehrheit für das angebotene Modell [24], sodass vorerst nicht mit der Einführung eines Semestertickets zu rechnen war.

Vom 21. November bis 2. Dezember 2012 haben die Studenten erneut über die Einführung eines Semestertickets abgestimmt. Bei dieser zweiten Urabstimmung fiel das Votum mit 86,3% (LMU 81,5%, TU 90,7%, HM 87,9%) deutlich für das Semesterticket aus.[25] Im Wintersemester 2013/14 wurde das Modell eingeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münchner Verkehrs- und Tarifverbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview auf abendzeitung-muenchen.de
  2. MVV – Verbundraumdaten
  3. S-Bahn München - Daten und Fakten
  4. a b c MVG in Zahlen
  5. http://www.mvg-mobil.de/presse/2010-07-01_mvg-pressemeldung.pdf
  6. a b http://www.mvg-mobil.de/presse/presse_2010/pdf/30.04.2010_mvg-pressemeldung.pdf
  7. MVV – Statistik
  8. MVV - Ausschreibungen
  9. MVV - Zukunftsplanung
  10. RVO-Bus 9551, Online-Fahrplan der RVO, abgerufen am 26. August 2014
  11. Webseite Airport-Bus-München, abgerufen am 26. August 2014
  12. http://www.club-and-line.de/linienverkehr_index.htm
  13. MVV-Kundenmagazin Contakt 03/2008 Seite 12-13
  14. Historie der Münchner Schnellbahn-Netzpläne, abgerufen am 4. Januar 2014
  15. Regionalzüge: Die seltsamen Pläne, Online-Ausgabe der tz vom 29. September 2011, abgerufen am 26. August 2014
  16. Bayerische Eisenbahngesellschaft: Projekt Erdinger Ringschluss
  17. Presseerklärung des Bayerischen Verkehrsministeriums vom 19. Februar 2008
  18. http://www.mvv-muenchen.de/de/home/dermvv/unternehmen/verkehrsunternehmen/index.html
  19. http://www.busreisen-ettenhuber.de/index.php
  20. Geldkarte - Referenzen
  21. MVV-HandyTicket und OnlineTicket
  22. AStA der TU München: [1]
  23. semesterticket-muenchen.de
  24. Ergebnisse Semesterticket Abstimmung & Pressemitteilung: PDF
  25. http://www.semesterticket-muenchen.de/abstimmung-2012/ergebnisse/