Münster (bei Dieburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Münster
Münster (bei Dieburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Münster hervorgehoben
49.9252777777788.8591666666667137Koordinaten: 49° 56′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 20,74 km²
Einwohner: 14.055 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 678 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64839
Vorwahl: 06071
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mozartstraße 8
64839 Münster
Webpräsenz: www.muenster-hessen.de
Bürgermeister: Walter Blank
Lage der Gemeinde Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Münster ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Umgebungskarte

Die Gemeinde Münster besteht aus drei Ortsteilen; Münster selbst hat ungefähr 12.000 Einwohner, östlich davon das am 31. Dezember 1971 eingemeindete Altheim mit etwa 3.000 Einwohnern und im Nordwesten der junge, im Juli 1997 gegründete, Ortsteil Breitefeld mit circa 200 Einwohnern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden von Münster liegt die Gemeinde Eppertshausen, im Osten die Stadt Babenhausen, im Süden liegen die Städte Groß-Umstadt und Dieburg, sowie im Westen die Gemeinde Messel.

Verkehr[Bearbeiten]

Münster (b Dieburg) liegt an der Rodgaubahn (Frankfurt–Dreieich–Buchschlag–Rödermark/Ober-Roden–Dieburg). Zudem verkehren ab Münster die Buslinien 679, 674 in Richtung Rödermark, Dieburg, Reinheim und die Buslinien 684 und 674 (über Dieburg) nach Darmstadt.

Der Ortsteil Altheim ist durch die Main-Rhein-Bahn an die Städte Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg angeschlossen.

Münster ist mit zwei Auffahrten an die als Schnellstraße ausgebaute B 45 angeschlossen, Altheim mit einer Auffahrt an die B 26.

Geschichte[Bearbeiten]

Münster[Bearbeiten]

Der Name Münster deutet auf eine Gründung in der fränkischen oder karolingischen Zeit hin. In alten Urkunden wird von Monster, Munster oder Monstere gesprochen. Das Wort deutet auf das lateinische monasterium hin, was so viel wie Klosterkirche oder „zum Kloster gehörig“ bedeutet.

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 782 n. Chr. an das Kloster Lorsch spricht eine Äbtissin Aba von einem Besitz „ad gaspenze“ (am Fluss Gersprenz). Dieser Besitz gehört zu einem Kloster Neuenhof, das im Rheingau in der Gemarkung Raodora (Roden, Ober- und Nieder-Roden) am Fluss 'Rohada' (Rodau) liegt und das sie mit allen zugehörigen Besitzungen dem Kloster Lorsch schenkt. Möglicherweise war Münster dieser Besitz an der Gersprenz.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1254 wird Münster erstmals erwähnt. Zugleich wird immer wieder ein kleiner Ort, Werlach, genannt, der in der Nähe der Werlacher Mühle (heutiges landwirtschaftliches Anwesen Ries) lag und um 1489 nicht mehr vorhanden war, denn in einer Urkunde nach dieser Zeit wird Werlach als „das verheerte Dorf“ bezeichnet.

Im Zuge von Erbstreitigkeiten kam Münster 1304 zu 5/6 an den Grafen Falkenstein und zu 1/6 an die Grafen von Hanau. Als im Jahre 1418 mit Werner II. von Falkenstein dieses Geschlecht im männlichen Stamm ausstarb, wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Münster erneut. Im Mai 1419 wurde das Falkenstein’sche Erbe unter den drei Schwestern des letzten Falkensteiners aufgeteilt.

Münster und Werlach kamen an die Solmser Linie und durch Erbfolge teils an die verwitwete Gräfin Anna von Sayn und teils an den Grafen von Ysenburg. Ab 1486 hatten die Grafen Dieter von Ysenburg 5/6 von Münster und Werlach im Besitz. In dieser Urkunde wird Werlach zum letzten Mal erwähnt.

Das verbliebene Sechstel von Münster und Werlach, das wiederum durch Erbfolge an die Grafen von Hanau-Lichtenberg kam, wurde durch Tausch im Jahre 1684 an Kurmainz abgetreten. Mainz tauschte im Jahre 1706 diesen Teil von Münster an Ysenburg, das nun im gesamten Besitz von Münster war. Da sich Fürst Karl von Ysenburg mit Napoleon I. verbündet hatte, musste er nach dessen Niederlage mit Folgen rechnen. Er flüchtete in die Schweiz und konnte nicht verhindern, dass sein Fürstentum 1815 an Kaiser Franz I. von Österreich und am 9. Juli 1816 zu Hessen-Darmstadt kam. In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt[2]. Als Monstre (1189-1220), als Munstre (um 1290), als Munster (1294), als Menstere (1325), als Monster (1361), als Munster (1423), als Münßter (1629) und ab 1687 als Münster.

Verwaltung, Gerichte und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert[2]:

Die zuständige Gerichtsbarkeit war[2]:

Belegte Einwohnerzahlen sind [2]:
  • 1829: 1604 Einwohner
  • 1939: 3808 Einwohner
  • 1961: 5830 Einwohner
  • 1970: 7605 Einwohner
Münster: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.655
1840
  
1.939
1846
  
1.997
1852
  
1.913
1858
  
1.827
1864
  
1.864
1871
  
1.859
1875
  
1.963
1885
  
2.028
1895
  
2.200
1905
  
2.580
1910
  
2.809
1925
  
3.346
1939
  
3.808
1946
  
4.266
1950
  
5.144
1956
  
5.297
1961
  
5.830
1967
  
6.846
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Altheim[Bearbeiten]

Der Ort wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt.

Am 31. Dezember 1971 wurde Altheim im Rahmen der Gebietsreform in Hessen freiwillig in die Gemeinde Münster eingegliedert.[3]

Breitefeld (früher Münster Depot)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Breitefeld

Der kleine Ort auf dem ehemaligen Münster Depot wurde erst im Juli 1997 auf Beschluss der Gemeindevertretung von Münster gegründet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister der Gemeinde Münster heißt Walter Blank und gehört der CDU an. Der erste Beigeordnete der Gemeinde ist seit September 2008 Norbert Schewe. Am 18. Mai 2008 wurde Walter Blank mit 61,63% der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Zur Wahl stand neben Amtsinhaber Walter Blank auch Manfred Löbig (SPD). Die Amtszeit des Bürgermeisters beträgt sechs Jahre.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,9 %
33,5 %
14,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,1 %p
+1,0 %p
+4,0 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 51,9 19 57,0 21
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,5 13 32,5 12
ALMA Alternative Liste Münster und Altheim 14,6 5 10,6 4
Gesamt 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 43,6 43,0

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Münsters ist eine Kombination aus dem Hanauer Schwan und zwei schwarzen Streifen, dem Siegel der Grafen von Ysenburg. Die Gemeinde nutzte es ab 1684 als Gerichtssiegel, seit 1956 ist es das ministeriell anerkannte Wappen.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Münster ist seit 1971 [5] mit Abtenau in Österreich verschwistert. Nach der Wende kam Reinsdorf im Landkreis Zwickau als zweite Partnergemeinde hinzu.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Michael
Evangelische Kirche St. Martin
  • Katholische Kirche Münster
  • Evangelische Kirche Münster
  • Evangelische Kirche Altheim (wird auch von Katholiken genutzt)
  • Christliche Gemeinde Münster

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Münster verfügt über zwei Grundschulen (John F. Kennedy Schule und Regenbogenschule Altheim) und eine kooperative Gesamtschule (Schule auf der Aue) mit Hauptschul-, Realschul- und gymnasialem Zweig (bis Klasse 10)[6]. Darüber hinaus gibt es fünf Kindertagesstätten.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münster (bei Dieburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Münster, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 7. Januar 2013, abgerufen am 1. September 2012.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 355.
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
  5. Marktgemeinde Abtenau, abgerufen am 9. Juli 2011
  6. Schulen auf dem Bildungsserver Hessen, abgerufen am 11. April 2013