M1 (Haubitze)

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M1 (Haubitze)


Haubitze in Feuerstellung. Italien 1944

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 240 mm howitzer M1
Herstellerland: USA
Entwicklungsjahr: 1940-1943
Produktionszeit: 1943 bis 1945
Stückzahl: 315
Waffenkategorie: Haubitze
Mannschaft: 14
Technische Daten
Gesamtlänge: 8.40 m
Kaliber:

240 mm

Kadenz: 1-1,5 Schuss/min
Höhenrichtbereich: +15° bis +65° Winkelgrad
Seitenrichtbereich: je 22.5° links und rechts
Ausstattung
Munitionszufuhr: getrennte Ladung

Der 240 mm howitzer M1 (Spitzname: "Black Dragon"[1] ) war ein gezogenes Geschütz der United States Army.

Entwickelt wurde es, um den noch aus dem Ersten Weltkrieg stammenden 240 mm Howitzer M1918 abzulösen, der wiederum auf einem französischen Geschütz aus dem Jahre 1911 basierte. Mit den Arbeiten wurde im Jahr 1941 begonnen.[2] Es war das effektivste und schwerste Geschütz, über das die U.S. Feldartillerie im Zweiten Weltkrieg verfügte. Es verfeuerte eine 163 kg schwere Granate über eine Entfernung von 23,1 km[3] und wurde lediglich von den als Eisenbahngeschütze verwendeten Marinekanonen übertroffen.[4] Das Geschütz erfüllte die Anforderungen zur Bekämpfung von schwer befestigten Zielen, wie man sie im Westwall vorzufinden glaubte.

Einsätze[Bearbeiten]

Der erste operative Einsatz des 240 mm Howitzer fand im Januar 1944 statt, als die Geschütze im Rahmen der Kämpfe der alliierten Landung bei Anzio von der 5. US-Armee erfolgreich eingesetzt wurden.[5] Zusammen mit den im April 1944 nachgeführten 203 mm Haubitzen bekämpften sie die Batterien der schweren deutschen Artillerie[5]. Dazu zählten auch die bei den Alliierten als „Anzio Annie“ bekannten beiden deutschen 28-cm-Kanone 5 (E) Eisenbahngeschütze. Diese wurden auf Grund des massiven Beschusses schließlich zurückgezogen.[5] Das Feuer war präzise genug, sogar so relativ kleine Ziele wie einzelne Kampfpanzer erfolgreich unter Beschuss zu nehmen.[5] Gelobt wurde ebenfalls die Fähigkeit, Schlüsselstellungen über eine größere Entfernung hinweg zu zerstören[6]. In der Schlacht um Monte Cassino vollendeten die Geschütze das von den alliierten Bombern an dem Kloster angerichtete Zerstörungswerk.[6] Einige Geschütze wurden hier auch an die britischen Streitkräfte (8. Armee) abgegeben und zum Einsatz gebracht.[4]

US-Offiziere attestierten der verheerenden Feuerkraft und unglaublichen Genauigkeit des Geschützes eine maßgebliche Rolle bei den Kämpfen in Italien.[1]

Auch der pazifische Kriegsschauplatz sah diese Geschütze, wo sie namentlich 1945 in der Schlacht um Manila erwähnt wurden. Es waren zu diesem Zeitpunkt jedoch so gut wie keine lohnenden Ziele mehr vorhanden, ein massiver Einsatz war daher nicht mehr notwendig.[5]

Bei der U.S. Army wurden die Geschütze noch im Koreakrieg eingesetzt. Dazu wurden sie entmottet und an die Front gesandt. Aufgabe war die Beschießung von Bunkern und Befestigungen der Chinesischen Volksbefreiungsarmee, die mit leichteren Geschützen nicht effektiv bekämpft werden konnten. Es wurden zwei Einheiten aufgestellt, die „213th“ und „159th Field Artillery“. Der erste Einsatz erfolgte am 1. Mai 1953, als ein Geschütz der „Baker battery 213th FA“ den ersten Schuss überhaupt auf einen Hügel abgab, der von der Luftaufklärung ‘the donut’ genannt wurde. Diese erste Granate, die eigentlich nur zur Ermittlung der Schusswerte abgegeben worden war, traf ein Munitionsdepot auf der Hügelkuppe, welches explodierte und eine Kettenreaktion in Gang setzte, in deren Verlauf die Kuppe förmlich zerrissen wurde.[7]

Die Geschütze blieben im Bestand der U.S. Army, bis in den späten 1950er Jahren die Munitionsvorräte aufgebraucht waren.[4] Danach wurden noch etwa 30 Stück an die Streitkräfte Taiwans übergeben, wo die Haubitzen ortsfest eingebaut auf Kinmen und den Matsu-Inseln noch heute zur Küstenverteidigung dienen. Sie sind entweder auf schienengebundenen Bettungswagen gelagert und werden zum Schuss aus den Bunkern in die Feuerposition gerollt, oder schießen aus den Bunkern direkt. Die Bunker sind so ausgelegt, dass sie einem direkten Treffer einer 250-kg-Bombe widerstehen können.[8][9]

Selbstfahrlafette[Bearbeiten]

Als Versuch wurde ein Geschütz auf das verlängerte Fahrgestell des M26 Pershing Tank T26E3 gesetzt, das auf jeder Seite ein zusätzliches Laufrad erhielt. Diese Version wurde T92 Howitzer Motor Carriage,[10] genannt. Geplant war die Herstellung von 115 Stück, gebaut wurden jedoch nur fünf, da durch das Kriegsende ein weiterer Bedarf nicht mehr bestand. Diese fünf Lafetten wurden später verschrottet.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b "'Black Dragon' Italian Success", T-Patch 36th Infantry Division News, Army times., Abgerufen am 25. Mai 2007.
  2. The Illustrated Encyclopedia of 20th Century Weapons and Warfare, Vol 7, page 779, editor Bernard Fitzsimons, Purnell & Sons Ltd 1967/1969
  3. Zaloga, Delf - US Field Artillery of World War II, p 34.
  4. a b c "M1 240 mm Howitzer", Globalsecurity.org, Abgerufen am 25. Mai 2007.
  5. a b c d e Schreier - Standard guide to U.S. World War II Tanks & Artillery, p. 105.
  6. a b Zaloga, Delf - US Field Artillery of World War II, p 33.
  7. Sobiesky, Tony., "240 mm Howitzer: Kiss Of Death", The Korean War, Abgerufen am 25. Mai 2007.
  8. M1 240mm Howitzer "Taiwan M1 240mm Howitzer", Abgerufen am 20. Februar 2010.
  9. "Kinmen M1 240mm Howitzer firing exercise", Abgerufen am 6. März 2010.
  10. "United States' T92 Howitzer Motor Carriage", wwiivehicles.com

Weblinks[Bearbeiten]