Münster (bei Dieburg)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Darmstadt-Dieburg | |
| Höhe: | 137 m ü. NN | |
| Fläche: | 20,74 km² | |
| Einwohner: |
14.058 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 678 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 64839 | |
| Vorwahl: | 06071 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DA, DI | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 32 015 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Mozartstraße 8 64839 Münster |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Walter Blank | |
| Lage der Gemeinde Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg | ||
Münster ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Die Gemeinde Münster besteht aus drei Ortsteilen; Münster selbst hat ungefähr 12.000 Einwohner, östlich davon das am 31. Dezember 1971 eingemeindete Altheim mit etwa 3.000 Einwohnern und im Nordwesten der junge, im Juli 1997 gegründete, Ortsteil Breitefeld mit circa 200 Einwohnern.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Im Norden von Münster liegt die Gemeinde Eppertshausen, im Osten die Stadt Babenhausen, im Süden liegen die Städte Groß-Umstadt und Dieburg, sowie im Westen die Gemeinde Messel.
Verkehr[Bearbeiten]
Münster liegt an der Dreieichbahn (Frankfurt–Dreieich–Buchschlag–Rödermark/Ober-Roden–Dieburg). Zudem verkehren ab Münster die Buslinien 679, 674 in Richtung Rödermark, Dieburg, Reinheim und die Buslinien 684 und 674 (über Dieburg) nach Darmstadt.
Der Ortsteil Altheim ist durch die Main-Rhein-Bahn an die Städte Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg angeschlossen.
Münster ist mit zwei Auffahrten an die als Schnellstraße ausgebaute B 45 angeschlossen, Altheim mit einer Auffahrt an die B 26.
Geschichte[Bearbeiten]
Münster[Bearbeiten]
Der Name Münster deutet auf eine Gründung in der fränkischen oder karolingischen Zeit hin. In alten Urkunden wird von Monster, Munster oder Monstere gesprochen. Das Wort deutet auf das lateinische monasterium hin, was so viel wie Klosterkirche oder „zum Kloster gehörig“ bedeutet.
In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 782 n. Chr. an das Kloster Lorsch spricht eine Äbtissin Aba von einem Besitz „ad gaspenze“ (am Fluss Gersprenz). Dieser Besitz gehört zu einem Kloster Neuenhof, das im Rheingau in der Gemarkung Raodora (Roden, Ober- und Nieder-Roden) am Fluss 'Rohada' (Rodau) liegt und das sie mit allen zugehörigen Besitzungen dem Kloster Lorsch schenkt. Möglicherweise war Münster dieser Besitz an der Gersprenz.
In einer Urkunde aus dem Jahre 1254 wird Münster erstmals erwähnt. Zugleich wird immer wieder ein kleiner Ort, Werlach, genannt, der in der Nähe der Werlacher Mühle (heutiges landwirtschaftliches Anwesen Ries) lag und um 1489 nicht mehr vorhanden war, denn in einer Urkunde nach dieser Zeit wird Werlach als „das verheerte Dorf“ bezeichnet.
Im Zuge von Erbstreitigkeiten kam Münster 1304 zu 5/6 an den Grafen Falkenstein und zu 1/6 an die Grafen von Hanau. Als im Jahre 1418 mit Werner II. von Falkenstein dieses Geschlecht im männlichen Stamm ausstarb, wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Münster erneut. Im Mai 1419 wurde das Falkenstein’sche Erbe unter den drei Schwestern des letzten Falkensteiners aufgeteilt.
Münster und Werlach kamen an die Solmser Linie und durch Erbfolge teils an die verwitwete Gräfin Anna von Sayn und teils an den Grafen von Ysenburg. Ab 1486 hatten die Grafen Dieter von Ysenburg 5/6 von Münster und Werlach im Besitz. In dieser Urkunde wird Werlach zum letzten Mal erwähnt.
Das verbliebene Sechstel von Münster und Werlach, das wiederum durch Erbfolge an die Grafen von Hanau-Lichtenberg kam, wurde durch Tausch im Jahre 1684 an Kurmainz abgetreten. Mainz tauschte im Jahre 1706 diesen Teil von Münster an Ysenburg, das nun im gesamten Besitz von Münster war. Da sich Fürst Karl von Ysenburg mit Napoleon I. verbündet hatte, musste er nach dessen Niederlage mit Folgen rechnen. Er flüchtete in die Schweiz und konnte nicht verhindern, dass sein Fürstentum 1815 an Kaiser Franz I. von Österreich und am 9. Juli 1816 zu Hessen-Darmstadt kam. In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt[2]. Als Monstre (1189-1220), als Munstre (um 1290), als Munster (1294), als Menstere (1325), als Monster (1361), als Munster (1423), als Münßter (1629) uand ab 1687 als Münster.
Verwaltung, Gerichte und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert[2]:
- Bis 1816: Oberamt Offenbach
- 1820: Amt Dreieich, das ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte.
- 1821 bis 1832: Landratsbezirk Offenbach der Provinz Starkenburg.
- 1832 bis 1848: Kreis Offenbach, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
- 1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
- 1852 bis 1938: Kreis Dieburg mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
- 1938 bis 1977: Landkreis Dieburg. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
- ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht
Die zuständige Gerichtsbarkeit war[2]:
- 1629: Zentgericht: Dieburg
- 1706: gelangt die Obrigkeit an die Grafen von Hanau
- 1820: standesherrliches Amt Dreieich
- 1823: Landgericht Offenbach
- 1853: Landgericht Umstadt
- 1879: Amtsgericht Groß-Umstadt
- 1905: Amtsgericht Dieburg
Belegte Einwohnerzahlen sind [2]:
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Altheim[Bearbeiten]
Der Ort wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt.
Am 31. Dezember 1971 wurde Altheim im Rahmen der Gebietsreform in Hessen freiwillig in die Gemeinde Münster eingegliedert.
Breitefeld (früher Münster Depot )[Bearbeiten]
Der kleine Ort auf dem ehemaligen Münster Depot wurde erst im Juli 1997 auf Beschluss der Gemeindevertretung von Münster gegründet.
Politik[Bearbeiten]
Bürgermeister[Bearbeiten]
Der Bürgermeister der Gemeinde Münster heißt Walter Blank und gehört der CDU an. Der erste Beigeordnete der Gemeinde ist seit September 2008 Norbert Schewe. Am 18. Mai 2008 wurde Walter Blank mit 61,63% der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Zur Wahl stand neben Amtsinhaber Walter Blank auch Manfred Löbig (SPD). Die Amtszeit des Bürgermeisters beträgt sechs Jahre.
Gemeindevertretung[Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[3]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 51,9 | 19 | 57,0 | 21 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 33,5 | 13 | 32,5 | 12 | |
| ALMA | Alternative Liste Münster und Altheim | 14,6 | 5 | 10,6 | 4 | |
| Gesamt | 100 | 37 | 100 | 37 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 43,6 | 43,0 | ||||
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen Münsters ist eine Kombination aus dem Hanauer Schwan und zwei schwarzen Streifen, dem Siegel der Grafen von Ysenburg. Die Gemeinde nutzte es ab 1684 als Gerichtssiegel, seit 1956 ist es das ministeriell anerkannte Wappen.
Partnergemeinden[Bearbeiten]
Münster ist seit 1971 [4] mit Abtenau in Österreich verschwistert. Nach der Wende kam Reinsdorf im Landkreis Zwickau als zweite Partnergemeinde hinzu.
Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
Kirchen[Bearbeiten]
- Katholische Kirche Münster
- Evangelische Kirche Münster
- Evangelische Kirche Altheim (wird auch von Katholiken genutzt)
- Christliche Gemeinde Münster
Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]
Münster verfügt über zwei Grundschulen (John F. Kennedy Schule und Regenbogenschule Altheim) und eine kooperative Gesamtschule (Schule auf der Aue) mit Hauptschul-, Realschul- und gymnasialem Zweig (bis Klasse 10)[5]. Darüber hinaus gibt es fünf Kindertagesstätten.
Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Jörg Roßkopf, Tischtennisspieler
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde Münster
- Münster auf den Webseiten des Landkreises Darmstadt-Dieburg
- „Münster, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Literatur zu Münster im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Links zum Thema Münster im Open Directory Project
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d „Münster, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 7. Januar 2013, abgerufen am 1. September 2012.
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
- ↑ Marktgemeinde Abtenau, abgerufen am 9. Juli 2011
- ↑ Schulen auf dem Bildungsserver Hessen, abgerufen am 11. April 2013
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