Müstair

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Müstair
Wappen von Müstair
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Innw
Kreis: Val Müstair
Gemeinde: Val Müstairi2
Postleitzahl: 7537
UN/LOCODE: CH MSR
Koordinaten: 830614 / 16725046.61666710.4499961273Koordinaten: 46° 37′ 0″ N, 10° 27′ 0″ O; CH1903: 830614 / 167250
Höhe: 1'273 m ü. M.
Fläche: 77.74 km²
Einwohner: 764 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 10 Einw. pro km²
Website: www.cdvm.ch
Müstair, rechts das Claustra San Jon

Müstair, rechts das Claustra San Jon

Karte
Müstair (Schweiz)
Müstair
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2009

Müstair ( [myˈʃtaɪ̯r]?/i; bis 1943 offiziell Münster (GR) genannt) war bis zum 31. Dezember 2008 eine politische Gemeinde im Val Müstair im Bezirk Inn des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Per 1. Januar 2009 fusionierte Müstair mit den übrigen Schweizer Gemeinden der Talschaft (Fuldera, , Santa Maria Val Müstair, Tschierv und Valchava) zur Gemeinde Val Müstair.

Müstair ist die östlichste (ehemalige) Gemeinde der Schweiz und liegt nahe der italienischen Grenze. Jenseits der Grenze liegt weiter talwärts der Südtiroler Ort Taufers. Weltbekannt ist das Claustra San Jon, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Ehemaliges Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau die Klosterkirche von Müstair in Silber mit Dächern in Rot, das Siegelmotiv der Gemeinde wird auf das Hauptelement des Klosters reduziert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1835 1850 1900 1950 2000
Einwohner 513 475 599 776 745

Im Ort wird die bündnerromanische Mundart Jauer gesprochen. Trotz eines Rückgangs ist Rätoromanisch noch dominant. 1990 gaben 88 % und im Jahr 2000 86 % der Bewohner Romanischkenntnisse an. In den Jahren 1880 galt es 87 %, 1910 88 % und 1941 89 % als Muttersprache. Seit 1970 wächst allerdings die deutschsprachige Minderheit, während die Zahl der Romanischsprachigen stagniert. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Müstair
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 123 17,40 % 160 21,28 % 184 24,70 %
Rätoromanisch 574 81,19 % 578 76,86 % 543 72,89 %
Italienisch 8 1,13 % 10 1,33 % 4 0,54 %
Einwohner 707 100 % 752 100 % 745 100 %

Im Jahr 2000 wurde neben den einheimischen Sprachen am häufigsten Portugiesisch mit 0,67 % gesprochen.

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden des Tals blieb die Ortsbevölkerung katholisch. Der Ort beherbergt seit dem 8. Jahrhundert ein Benediktinerinnenkloster. Die Pfarrkirche wird seit 1696 von Kapuzinerpatres betreut.

Staatsangehörigkeit[Bearbeiten]

Von den 805 Dorfbewohnern (Stand: Ende 2005) waren 759 (= 94 %) Schweizer Staatsangehörige.

Geschichte[Bearbeiten]

Die schon früh besiedelte (ehemalige) Gemeinde schloss sich 1367 dem Gotteshausbund an. 1499 wurde sie durch österreichische Soldaten verwüstet. Nach dem Verkauf durch den Bischof von Chur gehörte Müstair von 1728 bis 1762 dem Erzherzogtum Österreich an. Ab 1854 war das Dorf eine eigene Gemeinde.

Östlich oberhalb des Dorfes liegen die Ruinen der Burg Balcun At.

Berge[Bearbeiten]

Eine Besonderheit ist der 2763 m hohe Piz Chavalatsch: Der Gipfel, auf dem die schweizerisch–italienische Grenze verläuft, markiert den östlichsten Punkt der Schweiz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Doppelkapelle St. Ulrich und Nikolaus[1]
  • Heiligkreuzkapelle[2]
  • Klosterkirche[3]
  • Plantaturm[4]
  • Kapelle St. Sebastian, im Oberdorf[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Müstair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doppelkapelle St. Ulrich und Nikolaus
  2. Heiligkreuzkapelle
  3. Klosterkirche
  4. Plantaturm
  5. Kapelle St. Sebastian