M26 Pershing

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M26 Pershing
M26Belgium.jpg
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 5
Länge 8,79 m
Breite 3,51 m
Höhe 2,78 m
Masse 41,8 t (Gefechtsgewicht)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung - Wannenfront: 101,6 mm bei 46° Neigung
- Wannenseite: 76,2 mm bei 53° Neigung
- Wannenseiten: 76,2 mm
- Wannenheck: 76,2 mm
- Turmfront: 101,6 mm mit Schild
- Decke: 50,8 mm
Hauptbewaffnung 1 × 3.5-inch-Kanone L/53 M3 mit 70 Schuss Kal. 90 mm
Sekundärbewaffnung 2 × MG Browning M1919A4 mit 5000 Schuss Kal. 7,62 mm
1 × MG Browning M2 auf dem Turmdach mit 550 Schuss Kal. 12,7 mm
Beweglichkeit
Antrieb V8 Ford GAF 4 Ottomotor
500/450 PS (373/336 kW)
Federung Torsionsstäbe
Höchstgeschwindigkeit ca. 40 km/h (Straße)
ca. 18,5 km/h (Gelände)
Leistung/Gewicht 8,9 kW/t oder 8,0 kW/t
Reichweite 161 km (Straße)
Achtzylinder-V-Motor Typ Ford GAF

Der M26 Pershing war ab Februar 1945 der schwerste Kampfpanzer, der von der US-Armee im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Der nach General John J. Pershing benannte Panzer kam später von 1950 bis 1953 im Koreakrieg sehr erfolgreich zum Einsatz. Der M26 Pershing wurde während des Koreakriegs auch an verbündete Staaten wie Belgien, Frankreich und Italien geliefert. Bei der US-Armee wurde der M26 in den späten 1950er-Jahren über das verbesserte Zwischenmodell auf seiner Basis M46 vom M48 Patton II abgelöst, der eine nunmehr komplette Überarbeitung darstellte, während der unmittelbare Nachfolger M47 Patton I vorwiegend an verbündete Staaten geliefert wurde.

Entwicklung[Bearbeiten]

Nachdem der M4 Sherman im Jahre 1942 in Serie gegangen war, forcierte die US-Armee den Bau eines stärkeren Nachfolgemodells, das nach Möglichkeit den mittleren und schweren deutschen Panzern wie dem „Panther“ und „Tiger“ ebenbürtig sein sollte. Nach der etwa ein Jahr zurückliegenden Einstellung des Prototyps eines schweren Panzers mit der internen Bezeichnung T6 wurden verschiedene Versuchsmodelle entwickelt, die aber trotz der Warnungen des Ordnance Department, der in großer Stückzahl vorhandene mittlere Panzer M4 könnte 1944 veraltet sein, nicht in Serie gingen. Der im September 1943 gemachte Vorschlag zur sofortigen Massenproduktion der mit 90-mm-Kanonen bewaffneten Modelle T25 und T26 scheiterte an Abstimmungsproblemen innerhalb des US-Militärs. Die Panzertruppe hätte die 90-mm-Kanone lieber in einem Sherman gesehen, während eine weitere Dienststelle dieselbe Kanone komplett ablehnte. Aus dem Prototyp T26 wurde in den folgenden Monaten der schwere Panzer M26 entwickelt, der im August 1944 serienreif war; wegen der o. g. Streitereien zwischen verschiedenen US-Dienststellen verzögerte sich die Massenproduktion weiter. Die entsprechende 90-mm-Flak M90 wurde dann auch ab Mitte 1944 auf einem verstärkten Fahrgestell des M10 Wolverine auf Sherman-Basis mitsamt einem neuen Turm eingebaut und erschien im September des gleichen Jahres als M36 Jackson (auch bekannt als „Slugger“) an der Westfront. Erst die am 16. Dezember 1944 von der Wehrmacht begonnene Ardennenoffensive konnte das Patt in der Armeeführung beenden und die Panzer wurden ab Januar 1945 nach Europa verschifft. Die Kampfkraft des Panzers, der kurz vor dem ersten Einsatz den Beinamen Pershing (nach General John J. Pershing, 1860–1948) erhielt, entsprach in etwa der des Tigers.

Einsatz[Bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Februar 1945 wurden die ersten zehn Pershings bei der 3rd Armored Division unter General Maurice Rose erstmals eingesetzt. Eigentlich sollte er bereits im Oktober 1944 zum Einsatz kommen, doch durch einen unglücklichen Zufall wurden zwar die zwölf Panzer nach Frankreich eingeschifft, die benötigte 90-mm-Munition wurde jedoch in Richtung Pazifik verschickt – mehrere tausend Kilometer entfernt. Es gelang in letzter Sekunde, die Lieferung noch nach Europa umzuleiten. So konnten die Pershings doch noch am Kriegsgeschehen teilnehmen. Den Kriegsverlauf vermochten sie allerdings nicht mehr entscheidend zu beeinflussen.

Dank seiner 90-mm-Kanone war der M26 der einzige US-Panzer, der es mit den überlegenen schweren deutschen Panzern Panzer VI „Tiger“ sowie unter Abstrichen dem Panzer V „Panther“ direkt aufnehmen konnte. Er wurde deswegen auch „Tiger-Tamer“ (Tigerbändiger) genannt, obwohl die US-Besatzungen vor allem wegen seiner geringeren Geschwindigkeit zu Beginn noch etwas enttäuscht von diesem neuen Panzer waren. Allerdings war der Pershing dem Tiger II (Königstiger) weiterhin klar unterlegen und die wenigen im Einsatz befindlichen Exemplare versuchten den Kampf mit diesem nach Möglichkeit zu vermeiden.

Der erste Pershing in Europa wurde bei seiner Feuertaufe am 26. Februar 1945 von einem Tiger I in Elsdorf abgeschossen (dieses Gefecht ist wegen des überraschenden Einsatzes des neuen US-Panzers auch als „Elsdorfer Überraschung“ bekannt). Der Pershing gehörte zum 33. Panzerregiment. Das erste Geschoss durchschlug die Kanonenblende und tötete den Richt- und Ladeschützen. Der zweite Treffer zerstörte die Mündungsbremse. Der dritte Treffer wurde an der Oberkante des Turmes abgelenkt und zerstörte die Kommandantenluke.

Bekannt wurde der Panzer insbesondere durch die Schlacht um Köln, bei der acht Pershings eingesetzt wurden und in der die Kampfkraft des M26 deutlich wurde. Der Führungspanzer mit der Turmnummer „1“ schoss im Alleingang in zwei Tagen drei Tiger I, drei Panther und vier Panzer IV ab. Damit war er der erfolgreichste Panzer der Einheit, wenngleich er außerordentliches Glück hatte. Er selbst erhielt fünf Treffer, zwei in die Wanne sowie drei in den Turm, die jedoch entweder abprallten oder nur begrenzten Schaden anrichteten, ohne das Fahrzeug außer Gefecht zu setzen. Einzig ein Panzer IV erzielte einen Teilerfolg: Das 7,5-cm-Geschoss sprengte die geöffnete Ladeschützenluke am Turm ab. Insgesamt konnten die acht Pershings nach zwei Einsatztagen 54 Abschüsse verschiedener Panzerfahrzeuge verzeichnen. Bekannt ist das Bild eines Panthers vor dem Kölner Dom, das keine Minute nach dem Abschuss durch den Führungspanzer der Pershing-Abteilung entstand. Der M26 Pershing wurde daraufhin von der Wehrmacht als „schwerer Gegner“ eingestuft.

Nach den Kämpfen um Köln wurde der M26 unter den US-Soldaten in kurzer Zeit zur Legende, allerdings wurden auch einige Pershings von deutschen Panzern und Jagdpanzern zerstört. Neben dem zuvor erwähnten Tiger, der im Februar 1945 einen M26 außer Gefecht setzte, gelang es einem Panzerjäger Nashorn der schweren Panzerjäger-Abteilung 93 am 6. März 1945 bei Remagen südlich von Köln in einem Hinterhalt, einen M26 der 3. US-Panzerdivision auf eine Kampfentfernung von etwas über 250 Metern abzuschießen. Ein Pershing fiel einem Königstiger zum Opfer und mit einiger Sicherheit wurde ein weiterer M26, der nachweislich im Raum Iserlohn völlig zerstört wurde (Frontpanzerung glatt durchschlagen und ausgebrannt), aus größerer Entfernung von einem schweren Jagdpanzer Jagdtiger abgeschossen. Ein Vorauskommando der 3rd Armored Division der US-Armee mit drei Pershing-Panzern rückte am 29. März 1945 72 Kilometer weit vor und erreichte am Abend eine Stellung etwa 24 Kilometer vor Paderborn.[1]

Die Anzahl der bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 vernichteten deutschen gepanzerten Fahrzeuge ist nicht mehr feststellbar.

Am Tag der deutschen Kapitulation waren fünf der noch vorhandenen zwölf M26-Panzer in Feldwerkstätten; sie litten unter den üblichen „Kinderkrankheiten“, mit denen fast jeder neue Panzertyp anfangs zu kämpfen hatte: Schäden an Motor, Kraftübertragung und Elektrik. Der Ottomotor, ein Achtzylinder-V-Motor des Typs Ford GAF mit 500 PS Leistung war eigentlich nicht für einen etwa 42 Tonnen schweren Panzer vorgesehen, sondern auf den etwa zehn Tonnen leichteren M4A3 ausgelegt; er erwies sich daher im M26 Pershing als etwas zu leistungsschwach und nicht immer zuverlässig. Die neue Kraftübertragung war nicht ganz ausgereift und neigte bei hoher Beanspruchung zu Überlastungsschäden.

1945–1950[Bearbeiten]

Im Mai 1946, genau ein Jahr nach dem Kriegsende in Europa, wurde die Klassifizierung des Pershing vom Schweren Panzer (Heavy tank) zum Mittleren Panzer (Medium tank) geändert.

Im Jahre 1948 erschien die verbesserte Version M26E2 mit neuem Motor und neuer Kraftübertragung. Diese neue Ausführung wurde in M46 General Patton oder kurz Patton umbenannt, so dass dieser zur Basis der berühmten Patton-Panzerserie wurde. Der Kampfpanzer M47 Patton war im Grunde ein M46 Patton mit einem neu entworfenen Turm, während die späteren Kampfpanzer M48 Patton II und Kampfpanzer M60 komplett neue Entwürfe bei gleicher Konzeption waren.

Koreakrieg[Bearbeiten]

Pershings im Koreakrieg

Im Koreakrieg kam es zu einigen Einsätzen, da der Pershing bzw. seine verbesserte Version M46 der einzige US-Panzer war, der dem T-34/85 wirklich ebenbürtig war. In der Folge gelang es den M26 – wie eindeutig aus Bildern hervorgeht – relativ leicht, diverse T-34 zu zerstören. Dies bewies, dass dieser sowjetische Panzer seine besten Zeiten längst hinter sich hatte.

Pershings zerstörten in diesem Konflikt auch eine Vielzahl weiterer sowjetischer Panzerfahrzeuge, unter anderem z. B. die Jagdpanzer SU-76 und SU-85, die ebenfalls keine nennenswerten Gegner mehr darstellten. Im Koreakrieg gelang es keinem feindlichen Panzer sowjetischer Bauart, auch nur einen einzigen M26 bzw. M46 zu zerstören.

Nach 1953[Bearbeiten]

Der M26 Pershing wurde noch während des Koreakriegs auch an verbündete Staaten wie Belgien, Frankreich und Italien geliefert. Er blieb jedoch auch noch bei der US-Armee im Einsatz bis er durch den M46, die Zwischenlösung M47 und schließlich durch den M48 Patton II abgelöst wurde. Der eigentliche unmittelbare Nachfolger M47 Patton I wurde bei der US-Armee bereits nach kurzer Zeit durch den M48 ersetzt und nahezu vollständig über ein Militärhilfeprogramm fast kostenlos an verbündete Länder abgegeben.

Bis zur Entwicklung des M1 Abrams basierten quasi alle nachfolgenden amerikanischen Panzer (M47, M48, M60) von der Konzeption her auf dem M26 Pershing.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M26 Pershing – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [www.ibiblio.org/hyperwar/USA/USA-E-Last/USA-E-Last-16.html The Last Offensive (Chapter 16), Seite 351f.]