Münster (Westfalen) Hauptbahnhof
| Münster (Westfalen) Hauptbahnhof | |
|---|---|
| Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes | |
| Daten | |
| Kategorie | 2 |
| Betriebsart | Kreuzungsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 9 (1 stillgelegt) |
| Reisende | 65.000[1] |
| Abkürzung | EMST |
| IBNR | 8000263 |
| Eröffnung | 1. Oktober 1890 |
| Webadresse | bahnhof.de |
| Architektonische Daten | |
| Baustil |
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| Architekt |
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| Lage | |
| Stadt | Münster (Westfalen) |
| Land | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 57′ 24″ N, 7° 38′ 6″ O51.9566666666677.635Koordinaten: 51° 57′ 24″ N, 7° 38′ 6″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
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| Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen | |
Münster (Westfalen) Hauptbahnhof ist der bedeutendste Knotenpunkt des Eisenbahnpersonenverkehrs im Münsterland und gehört der zweithöchsten Bahnhofskategorie an. Ein erster Bahnhof wurde in Münster im Jahr 1848 im Zuge des Baus einer Stichbahn aus Hamm errichtet.
Heute führen fünf elektrifizierte Hauptstrecken und vier Regionallinien, davon eine ohne Personenverkehr (Bahnstrecke Münster–Warstein der WLE) in alle Himmelsrichtungen. Eisenbahnknotenpunkte für den Güterverkehr gibt es im Münsterland nicht mehr.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte des Bahnhofs [Bearbeiten]
1848–1855 [Bearbeiten]
Münster-Hammer Eisenbahn-Gesellschaft
Seinen ersten Bahnhof erhielt Münster im Jahr 1848, als die damalige Provinzialhauptstadt Westfalens Endstation einer Stichbahn von Hamm nach Münster wurde. In Hamm erhielt diese Stichbahn Anschluss an die Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Das Eisenbahnzeitalter begann mit einer großen Festfahrt am 25. Mai 1848. Das Bahnhofsgebäude wurde vor dem Servatii-Tor zwischen dem heutigen Albersloher Weg und der Wolbecker Straße errichtet.
Rund einen Monat nach der Eröffnung des Personenverkehrs wurde der Güterverkehr auf der Strecke aufgenommen. Allerdings war der Erfolg des neuen Transportmittels in den ersten Jahren nicht durchschlagend. Im Durchschnitt wurden 100 Reisende je Zug verzeichnet.
1855–1880 [Bearbeiten]
Königlich Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft (KWE)
Im Jahr 1855 erfolgte die Übergabe der Aufgaben von der Münster-Hammer Eisenbahn-Gesellschaft auf die Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft. Diese verlegte im Juli 1855 den Sitz ihrer Direktion von Paderborn nach Münster. Außerdem kam es zu einer Verkürzung der Reisezeiten, da nun durchgehende Züge von Münster bis Warburg (Westfalen) verkehrten.
Im Jahr 1856 wurde die Bahnstrecke Münster–Rheine in Betrieb genommen. Diese Strecke hatte in Rheine Anschluss an die Hannoversche Westbahn Löhne-Rheine-Emden.
Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME)
Die Konzession für den Bau der Eisenbahnverbindung vom Ruhrgebiet bzw. Venlo über Münster nach Hamburg war 1866 an die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft vergeben worden. Das Teilstück Wanne-Münster dieser Strecke wurde 1870 eröffnet, 1871/73 erfolgte die Verbindung nach Osnabrück und Hamburg. Damit verfügte Münster nun über einen direkten Zugang zu den deutschen Nordseehäfen. Östlich des Bahnhofs der KWE wurde ein weiterer Bahnhof errichtet. Dieser Bahnhof war als Provisorium so angelegt, dass ein gemeinsamer Bahnhof für beide Eisenbahngesellschaften errichtet werden konnte.
Münster-Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft
Im Westmünsterland gab es am Anfang der 1860er Jahre Bestrebungen, die heimische Wirtschaft durch den Bau einer Eisenbahnverbindung von Münster über Gronau nach Enschede zu fördern. Die Bauarbeiten begannen im Juni 1872, allerdings geriet die Eisenbahngesellschaft 1874 in Zahlungsschwierigkeiten. Die KWE übernahm daher die Geschäftsführung und am 30. September 1875 wurde dann die Bahnstrecke nach Enschede eröffnet. Die Münster-Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft nutzte dabei die Bahnhofsteile der KWE.
1880–1914 [Bearbeiten]
Nach der Verstaatlichung der Eisenbahngesellschaften waren ab 1881 alle Eisenbahnen in Münster in staatlicher Hand zusammengefasst. Bereits im Jahre 1875 waren die Landgemeinden Lamberti und St. Mauritz eingemeindet worden, die Planungshoheit für das Bahnhofsumfeld befand sich nun in der Hand der Stadt Münster. 1885 wurden die finanziellen Mittel für den Bau eines Zentralbahnhof bereitgestellt. Die Eröffnung des Zentralbahnhofs erfolgte am 1. Oktober 1890.
Nachdem zunächst Planungen für eine Schmalspurbahn von Münster nach Telgte bestanden, wurde die Strecke von Münster über Warendorf nach Rheda in Normalspur errichtet. Am 8. Februar 1886 wurde der Zugbetrieb zwischen Münster und Warendorf aufgenommen.
Münster entwickelte sich immer mehr zu einem Knotenbahnhof, das Schienennetz wurde 1903 nach Neubeckum und 1908 über Coesfeld nach Empel-Rees erweitert. Allerdings hat der Bahnhof nicht die von der Stadt angestrebte Bedeutung erreichen können, vor allem weil die Hauptstrecke Köln–Ruhrgebiet–Hannover–Berlin nicht über Münster führt.
1914–1918/19 [Bearbeiten]
Die Eisenbahnanlagen sind in dieser Zeit nur in Details verändert worden. Vor allem in militärischer Hinsicht war der Bahnhof in diesen Jahren von Bedeutung. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bestand ein Mangel an Lokomotiven und Wagen, da eine Abgabe von 5000 Lokomotiven und 150.000 Wagen als Reparation zu leisten waren.
1920–1933 [Bearbeiten]
1920 wurden die Länderbahnen in den Deutschen Reichseisenbahnen zusammengefasst, im Jahr 1924 erfolgte die Umwandlung der Reichsbahn in die privatrechtliche Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. In Münster wurde das Eisenbahnnetz in dieser Zeit um die Strecke nach Lünen (1928) und die Güterumgehungsbahn (1930) erweitert.
Da sich das Verkehrsaufkommen zum Ende der 1920er Jahre weiter erhöht hatte, war der Bau eines weiteren Bahnsteiges notwendig. Außerdem erfolgte 1928/30 der Umbau des Bahnhofsgebäudes zu einem repräsentativen Gebäude als „Tor zur modernen Stadt“, der Umbau sollte bis zu dem im September 1930 stattfindenden Katholikentag abgeschlossen sein.
1933–1945 [Bearbeiten]
Bedeutend für Münster war die Einbindung in das „Blitzzug“-System. Ab dem 6. Oktober 1935 war Münster in der Verbindung Köln-Hamburg an dieses System angeschlossen.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Situation grundlegend. Vergünstigungen für Reisen wurden abgeschafft und im Januar 1940 trat ein reduzierter Fahrplan in Kraft. Weitere Fahrplanreduzierungen folgten.
1941/42 wurde unter Münsters Hauptbahnhof ein für 2.000 Personen ausgelegter Tiefbunker angelegt. Dieser wurde 1945 getroffen, allerdings ohne Personenschaden.
Bei 102 Luftangriffen auf Münster waren auch die Eisenbahnanlagen Ziel alliierter Bomber. Ergebnis der Luftangriffe auf die Bahnhofsgegend war der Verlust von Wagen und Lokomotiven sowie der Zerstörung von 75 bis 80 % der Gleisanlagen. Das Bahnhofsgebäude war vollständig zerstört.
Seit 1945 [Bearbeiten]
Am 2. April 1945 rückten Truppen der Alliierten in Münster ein. Ab Ende April waren die Strecken nach Westen wieder befahrbar. Im Sommer 1945 konnte mit dem Wiederaufbau von Gleisanlagen und Stellwerken begonnen werden. Nach der Reparatur von zerstörten Brücken im Bereich der Schleuse Münster konnten auch wieder Züge in Richtung Osnabrück fahren. Da von der Bahnsteighalle nur noch das Stahlskelett vorhanden war und die Bahnsteige, Treppen und Tunnel unbrauchbar waren, mussten diese vor Aufnahme des Reiseverkehrs notdürftig hergerichtet werden.
1949 wurde eine Rampe zur städtischen Hafenbahn gebaut, über die die Personenzüge der Westfälischen Landes-Eisenbahn aus Lippstadt den Hauptbahnhof anfahren konnten. Hierzu errichtete die Westfälische Landes-Eisenbahn auf der Ostseite des Bahnhofs einen fünften Bahnsteig, der nur von deren eigenen Zügen angefahren wurde. Seit der Stilllegung des Personenverkehrs auf der Strecke nach Lippstadt zum Winterfahrplan 1975 ist auch dieser Bahnsteig stillgelegt und der Zugang dorthin verschlossen.[2]
An dem Beginn der 1950er Jahre wurden die Bahnhofsgebäude in mehreren Bauabschnitten neu errichtet. Die Bahnhofshalle wurde im Jahr 1958 fertig gestellt, 1960 waren die Arbeiten am Bahnhof beendet. Die Baupläne für den Bahnhof und die angrenzende Bundesbahndirektion stammten von dem in Münster geborenen Chefarchitekten der Deutschen Bundesbahn Theodor Dierksmeier.
Ab dem 8. Juni 1960 war Münster in das TEE-Netz angeschlossen. Der TEE „Parsifal“ verkehrte von Hamburg nach Paris und machte in Münsters Hauptbahnhof Station. Der Luxuszug verließ Münster um 16:59 Uhr und erreichte die französische Hauptstadt um 23:35 Uhr.
Im September 1968 war die Strecke zwischen dem Ruhrgebiet und Hamburg durchgehend elektrifiziert, Münster hatte zwei Jahre zuvor aus Richtung Süden Anschluss an das elektrische Bundesbahnnetz erhalten. Die Strecke nach Emden war 1981 elektrifiziert worden.
Aktuelle Situation [Bearbeiten]
| Streckenplan Münster | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wesentliche Mängel des örtlichen Eisenbahnsystems sind die zu langsame Direktverbindung in die Nachbarstadt Bielefeld (1,5 Stunden Fahrzeit für circa 65 km Luftlinie), die Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Hauptstrecke Hamburg – Dortmund durch die eingleisige Bahnstrecke Preußen–Münster und die hierdurch verursachte erhöhte Verspätungsanfälligkeit sowie der schlechte bauliche Zustand des Empfangsgebäudes.
Am 26. Januar 2007 kündigte der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, beim traditionellen Kramermahl im münsterischen Rathaus ohne nähere Terminangabe eine baldige Sanierung des Bahnhofes an.[3] Am 30. Mai 2007 sprach sich die Stadt Münster dafür aus, dass das Unternehmen Timon mit der Bauausführung beauftragt werden soll. Die endgültige Entscheidung zum Bau und des ausführenden Bauunternehmens obliegt seitdem der Deutschen Bahn.[4] Gemäß einer Sitzung des Planungsausschusses vom 18. Oktober 2007 ist die Frage der Finanzierung weitestgehend gelöst, so dass Anfang 2009 mit dem endgültigen Baubeginn nach Abschluss aller Planungen und Verhandlungen gerechnet wurde.[5] Im April 2009 wurde dann jedoch bekannt, dass die Deutsche Bahn AG die Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler aus Kostengründen eingestellt hat. Die Stadt Münster versucht weiter, die Finanzierung zu sichern.[6] Die Umgestaltung der eigentlichen Verkehrsstation sollte hiervon nicht betroffen sein und ab Herbst 2009 beginnen.[7] Tatsächlich begannen im November 2009 lediglich die Arbeiten im 80m langen Nordtunnel. Seit Ende 2010 läuft nunmehr die Modernisierung der „Verkehrsstation“. Es werden Aufzüge installiert, die Dächer werden umfangreich saniert und die Bahnsteige werden neu ausgestattet. Dieses 36 Millionen Euro teure Projekt soll am 30. April 2013 abgeschlossen sein.[8][9]
Der tödliche Sturz des 79 Jahre alten Rechtswissenschaftlers und Rechtsanwalts Werner Hoppe am 9. Juli 2009 im Hauptbahnhof und die erste Reaktion der Deutschen Bahn auf diesen Unfall und seine Ursache sorgte für Empörung und löste eine Diskussion über den Zustand des Bahnhofs aus.[10]
Der südlich des Hauptbahnhofes zwischen den Streckengleisen nach Hamm an der Westseite und denjenigen nach Wanne-Eickel an der Ostseite gelegene und mit einem Ablaufberg ausgerüstete Bahnhofsteil Münster (Westf.) Gbf (Güterbahnhof) wurde als Knotenbahnhof 1994 stillgelegt. Eine derartige zwischen zwei Strecken angelegte Güterbahnhofsanlage ist nur selten anzutreffen, da Güterbahnhöfe sonst gewöhnlich neben dem zugehörigen Personenbahnhof oder an nur einer Seite aller durch den gesamten Bahnhof führenden Strecken liegen. Der Güterbahnhof ist baulich durch die Hafenstraße vom Personenbahnhof getrennt, bildete aber verwaltungstechnisch meistens mit dem Personenbahnhof eine Einheit. Er besitzt wegen der geringen und zurückgegangenen Bedeutung der Industrie in Münster sowie der Verkehrsverlagerung auf die Straße auch im Ortsverkehr nur noch einen Kunden (Fa. Waggonbau Kiffe), so dass der Abbruch der Gleisanlagen zumindest im Planungsentwurf des Flächennutzungsplans für 2010 vorgesehen war, bis heute aber nicht umgesetzt wurde. Der Eisenbahngüterverkehr ist in Münster daher im Gegensatz zum Personenverkehr nahezu bedeutungslos geworden.
Südöstlich neben dem Güterbahnhof liegen der Abstellbahnhof und die Werkstatt der DB Regio NRW für Reisezüge. Südlich des Güter- und Abstellbahnhofes wird die Strecke nach Hamm auf einem Kreuzungsbauwerk über die Streckengleise nach Wanne-Eickel und Lünen hinweggeführt.
Am 23. März 2011 wurde beschlossen, das westlich gelegene Empfangsgebäude abzureißen und neu zu bauen. Der Abriss sollte nach ersten Planungen 2013 beginnen.[11] Am 30. März 2011 wurden die Pläne zum Neubau des Empfangsgebäudes inklusive der Entwicklung des Bahnhofsquartiers durch Vertreter der DB und der Stadt Münster vorgestellt. Das neue, gläserne Empfangsgebäude mit einer Fläche von 8.000 m² und einer Länge von 140 Metern zwischen dem Nord- und dem Haupteingang, dessen Fertigstellung für 2015, spätestens 2016 geplant ist, soll die aus den 1950er Jahren stammende Empfangshalle ersetzen und rund 32 Millionen Euro kosten.[12] Der Baubeginn soll nach Aussage von Martin Sigmund, dem Leiter des Regionalbereichs West der DB Station & Service AG zum Jahreswechsel 2014/2015 erfolgen.[12][9] Die Mietpreise der entstehenden Ladenlokale sollen sich in der Preisklasse der Mieten am Prinzipalmarkt oder der Salzstraße bewegen.[13]
Die östlich des Hauptbahnhofes gelegene ehemalige Gepäckgutabfertigung wurde ab dem 1. April 2013 entkernt.[9] Am 6. Mai 2013 schließt sich der rund siebenwöchige Abriss des Gebäudes an, der am 28. Juni 2013 beendet sein soll.[14] Damit verschwindet das fast 100-jährige Gebäude, das während seiner Nutzungsdauer die Expressgutabfertigung, das Kleiderlager der Bahn, Lagerflächen, Räumlichkeiten für einen Automatenaufsteller sowie das Catering der Regio-Züge beherbergte.[14] Die weitere Entwicklung der Ostseite des Bahnhofs werde den Planungen des Bahnhof-Managements zufolge erst nach Abschluss der Arbeiten am Empfängsgebäude vorangetrieben werden.[9] Für das Gelände ist die Veräußerung an einen Investoren geplant, wobei bereits mehrere Interessenbekundungen vorlägen.[9] Es bestehen unter anderem Planungen seitens der Stadt Münster auf dem Gelände ein weiteres Stadthaus zu errichten.[14] Während der Arbeiten am neuen Empfangsgebäude werde das freiwerdende Gelände zunächst jedoch unbebaut bleiben, um als Stellfläche für Baufahrzeuge und Baumaterial genutzt werden zu können.[14]
Seit 2011 werden die Bahnsteige saniert. Die Bauarbeiten sollen am 30. April 2013 abgeschlossen werden.[9] Die Sanierung beinhaltet im Wesentlichen einen neuen und breiteren südlichen Personentunnel, den Neubau von Rolltreppen und Fahrstühlen, neue Beleuchtung auf den Bahnsteigen, neue Wartehäuser und neue Glaselemente.[9]
Der Tiefbunker [Bearbeiten]
Der in den Jahren 1941 bis 1942 erbaute Tiefbunker besteht heute noch. Er wurde während des Kalten Krieges atombombensicher ausgebaut. Hinter vier mächtigen Stahltüren befindet sich je eine Schleuse für fünfzig Personen. Die Innentür öffnet sich durch eine elektronische Sperre erst bei vollständig verschlossener Außentür. Ein weiterer Zugang befindet sich im Keller des ehemaligen Bundesbahngebäudes. Insgesamt finden in dem 2.500 Quadratmeter großen Bunker zweitausend Menschen Zuflucht. Sie könnten dort zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten überleben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er jedoch nur zivil genutzt, zum Beispiel um Flüchtlinge unterzubringen, die im Bosnienkrieg in großer Zahl in Münster eintrafen und im Jahr 2005 beim Münsterländer Schneechaos, als sämtlicher Verkehr zum Erliegen kam und etliche Fahrgäste notdürftig untergebracht werden mussten.[15][16]
Service im Bahnhof [Bearbeiten]
Der Hauptbahnhof von Münster hat ein Reisezentrum und einen Servicepoint, der mittlerweile allerdings in "DB Information" umbenannt wurde. Münster ist Standort einer Bahnhofsmission, die im Oktober 2007 ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hat. Im Bahnhof gibt es ferner einen Drogeriemarkt, eine Bäckerei, Gastronomiebetriebe, einen Blumenladen, ein Souvenirgeschäft und mehrere Buch- und Zeitschriftenhandlungen.
Erhebliche Bedeutung hat der Bahnhof ebenso für den innerstädtischen Verkehr. Der Bahnhofsvorplatz (Berliner Platz) ist Knotenpunkt aller innerstädtischen Buslinien der Stadtwerke Münster. Die Regionalverkehr Münsterland und die DB Westfalenbus starten von hier ebenfalls zahlreiche Verbindungen in das Münsteraner Umland.
Der auf der Ostseite des Bahnhofs liegende Bremer Platz wird auch als „Gummibahnhof“ bezeichnet, hier starten die Reisebusse mit ihren Fahrgästen. Ursprünglich geht der Begriff auf den Omnibusbahnhof für den Regionalverkehr zurück, der sich von Anfang der 1960er- bis Mitte der 1980er-Jahre auf dem Gelände der heutigen Grünanlage an der Bremer Straße befand.
Für den innerstädtischen Verkehr hat das Fahrrad eine sehr große Bedeutung. Zahlreiche Reisende benutzen des Rad für den Weg von und zum Bahnhof. Um das wilde Abstellen von Fahrrädern im Bahnhofsbereich einzudämmen, wurde auf dem Berliner Platz vor dem Bahnhof ein Fahrradparkhaus errichtet.
Verbindungen [Bearbeiten]
Fernverkehr [Bearbeiten]
Im Schienenpersonenfernverkehr wird der Münsteraner Hauptbahnhof von zahlreichen IC-Linien sowie einigen ICEs bedient.
| Linie | Linienverlauf | Takt |
|---|---|---|
| ICE 31 | Kiel – Hamburg – Münster (Westf) – Dortmund – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Frankfurt (Main) – Mannheim – Freiburg (Breisgau) – Basel SBB | einzelne Züge |
| ICE 42 | (Hamburg –) Münster (Westf) – Dortmund – Düsseldorf – Köln – SFS – Frankfurt (Main) – Mannheim – Stuttgart – München | einzelne Züge |
| IC 26 | Westerland (Sylt) bzw. Ostseebad Binz – Hamburg – Münster (Westf) – Duisburg – Köln | einzelne Züge (Sa/So) |
| IC 30 | Hamburg – Münster (Westf) – Dortmund – Duisburg – Köln – Koblenz – Mannheim – Stuttgart (einzelne Züge Freiburg (Breisgau) – Basel SBB – Chur) | Zweistundentakt |
| IC 31 | (einzelne Züge Fehmarn-Burg – Lübeck –) Hamburg – Münster (Westf) – Dortmund – Wuppertal – Köln – Koblenz – Frankfurt (Main) (einzelne Züge Nürnberg – Passau) | Zweistundentakt |
| IC 32 | Münster (Westf) – Gelsenkirchen – Duisburg – Köln – Koblenz – Mannheim – Stuttgart – Ulm – (München – Salzburg – Klagenfurt) oder (Lindau – Innsbruck) | einzelne Züge |
| IC 35 | Norddeich Mole – Rheine – Münster (Westf) – Gelsenkirchen – Duisburg – Köln – Koblenz – Trier – Luxemburg | Zweistundentakt |
| IC 77 | Münster (Westf) – Osnabrück – Hannover – Wolfsburg – Berlin Ostbf | einzelne Züge |
| HKX | Hamburg – Osnabrück - Münster (Westf) – Gelsenkirchen – Duisburg – Köln | 1–3 Zugpaare |
Nahverkehr [Bearbeiten]
Im Schienenpersonennahverkehr verkehren insgesamt drei Regional-Express-Linien und zehn Regionalbahnlinien:
| Linie | Name | Linienverlauf | Betreiber |
|---|---|---|---|
| RE 2 | Rhein-Haard-Express | Münster (Westf) – Dülmen – Recklinghausen – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf | DB Regio NRW |
| RE 7 | Rhein-Münsterland-Express | Rheine – Münster (Westf) – Hamm (Westf) – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Neuss – Krefeld | |
| RE 15 | Emsland-Express | Emden Außenhafen – Emden – Leer (Ostfriesl) – Lingen (Ems) – Rheine – Münster (Westf) | DB Regio Nord |
| RB 42 | Haard-Bahn | Münster (Westf) – Dülmen – Recklinghausen – Gelsenkirchen – Essen | DB Regio NRW |
| RB 50 | Der Lüner | Münster (Westf) – Lünen – Dortmund | eurobahn |
| RB 63 | Baumberge-Bahn | Münster Zentrum Nord – Münster (Westf) – Coesfeld (Westf) | DB Regio NRW |
| RB 64 | Euregio-Bahn | Enschede – Gronau (Westf) – Steinfurt-Burgsteinfurt – Münster (Westf) | |
| RB 65 | Ems-Bahn | Rheine – Münster (Westf) | Westfalenbahn |
| RB 66 | Teuto-Bahn | Münster (Westf) – Lengerich (Westf) – Osnabrück | |
| RB 67 | Der Warendorfer | Münster (Westf) – Warendorf – Gütersloh – Bielefeld | NordWestBahn |
| RB 68 | Emsauen-Bahn | Rheine – Münster (Westf) | DB Regio NRW |
| RB 69 | Ems-Börde-Bahn | Münster (Westf) – Hamm (Westf) – Gütersloh – Bielefeld | eurobahn |
| RB 89 | Ems-Börde-Bahn | Münster (Westf) – Hamm (Westf) – Lippstadt – Paderborn – Warburg – (Kassel-Wilhelmshöhe) |
Weblinks [Bearbeiten]
Deutschen Bahn AG:
- Bahnsteiginformationen
- Gleise in Serviceeinrichtungen (EMST) (PDF; 367,4 kB)
NRWbahnarchiv von André Joost:
- Beschreibung der Personenzugangsstelle Münster (Westf) Hbf
- Beschreibung der Betriebsstelle Münster (Westf) Hbf
Weitere Belege:
- Bahnhofsbeschreibung Münster (Westf) Hbf von Seh-Netz e.V.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Westfälische Nachrichten: Hauptbahnhof bekommt endlich Aufzüge, 21. Dezember 2009
- ↑ Anja Gussek-Revermann, Heinz Kilian: Münster und die Eisenbahn. Ardey-Verlag 2003, S. 173
- ↑ westline.de: Interview mit Hartmut Mehdorn, 25. Januar 2007
- ↑ Münstersche Zeitung, 31. Mai 2007
- ↑ Münstersche Zeitung: Signale auf hellgrün, Münster, Jörg Gierse, 18. Oktober 2007
- ↑ bahninfo.de: Modernisierung des Hauptbahnhofes Münster verzögert sich weiter
- ↑ DB AG: Deutsche Bahn AG beendet Zusammenarbeit mit Timon, 9. April 2009
- ↑ Westfälische Nachrichten: Bahnhof: Sanierung vor Abschluss, Titelseite, Münster, 9. Februar 2013
- ↑ a b c d e f g Westfälische Nachrichten: Am 30. April rücken die Arbeiter ab – Hauptbahnhof: Sanierung der Verkehrsstation vor dem Abschluss / Einweihung mit Minister Ramsauer?, Münsterischer Anzeiger, Münster, Martin Kalitschke, 9. Februar 2013
- ↑ Westfälische Nachrichten: Todes-Sturz: Empörung über die Bahn, Münster/Düsseldorf, Karin Völker, Claudia Kramer-Santel, 14. Juli 2009 (Online-Ausgabe); abgerufen am 15. Juli 2009
- ↑ Westfälische Nachrichten: Bahn-Pläne: Neuer Hauptbahnhof: luftig und gläsern – deutlich weniger Einzelhandel, Münster, Dirk Anger, 25. März 2011
- ↑ a b Westfälische Nachrichten: Baustart nicht vor Ende 2014: „Bahnhof kommt“ – aber später, Münster, Martin Kalitschke, 23. Dezember 2011
- ↑ Westfälische Nachrichten: Breite Aufgänge und neue Rolltreppen: Fahrgastverband lobt Bahnhofsumbau, Münster, Peter Sauer, 18. Juni 2012
- ↑ a b c d Westfälische Nachrichten: Abriss hinterm Bahnhof: Expressgutabfertigung verschwindet ab 6. Mai/Ostausgang des Haupttunnels bis Ende Juni gesperrt, Münsterischer Anzeiger, Münster, Martin Kalitschke, 19. April 2013
- ↑ 7grad.org: Tiefbunker unter dem Bahnhof Münster
- ↑ Marga Kift: Licht im Schacht: Einmal Unterwelt und zurück