Münchsteinach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Münchsteinach
Münchsteinach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Münchsteinach hervorgehoben
49.63861111111110.595833333333299Koordinaten: 49° 38′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Diespeck
Höhe: 299 m ü. NHN
Fläche: 29,47 km²
Einwohner: 1377 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91481
Vorwahl: 09166
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 150
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenweg 6
91481 Münchsteinach
Webpräsenz: www.muenchsteinach.de
Bürgermeister: Jürgen Riedel (Neues Forum)
Lage der Gemeinde Münchsteinach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild

Münchsteinach ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südosten des Naturparks Steigerwald etwa in der Mitte zwischen Würzburg und Nürnberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

(im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Münchsteinach besteht aus acht Ortsteilen:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ehemalige Klosteranlage von Münchsteinach mit Münchsteinacher Münster

Der Ort Steinaha war Königsgut. Das gleichnamige Ortsadelsgeschlecht gründete 1102 ein Benediktinerkloster. Die Vogtei über das Kloster kam spätestens 1265 über König Konradin an die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg. Im Bauernkrieg 1525 wurden Kirche und Kloster zerstört, das Kloster 1528 im Zuge der Reformation säkularisiert und dort ein markgräfliches Klosteramt eingerichtet, das bis 1792 bestand. Seit 1530 ist Münchsteinach eine evangelische Pfarrei und eigenständige Kirchengemeinde. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges ließen sich hier zahlreiche protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich nieder, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.[3] Von 1700 bis 1732 war das Klosteramt Münchsteinach an das Bistum Würzburg verpfändet. Als Teil des 1792 preußisch gewordenen Markgraftums Bayreuth fiel Münchsteinach im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an Bayern. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten]

Zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Münchsteinach gehören die Ortsteile Abtsgreuth, Neuebersbach und Münchsteinach. Altershausen hat eine eigene Kirche, deren Pfarrer in Kleinweisach sitzt. Da die beiden Kirchen die einzigen Kirchen am Ort sind, pflegt man gute Kontakte zu den katholischen Christen und unterstützt die katholische Kirchengemeinde Neustadt/Aisch bei der Seelsorge im Gemeindegebiet. Im Münster (Winterkirche im Gemeindehaus) ist jeden Sonntag Gottesdienst, neuerdings auch regelmäßige Abendgottesdienste in moderner Form.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Abtsgreuth und Neuebersbach sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Altershausen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Münchsteinach hat ohne den Bürgermeister 12 Mitglieder.

Bürgerforum Freie Wähler Altershausen Freie Wähler Neuebersbach Gesamt
2014 8 3 1 12 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Jürgen Riedel (Bürgerforum).

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Silber und Gold; vorne am Spalt ein halber, gold bewehrter roter Adler mit goldenem Kleeblattbogen auf dem Flügel, hinten ein stehender schwarz gekleideter Benediktinermönch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das romanische Münster und das ehemalige Benediktinerkloster auf dem Kirchberg von Münchsteinach sind die Sehenswürdigkeiten des Steigerwaldortes. Von dem im Jahr 1102 gegründeten und 1180 vollendeten Klosterensemble ist lediglich die Abteikirche St. Nikolaus erhalten, eine romanische Pfeilerbasilika mit ursprünglich zwei Chortürmen, von denen nur einer die Zeiten überdauert hat. Die Abteikirche und die Konventsgebäude wurden in den Wirren von Kriegen und Reformation teilweise zerstört, Kirche und Kloster später säkularisiert. Der Ostteil der Kirche mit Chor, Kreuzarmen und Vierung diente der inzwischen evangelischen Gemeinde als Kirchenraum, das Langhaus wurde als Scheune benützt.
Erst eine aufwändige Renovierung von 1965 bis 1970 ließ den Raum wieder in seiner schlichten mittelalterlichen Schönheit erstehen. Das südliche Konventsgebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert und dient der Gemeinde heute als Rathaus und Kindergarten.

Der letzte Abt des Klosters, Christoph von Hirschaid, ließ 1519/20 das ehemalige Abtsschlösschen auf dem Klostergelände errichten.
Es war einst das Amtsgebäude des Klosters und ist jetzt ein privates Wohnhaus.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Münchsteinach gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Die Buslinien 145, 146 und 148 verbinden den Ort wochentags, im Sommer auch sonntags mit der etwa zehn Kilometer südlich gelegenen Kreisstadt Neustadt an der Aisch. Neustadt (Aisch) Bf. an der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg ist der nächstgelegene Bahnhof.

Die Bundesstraße 470 verläuft etwa fünf Kilometer südöstlich von Münchsteinach. Über sie erreicht man die etwa 27 Kilometer östlich gelegene Anschlussstelle Höchstadt-Ost der Bundesautobahn 3.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Brauerei Loscher KG, Hersteller von Club-Mate
  • ZFE GmbH, Ziegel-Fertigteil-Elemente, Hersteller von Vollziegel-Rollladenkästen, Ziegeldecken, etc.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Der Schauspieler Günter Strack lebte und starb in der Gemeinde. Sein Grab befindet sich auf dem Gemeindefriedhof am Münchsteinacher Münster.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Münchsteinach gibt es zwei Kirchweihburschenschaften. Nach zwei der ehemals drei Brauereien nennen sie sich die Loscher-Burschen und die Flory-Burschen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münchsteinach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 536