Mündungsbremse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine Haubitze beim Feuern, deutlich erkennbar der seitliche Austritt der Verbrennungsgase aus der Mündungsbremse

Die Mündungsbremse ist eine Vorrichtung am Lauf (Mündung von Feuerwaffen), die die Energie der Verbrennungsgase nutzt, um den Rückstoß des Laufes zu mindern. Mündungsbremsen kommen vorwiegend an Maschinenkanonen und Geschützen, seltener an Handfeuerwaffen zum Einsatz.

Von der Mündungsbremse müssen der Kompensator, der Mündungsfeuerdämpfer sowie der Rückstoßverstärker unterschieden werden. Kompensatoren reduzieren den Hochschlag und das seitliche Auswandern von Handfeuerwaffen, Mündungsfeuerdämpfer reduzieren das Mündungsfeuer und damit auch die Blendwirkung des Mündungsfeuers für den Schützen. Ein Rückstoßverstärker erhöht die Rückstoßenergie beim Schuss, um bei automatischen Waffen die Funktion beim Feuerstoß zu gewährleisten und die Schussfrequenz zu erhöhen (z. B. beim MG3).

Funktion[Bearbeiten]

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Mündungsbremsen: aktive, reaktive und aktiv-reaktive.

Die aktive Mündungsbremse besteht aus einer oder mehreren vor der Rohrmündung montierten Prallflächen, die fest mit dem Rohr verbunden sind. Diese Prallflächen haben eine Öffnung für den Durchtritt des Geschosses, deren Durchmesser etwa das 1,1-fache des Geschosskalibers beträgt. Unmittelbar nachdem das Geschoss das Rohr verlassen hat, treten die unter Druck stehenden Verbrennungsgase des Treibsatzes aus dem Rohr aus und treffen dabei teilweise auf die Prallflächen der Mündungsbremse. Durch den Gasdruck, der auf diese wirkt, wird der Rückstoß teilweise reduziert. Um den Wirkungsgrad der aktiven Mündungsbremse zu erhöhen und um den Verlust aus der Durchtrittsöffnung der ersten Prallfläche zu reduzieren, wird bei Geschützen häufig noch eine zweite Prallfläche verwendet.

Die reaktive Mündungsbremse besitzt mehrere radiale Bohrungen, welche die Gase zur Seite oder sogar leicht nach hinten ablenken und den Rückstoß durch ihre Gegenkraft minimieren. Der Wirkungsgrad einer reaktiven Mündungsbremse, aber auch die Schalldruckbelastung auf die Bediener hinter der Waffe, steigt mit dem Winkel, um den die Gase abgelenkt werden. Da nach unten austretende Gase Staub aufwirbeln würden, werden fast nur seitlich und/oder nach oben gerichtete Austrittsöffnungen verwendet.

Die aktiv-reaktive Mündungsbremse kombiniert schließlich beide Prinzipien, in dem sie erst den Gasdruck auf die Prallflächen ausnutzt und die Gase anschließend nach hinten umleitet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stanisław Torecki: 1000 słów o broni i balistyce. Wydawnictwo Ministerstwa Obrony Narodowej, Warszawa 1982, ISBN 83-11-06699-X.

Weblinks[Bearbeiten]