M39 (Panzer)

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M39
Schützenpanzer M 39.JPG

M39 im Panzermuseum Munster

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 2 + 8
Länge 5,28 m
Breite 2,87 m
Höhe
Masse 16,3 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung rundum 13 mm
Hauptbewaffnung 12,7-mm-MG M2
Beweglichkeit
Antrieb Continental R-975-C4, 9-Zylinder-4-Takt-Sternmotor mit Magnetzündung .
Hubraum 15,9 l
295 kW (400 PS) bei 2.400/min
Federung Drehstab
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Leistung/Gewicht
Reichweite 240 km
M39-Sanitätspanzer im Koreakrieg

Der M39 war ein US-amerikanisches gepanzertes Kettenfahrzeug auf Basis des Jagdpanzers M18 Hellcat. Ursprünglich als Zugmaschine für Panzerabwehreinheiten entworfen, fand es zudem Verwendung als gepanzertes Nachschubfahrzeug, Aufklärungs- und Befehlsfahrzeug und schließlich als gepanzerter Mannschaftstransportwagen im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges und im Koreakrieg. Mit Wirkung vom 14. Februar 1957 wurden die Fahrzeuge von den US-Streitkräften ausgemustert; sie fanden jedoch bei den Verbündeten der USA weiterhin Verwendung.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem Jagdpanzer M18 hatte die US-Army ein hochbewegliches Waffensystem eingeführt. Allerdings stellte sich bald heraus, dass große Teile der Panzerabwehrbataillone, besonders die gezogenen Geschütze, diesem auf dem Gefechtsfeld nicht folgen konnten und damit die Beweglichkeit des M18 nicht voll zur Geltung kommen konnte. Aus diesem Grund begann man mit den Entwicklungsarbeiten am armored utility vehicle T41, dessen erste Tests am 7. März 1944 erfolgreich verliefen. Angedacht war die Produktion einer gepanzerten Zugmaschine (armored utility vehicle T41) und einer Befehls- und Aufklärungsvariante (armored utility vehicle T41E1). Am 26. Juni 1944 wurde die Umrüstung von 650 M18-Jagdpanzern (einschließlich zehn T41E1), die sich beim Hersteller in Generalüberholung befanden, zu T41 angeordnet. Im November wurde der T41 in die Standardbewaffnung der US Army übernommen und in armored utility vehicle M39 umbenannt. Der T41E1 wurde lediglich in einer Stückzahl von zehn Fahrzeugen produziert und ausgeliefert, jedoch nicht in die Standardbewaffnung übernommen.

Mit der Ausmusterung der gezogenen 76-mm- und 90-mm-Panzerabwehrgeschütze nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die M39 als gepanzerte Mannschaftstransporter eingesetzt und kamen in dieser Funktion im Koreakrieg zum Einsatz.

Einsatz bei der Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr erhielt 1956 etwa 100 Fahrzeuge aus US-Beständen angeboten, von denen 32 als Erstausstattung mit gepanzerten MTW beschafft wurden. Als einziges Panzergrenadierbataillon wurde das Lehrbataillon in Munster mit ihnen ausgerüstet. Bereits 1960 wurde der M39 durch den HS 30 ersetzt.[1]

Technik[Bearbeiten]

Der M39 nutzte nahezu unverändert die Wanne des Jagdpanzers M18. Anstelle des Turmes hatte er allerdings einen nach oben offenen Mannschaftsraum für acht Mann in der Variante T41/M39 bzw. sieben Mann in der Variante T41E1. Die Bänke befanden sich jeweils am hinteren und vorderen Ende des Mannschaftsraumes. Ein Fahrer und ein Beifahrer unter vollem Panzerschutz komplettierten die Besatzung. Da sich der offene Kampfraum bald als Problem erwies – er machte die Besatzung anfällig für Artilleriesplitter und Beschuss – entwarf man bereits im März 1945 einen gepanzerten Aufsatz aus 10 mm starken Panzerblechen, der etwa 20 cm über den Bordwänden angebracht wurde. Zu einer Einführung kam es nicht. Die Abdeckung behinderte wohl, trotz der acht Luken, das Absitzen zu sehr und verschärfte wohl auch die sowieso bedrückende Enge des Mannschaftsraumes.

Die Bewaffnung des M39 bestand aus einem 12,7-mm-Maschinengewehr M2 auf einem Drehkranz über dem offenen Kampfraum. Die Munitionszuladung für die angehängte Panzerabwehrkanone bestand aus 42 76-mm-Patronen. Aufklärungsfahrzeuge waren zusätzlich mit einer Panzerabwehrwaffe Bazooka und drei Panzerabwehrminen bestückt. Die weitere Ausstattung bestand aus einem Funkgerät SCR 610 und, im Falle der Aufklärungs- und Befehlsfahrzeuge T41E1, zusätzlich über ein SCR 506 oder 608 mit APU.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M39 auf panzerbaer.de, eingesehen am 6. April 2008

Literatur[Bearbeiten]

  • Hunnicutt, R.P.: Stuart. A History of the American Light Tank. Bd. 1. Novato 1992, S. 385-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M39 Armored Utility Vehicle – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien