M1918 (Haubitze)

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M1918 (Haubitze)


Haubitze mit maximaler Rohrerhöhung

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: M1918 240 mm Howitzer
Herstellerland: USA
Entwickler/Hersteller: Frankreich
Entwicklungsjahr: 1917–1920
Produktionsstart: 1920
Stückzahl: 330
Waffenkategorie: Haubitze
Mannschaft: 12
Technische Daten
Rohrlänge: 4.95 m
Kaliber:

24 cm

Kadenz: 0,2 Schuss/min
Höhenrichtbereich: +10° bis +60 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 10° li+re
Ausstattung
Munitionszufuhr: getrennte Ladung


Der M1918 240mm Howitzer war der Nachbau eines französischen Belagerungsgeschützes aus dem Ersten Weltkrieg. Er wurde in den USA nach den Vorgaben des U.S. Ordnance Department hergestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Als die Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg eintraten, verfügte die Artillerie über keine beweglichen schweren Geschütze. Um dem abzuhelfen und die notwendig gewordene Beschaffung zu beschleunigen, entschied sich die U.S. Army, ein bereits von den Alliierten verwendetes Muster zu übernehmen und in den USA zu produzieren. Dazu wurde eine spezielle Kommission eingesetzt, die den bereits von der französischen Armee verwendeten 28 cm „Mortier de 280 modèle 1914 Schneider“ der Firma Schneider Creusot auswählte. Das Modell stammte bereits aus dem Jahre 1911 und war die Entwicklung der Kaiserlich Russischen Armee, die eine Fertigungslizenz an Frankreich erteilt hatte.[2] Mehrere Sonderwünsche des U.S. Militärs (Kaliber 24 cm statt 28 cm) führten dazu, dass das Gerät umkonstruiert werden musste. Schneider Creusot änderte daraufhin gemäß den Forderungen die Konstruktionspläne und schickte diese, zusammen mit einigen Technikern in die USA, um die Produktion des nunmehr als 240 mm Howitzer M1918 bezeichneten Geschützes zu beginnen. Das erste Exemplar konnte jedoch nicht vor Kriegsende fertiggestellt werden und wurde bei der Abgabe des ersten Probeschusses durch einen Rohrkrepierer zerstört. Daraufhin wurde die Produktion zur Fehlersuche angehalten und notwendige Änderungen vorgenommen. Dies zog sich bis Mitte der 1920er Jahre hin; danach wurde die endgültige Produktion aufgenommen. Das Modell blieb das schwerste mobile Geschütz der U.S. Army, bis es 1943 durch den 240 mm howitzer M1 ersetzt wurde. Obwohl die Ingenieure der U.S. Army das Geschütz ständig verbesserten, kam es niemals zu einer zufriedenstellenden Lösung. Durch das äußerst knappe Budget, das vom Kongress für dieses Objekt bewilligt worden war und das eine komplette Neuentwicklung verhinderte, war man gezwungen gewesen, nach Kriegsende die Arbeiten an diesem Modell fortzuführen.

Heute ist unbekannt, ob eins der Geschütze je im Zweiten Weltkrieg eingesetzt war. Sicher ist nur, dass sich einige Exemplare während des Angriffs auf Pearl Harbor zum Küstenschutz auf Hawaii befanden. 12 Geschütze waren in bereits 1920 vorbereiteten Positionen aufgestellt worden, weitere acht zwischen 1938 und 1945 gebaute Geschützstände wurden nicht armiert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es handelte sich um eine Haubitze, wie sie in ähnlicher Bauweise in dieser Zeit des Öfteren verwendet wurde. Abgesehen vom Kaliber und einigen sonstigen Änderungen entsprach sie dem französischen Vorbild. Der Transport erfolgte in fünf Lasten auf Anhängern, die von zehn Tonnen Gleisketten-Schleppern (tracked ten ton tractors) gezogen wurden. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds konnte die Anzahl der Zugmaschinen reduziert werden.

Rohr
Rohrwiege
Lafette
Bettung
Dazu kam ein Anhänger mit dem Montagegerüst und Zubehör


Die Höchstgeschwindigkeit für den Straßentransport betrug ca. 8,5 km/h.

Nach der Auswahl einer Feuerstellung begann die Planierung des Geschützplacements, die von Hand durchgeführt wurde. Danach wurde die Bettung und das Montagegerüst aufgebaut und mit der Montage des Geschützes begonnen. Unter optimalen Bedingungen dauerte die Montage vier bis sechs Stunden.[3][4]

Literatur[Bearbeiten]

  • The Illustrated Encyclopedia of 20th Century Weapons and Warfare, Vol 7, page 779, editor Bernard Fitzsimons, Purnell & Sons Ltd 1967/1969

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ordnance Department Document No. 2033 Handbook of Artillery, p. 307, May 1920, United States Government Printing Office, Washington
  2. Zum Zeitpunkt des Beginns der diesbezüglichen U.S. Aktivitäten gab es jedoch bereits keine Kaiserlich Russischen Arme mehr, woraufhin man wohl die Urheberrechte als erledigt ansah
  3. "Dynamite On Wheels" , April 1942, Popular Science Popular Science, April 1942, p. 64
  4. US Army 1920 "Handbook of Artillery" page 311 shows erection frame

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 240mm M1918 howitzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien