Mürzsteg

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Mürzsteg
Wappen von Mürzsteg
Mürzsteg (Österreich)
Mürzsteg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 108,17 km²
Koordinaten: 47° 41′ N, 15° 30′ O47.67515.492222222222782Koordinaten: 47° 40′ 30″ N, 15° 29′ 32″ O
Höhe: 782 m ü. A.
Einwohner: 594 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8693
Vorwahl: 03859
Gemeindekennziffer: 6 21 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mürzsteg 9
8693 Mürzsteg
Website: www.muerzsteg.at
Politik
Bürgermeister: Karlheinz Mayer (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
5
2
2
Von 9 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Mürzsteg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Kurort Aflenz Land Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Etmißl Frauenberg Gußwerk Halltal Kapfenberg Mariazell Oberaich Parschlug Pernegg an der Mur Sankt Ilgen Sankt Katharein an der Laming Sankt Marein im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Sebastian Thörl Tragöß Turnau Allerheiligen im Mürztal Altenberg an der Rax Ganz Ganz Kapellen Kindberg Krieglach Langenwang Mitterdorf im Mürztal Mürzhofen Mürzsteg Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Stanz im Mürztal Veitsch Spital am Semmering Wartberg im Mürztal SteiermarkLage der Gemeinde Mürzsteg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Mürzsteg, Lith. um 1830, J.F.Kaiser, Graz

Die Gemeinde Mürzsteg mit 594 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) liegt inmitten des Naturparks Mürzer Oberland im Nordosten der Steiermark (Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Ab 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Neuberg an der Mürz, Altenberg an der Rax und Kapellen zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Neuberg an der Mürz“ weiterführen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Mürzsteg liegt am Oberlauf der Mürz in den Mürzsteger Alpen, einem Teil der Nördlichen Kalkalpen. Im Westen erhebt sich die Hohe Veitsch, im Osten die Schneealpe. Der Ort Mürzsteg selbst liegt an der Einmündung des Dobreinbaches in die Mürz.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden (Einwohner 2011):

  • Frein an der Mürz (42)
  • Mürzsteg (321) mit den weiteren Ortschaften
    • Dobrein (85)
    • Dürrenthal (13)
    • Kaltenbach (2)
    • Lanau (63)
    • Niederalpl (18)
    • Scheiterboden (50)
    • Tebrin (10)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1948 kam die Katastralgemeinde Frein an der Mürz von der Gemeinde Halltal zu Mürzsteg; dafür wurde der Ortsteil Krampen nach Neuberg an der Mürz eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn:

Geschichte[Bearbeiten]

Mürzsteg[Bearbeiten]

Mürzsteg um 1900

Das Gebiet von Mürzsteg wurde 1103 von den Kärntner Herzögen dem Stift St. Lambrecht übergeben. Seitdem wurde das Gebiet von Westen ausgehend durch hörige Bauern des Stiftes gerodet und besiedelt. 1342 kam das Gebiet an das Zisterzienserstift Neuberg. 1428 wurde Mürzsteg erstmals urkundlich erwähnt.

1692 wurde durch das Stift Neuberg die Eisenindustrie in der Gegend begründet, die vor allem zu Ende des 18. Jahrhunderts einen bedeutenden Aufschwung nahm (so bestand um 1790 an der Einmündung des Dobreinerbaches ein Werk mit zwei Steckhämmern und bachaufwärts ein Zerrenhammer; 1798/99 wurde die „k.k. Gewehrfabrik“ in Lanau mit 64 Schmieden gegründet). 1850 wurde allerdings die Lanauer Fabrik geschlossen; auch der bisherige Bergbau in Tebrin wurde eingestellt. Nach der Aufhebung des Stiftes Neuberg wurde Mürzsteg im Jahr 1785 eine eigene Pfarre. Erst 1861 wurde die bestehende Kapelle zur Kirche ausgebaut und im Jahr 1898 abermals erweitert.

Ab 1850 kam Kaiser Franz Joseph I. regelmäßig zur Jagd nach Mürzsteg; 1854 verbrachte er hier die Flitterwochen mit Kaiserin Elisabeth. Das 1868 errichtete Jagdhaus wurde nach und nach zu einem Jagdschloss aus- und umgebaut. 1902 und 1903 empfing er hier Zar Nikolaus II. zu politischen Beratungen.

Frein an der Mürz[Bearbeiten]

Frein wurde 1780 erstmals urkundlich erwähnt. 1805 wurde die Schule in Frein gegründet, 1911 eine weitere in Neuwald. Beide wurden 1976 geschlossen. 1881 erfolgte der Bau einer Straße zwischen Mürzsteg und Frein. 1892 wurde Frein eine eigene Pfarre. 1908 wurde in Frein eine Papierfabrik errichtet, die 1930 ihren Betrieb wieder einstellte. 1944 gab es für den abgelegenen Ort die erste Stromversorgung mittels eines eigenen Aggregates. Eine Lichtleitung wurde erst 1965 errichtet. 1948 wurde Frein an der Mürz von der Gemeinde Halltal abgetrennt und mit Mürzsteg vereinigt.

Religionen[Bearbeiten]

Größte Glaubensgemeinschaft ist die Römisch-katholische Kirche, zu der sich 69,7 % der Bevölkerung bekennen, zweitgrößte, aufgrund des Asylantenheimes, der Islam mit 8,7 %, gefolgt von der Evangelischen Kirche mit 7,6 % und der Orthodoxen Kirche mit 1,8 % der Bevölkerung. Ohne religiöses Bekenntnis sind 11,4 %.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.398
1880 1.270
1890 1.317
1900 1.166
1910 1.125
1923 936
1934 943
1939 879
1951 1.099
1961 993
1971 813
1981 634
1991 652
2001 554

Die Bevölkerung Mürzstegs hat seit Beginn der Volkszählungen mit einzelnen Unterbrechungen (insbes. zwischen 1939 und 1951, bedingt durch die Eingemeindung von Frein) stetig abgenommen und machte bei der letzten Volkszählung 2001 nicht einmal mehr die Hälfte der Zahl von 1869 aus. Sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz waren auch in diesen letzten Dekade negativ. Seither hat die Bevölkerung wieder leicht zugenommen und betrug 631 zum 1. Jänner 2012.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Mürzsteg
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mürzsteg

Museen[Bearbeiten]

  • Holzknechtmuseum

Bauwerke[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mürzsteg ist von Mürzzuschlag und Neuberg über die Lahnsattelstraße B 23 zu erreichen, die in weiterer Folge über den Lahnsattel auf die Gutensteiner Straße B 21 trifft, auf der einerseits Mariazell und andererseits St. Aegyd am Neuwalde zu erreichen sind. Von Mürzsteg aus führt zudem in westlicher Richtung die Landesstraße 113 über das Niederalpl nach Wegscheid. Dort trifft sie auf die Mariazeller Straße B 20 von Kapfenberg nach Mariazell.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Wirtschaft von Mürzsteg besteht überwiegend aus Unternehmen, die von Touristen leben. Das 'Kinderhotel Appelhof' ist das größte Hotel der Hochsteiermark und nimmt mit etwa zwölf Hektar Hotelgelände die gesamte Südseite des Hauptortes ein. In Frein gibt es den 'Freinerhof'. Am Niederalpl entwickelt sich um den 'Schilift Niederalpl' ein Freizeit-Hotspot mit drei Restaurants, der neben der einheimischen Bevölkerung vor allem von Wienern besucht wird. Am Niederalpl steht neben dem traditionellen 'Plodererhof' mit der 'Holzbox' ein Designhotel.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevorstand[Bearbeiten]

Der dreiköpfige Gemeindevorstand besteht aus dem Bürgermeister Karlheinz Mayer, dem Vizebürgermeister Arnold Gamsjäger (beide SPÖ) und dem Gemeindekassier Hannes Schuhmann (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Wappenmürzsteg.jpg

Wappenbeschreibung: In einem mit fünf silbernen Schneerosen bestreuten grünen Feld unter einem silbernen Hirschhaupt ein silberner Steg, der auf an die Ränder des Schildfußes stoßenden, schwarz gefugten, silbernen Stützmauern aufruht, zwischen denen in Blau sich silbern ein Flößerhaken und eine Berghaue schräg kreuzen.[2]
Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1997.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mürzsteg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz und der Gemeinden Altenberg an der Rax, Kapellen und Mürzsteg, alle politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 148, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 680.
  2. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 48, 1998, S. 54