Mālpils

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Mālpils
Wappen fehlt
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Mālpils (Lettland)
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Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Mālpils novads
Koordinaten: 57° 1′ N, 24° 58′ O57.01055555555624.95972222222290Koordinaten: 57° 0′ 38″ N, 24° 57′ 35″ O
Einwohner: 2.168 (30. Aug. 2006)
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe: 90 m
Webseite: www.malpils.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:
Mālpils pils 2000-02-12.jpg
Herrenhaus von Gut Lemburg (lett: Mālpils)

Mālpils (deutsch Lemburg) ist ein Ort in Lettland, rund 50 Kilometer nordöstlich von Riga und Zentrum des gleichnamigen Bezirks (Mālpils novads).

Geschichte[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Kirche Mālpils

Zwischen 1386 und 1413 wurde die Festung Lemburg des Deutschen Ordens angelegt. Ab dem 15. Jahrhundert bestand eine Kirche. 1577 wurde die Burg von Truppen des dänischen Prinzen Magnus eingenommen.

Die Ortschaft entstand um das Gut Lemburg, welches nach der schwedischen Eroberung 1622 eingerichtet wurde. Bereits vor 1613 ist ein lutherischer Pfarrer bezeugt. 1693 bestand eine Gemeindeschule.

Der Landrat des Gouvernements Livland Gustav von Taube wurde 1760 Eigentümer und errichtete größere Parkanlagen. 1766 wurde eine steinerne Kirche erbaut. 1845 wechselten viele der ansässigen Bauern die Konfession und errichteten eine russisch-orthodoxe Gemeinde. Nachdem das Herrenhaus während der Russischen Revolution 1905 niedergebrannt wurde, begann ein Umbau im klassizistischen Stil nach den Plänen von Wilhelm Bockslaff. 1920 wurde der Besitz enteignet und in 166 Höfe für Neusiedler aufgeteilt. Das Herrenhaus diente als Schule und Erholungsheim für Soldaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier eine Schule für Bautechnik und später die Verwaltung einer Sowchose. In dieser Zeit wuchs die Bevölkerung, die 1935 noch aus 279 Einwohnern bestanden hatte auf über 2500 an.

Die restaurierten Guts-Gebäude wurden 2008 zum 150. Geburtstag des Architekten Bockslaff eröffnet und dienen heute als exklusives Hotel.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Ort taucht als "Lehmborch" (1466), "Leemborch" (1498), "Lemborch" (1530) und lettisch "Mahlpils" (1909) in Urkunden auf.

Die hier ansässigen Liven nannten den Ort „lembit - urga“ was soviel wie "Häuptlings - Fluss" bedeutet. Volksethymologisch machten die deutschen Kreuzritter daraus "Lehmburg" bzw. Die lettische Bezeichnung wiederum ist eine Übersetzung: "Lehm - Burg" = lettisch: "Māls - Pils".

Es gibt auch Erzählungen, das die lettischen Bauern die Burg früher "Mārpils" nannten, weil ein Mädchen mit dem Namen Māra beim Bau der Burg von den Kreuzrittern mit eingemauert wurde.

Mālpils novads[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mālpils wird seit 2009 im Zuge einer Verwaltungsreform ohne Gebietsveränderung als Mālpils novads bezeichnet. Neben dem Hauptort liegen noch die Dörfer Sidgunda (459 Einwohner), Upmalas (157 Einwohner), Vite (52 Einwohner) und Bukas (39 Einwohner) im Bezirk. Die restlichen der 4039 Einwohner (Stand 2009) leben auf Einzelgehöften oder in kleineren Siedlungen.

Die Flüsse Mergupe und Suda fließen im Bezirk zur großen Jugla zusammen. Auf dem 220,9 Km² großen Territorium befinden sich mehrere Sumpfgebiete mit mehr als 1000 Hektar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.