M3 (Halbkettenfahrzeug)
| Halbkettenfahrzeug M3 | |
|---|---|
Ein M3 |
|
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3+10 Mann |
| Länge | 6,18 m |
| Breite | 2,22 m |
| Höhe | 2,26 m |
| Masse | 9,3 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–12 mm |
| Hauptbewaffnung | variiert je nach Version, meist Maschinengewehre oder Rohrwaffen |
| Sekundärbewaffnung | variiert je nach Version |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Sechs-Zylinder-Benzinmotor White 160 AX mit 109,6 kW 147 PS (110 kW) |
| Höchstgeschwindigkeit | 64,4 km/h |
| Leistung/Gewicht | ca. 16 PS/Tonne |
| Reichweite | 282 km |
Inhaltsverzeichnis |
Entwicklungsgeschichte des M2/M3 Half-track[Bearbeiten]
Das Interesse der US Armee an der militärischen Nutzung von Halbkettenfahrzeugen ging auf das Jahr 1925 zurück, als die Berichte über die französischen Halbkettenfahrzeuge ausgewertet wurden. Das Ordnance Department kaufte daher zwei Fahrzeuge von Citroën-Kegresse, 1931 ein weiteres. Die erste US-Entwicklung stellte die Firma Cunningham & Sons in Rochester, New York im Jahre 1932 vor. Das Fahrzeug wurde T1 genannt und wies schon die Laufwerksmerkmale der späteren M2/M3-Baureihe auf. Der Entwicklungsweg führte bis zum T9, einem Lkw mit Halbkettenlaufwerk, ähnlich dem deutschen SdKfz 3, der vorwiegend als Zugmaschine für 75mm Kanonen genutzt wurde. 1938 nahm man einen Scout Car M3 und tauschte einfach die hintere Achse gegen das Halbkettenlaufwerk des T9 aus. Die Geländeeigenschaften befriedigten, und man entwickelte den "Zwitter" namens T7 zum Half-track car T14 weiter. Ob deutsche Entwicklungen wie das SdKfz 251 1938 für die US-Entwicklung Pate gestanden haben kann nicht bewiesen werden, der zeitliche Zusammenhang ist jedoch auffallend.
Im September 1940 wurde der T14 standardisiert als M2 Half-track Car und war bestimmt als Zugmaschine für verschiedene Geschütze. Das Fahrzeug verfügte 7 Sitze und 2 Munitionskästen in den Seiten. Da das Fahrzeug über keine Hecktüren verfügte musste die Besatzung durch die Fahrer- und Beifahrertür absitzen oder über die Bordwand springen. Im Mai 1941 wurde der M2 offiziell eingeführt. Die mechanisierte Infanterie befand sich gerade in Aufstellung, und man plante eine geänderte Version des M3. Der Kampfraum wurde etwas verlängert, man entfernte die beiden Munitionsbehälter und baute 11 Sitze ein. Das neue Fahrzeug wurde M3 Half-track Carrier genannt.
Erster Einsatz[Bearbeiten]
Die erste Einheit, die mit M2 und M3 ausgerüstet wurde, war die Provisional Tank Group, die 1941 auf den Philippinen gegen die japanische Invasionsarmee kämpfte. Die 46 M2 und M3 sowie 15 M3 75mm GMC Halbkettenfahrzeuge gingen alle im Kampf verloren, jedoch konnten nach Meldung vieler kleiner Probleme diese in folgenden Baulosen abgestellt werden. Eine Besonderheit hatte die Provisional Tank Group: Sie nutzte 70 britische Bren Carrier, die für Malaya bestimmt waren und nach Manila umgeleitet wurden. Nach den Erfahrungen mit dem Bren Carrier wurde von einem Bau und einer Nutzung der Carrier abgesehen.
Der nächste Einsatz war in Nord Afrika 1942/1943. Die 1st Armored Division (1. US-Panzerdivision) verfügte über 733 Halbkettenfahrzeuge. Die Fahrzeuge erlitten hohe Verluste, besonders bei den Gefechten um Kasserine und um Sidi-bou-Zid Anfang 1943, wonach die Halbkettenfahrzeuge umgangssprachlich "Purple-Heart-Box" genannt wurden, nach dem amerikanischen Verwundetenabzeichen. Die 10. Panzerdivision erbeutete während der Kämpfe am Kasserinpass alleine 95 M3 Halbkettenfahrzeuge[1]. Man muss aber feststellen, dass die Fahrzeuge oftmals als Kampffahrzeug genutzt wurden, wozu sie nicht gedacht waren. Sie waren ein gepanzertes Transportfahrzeug, von dem ein aufgesessener Kampf ursprünglich nicht geführt werden sollte.
Technisches[Bearbeiten]
Motor und Fahrerhausbereich stammten direkt vom Panzerspähwagen M3 (White Scout Car M3) ab. Die ersten Fahrzeuge nutzten den Benzinmotor White 160 AX mit der angetriebenen Frontachse Typ Timken F35-HX-1 mit 8:25-20 Reifen. Das Kettenantriebsrad nutzte als Achse die Timken 56410-BX-67 und Spicer 3641 Getriebe. Einfacher gesagt, es wurden handelsübliche Lkw-Komponente verarbeitet, was die Ersatzteilversorgung und die Wartung günstiger machte.
Als die White Motor Company den Bedarf nicht decken konnte stellten die Autocar Company und Diamond T die M2 und M3 in Lizenz her und nutzten ihre Komponenten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 64 km/h und die maximale Reichweite beträgt 282 km. Die Watfähigkeit beträgt 0,81 m und die Steigfähigkeit liegt bei 31°.
Der Preis für einen M3 lag 1943 bei $ 10.310,00 und war damit etwa doppelt so teuer wie ein Lkw 2,5 to.
Neben den Grundversionen diente das Fahrzeug als Selbstfahrlafette für Kanonen, Haubitzen und Mörser sowie als Flakpanzer. Die Flakpanzer-Version M16A1 wurde in der Anfangszeit der Bundeswehr eingesetzt, siehe M16 (Halbkettenfahrzeug). Außerdem wurde der M3 als Krankenwagen, Fernmeldefahrzeug oder als Artillerieschlepper benutzt.
Eine Weiterentwicklung war der M2A1 bzw der M3A1, bei denen eine Ringlafette mit leichter Panzerung angebracht wurde.
Vergleich SdKfz 251 und M3[Bearbeiten]
Die US Army hat 1943 die beiden Typen SdKfz 251 und M3 verglichen, die Angaben stehen analog zu SdKfz 250 und M2. Beide Fahrzeuge sind sich ähnlich in den Fahrzeugmaßen, Motorleistung, Gewicht und Geschwindigkeit. Der Hauptvorteil des 251 lag in der weitaus besseren Geländegängigkeit und der besseren Panzerung. Der M3 wies eine senkrechte Panzerung von 6-13 mm Dicke auf, weshalb eine Beschussicherheit bis MG und Splittersicherheit ergab. Der 251 war Dank der schrägen Panzerung von 35 Grad sicherer. Auch wurde die deutsche Kühlung als besser bewertet, denn bei dem US Fahrzeug musste die Lamellenpanzerung am Kühler bei Beschuss geschlossen werden, oder der Kühler wurde beschädigt, was zum Ausfall des Fahrzeuges führte. Vorteile des M3 waren unter anderem der um 20 % größere Innenraum, die angetriebene Frontachse, der bessere Straßenlauf, die geringere Lautstärke beim Fahren und die einfachere Wartung.
Lend-Lease-Versionen[Bearbeiten]
Eine große Anzahl der Halbkettenfahrzeuge wurde im Rahmen des Lend-Lease-Abkommens an verbündete Armeen angegeben. Da bald die Herstellungszahlen der drei Hersteller den Bedarf nicht mehr decken konnte wurde die Firma International Harvester (IHC) 1942 beauftragt, eine vereinfachte Version des M2 und M3 für den Export zu fertigen. Die Fahrzeuge nutzten IHC-Komponente und waren äußerlich an den einfachen Kotflügeln und den hinten abgerundeten Ecken des Kampfraumes zu erkennen. Die Panzerung bestand nicht wie den M3 aus oberflächengehärtetem Stahl, sondernd aus einfachem Panzerstahl. Um einen annähernd gleichen Schutz zu erlangen musste die Panzerung so dicker gefertigt werden.
Der M2 wurde als IHC-Version M9 und der M3 nun M5 genannt. Es wurden keine IHC-Fahrzeuge von der US Armee verwendet.
Exporte im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]
Halbkettenfahrzeuge aller Typen wurden von den USA an viele verbündete Länder abgegeben. Bekannt sind folgende Zahlen:
| Empfängerland | Typ | Anzahl |
|---|---|---|
| Freies Frankreich | M2/M2A1 | 176 |
| Freies Frankreich | M3/M3A1 | 245 |
| Freies Frankreich | M5/M5A1 | 1.196 |
| Freies Frankreich | M9/M9A1 | 603 |
| UdSSR | M2 | 342 |
| UdSSR | M3 | 2 |
| UdSSR | M5 | 401 |
| UdSSR | M9 | 413 |
| 1st Brazilian Infantry Division | M2/M2A1 | 8 |
| 1st Brazilian Infantry Division | M3/M3A1 | 3 |
| 1st Brazilian Infantry Division | M5/M5A1 | 20 |
| National-China | M2/M3 | 20 |
| Chile | M5 | 10 |
| Mexico | M2 | 3 |
| Mexico | M5 | 2 |
Der größte Abnehmer war Großbritannien mit Kanada, die mehrere Tausend M5 und M9 erhielten und aus diesen Beständen auch die frei-polnischen und frei-tschechoslowakischen Truppen ausrüsteten, während die Frei-Franzosen direkt von den USA beliefert wurden.
Versionen und Zahlen[Bearbeiten]
| Bezeichnung Typ | Fertigungszeitraum | Fahrzeugbasis | Bewaffnung | gefertigt |
|---|---|---|---|---|
| M2 Half-track Car | 1941-1943 | M2 | .30 oder .50 MG | 11.415 Fz |
| M2A1 | 1943-1944 | M2 | .30 oder .50 MG | 1.643 Fz |
| M3 Half-track Carrier | 1941-1943 | M3 | .30 oder .50 MG | 12.499 Fz |
| M3A1 | 1943-1944 | M3 | .30 oder .50 MG | 2.862 Fz |
| M5 | 1942-1943 | M5 | .30 oder .50 MG | 4.625 Fz |
| M5A1 | 1943-1944 | M5 | .30 oder .50 MG | 2.959 Fz |
| M9 | 1943 | M9 | .30 oder .50 MG | 2.026 Fz |
| M9A1 | 191943 | M9 | .30 oder .50 MG | 1.407 Fz |
| T48 57mm GMC (SU-57) | 1942-1943 | M3 | 57mm M1 Gun | 962 Fz |
| M3 75mm GMC | 1941-1943 | M3 | 75mm M1897 Gun (Schneider) | 2.202 Fz |
| T30 75mm HMC | 1942 | M3 | 75mm M1A1 Howitzer | 500 Fz |
| T19 105mm HMC | 1942 | M3 | 105mm M2A1 Howitzer | 324 Fz |
| M13 MGMC | 191943 | M3 | 2x .50 M2 | 1.103 Fz |
| M14 MGMC | 1943-1944 | M5 | 2x .50 M2 | 1.605 Fz |
| M16 MGMC | 1941943-1944 | M3 | 4x .50 M2 | 2.877 Fz |
| M17 MGMC | 1943-1944 | M5 | 4x .50 M2 | 1.000 Fz |
| T10 MGMC | 1944 | M3 | 2x 20mm Oerlikon MG | 110 Fz |
| T28E1 | 191942 | M3 | 1x 37mm M1A1 AA-Gun und 2x .50 wassergekühlt | 80 Fz |
| M15 CGMC | 1943 | M3 | 1x 37mm M1A1 AA-Gun und 2x .50 M2 | 680 Fz |
| M15A1 CGMC | 1943-1944 | M3 | 1x 37mm M1A1 AA-Gun und 2x .50 M2 | 1.652 Fz |
| M4 81mm MMC | 1942 | M2 | 81mm Mortar | 572 Fz |
| M4A1 MMC | 1943 | M2 | 81 mm Mortar | 600 Fz |
| M21 81mm MMC | 1944 | M3 | 81mm Mortar | 110 Fz |
| T21/T21E1 4,2 inch MMC | 1943 | M3 | 4.2 inch Mortar | 25 Fz |
Bilder[Bearbeiten]
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Jim Mesko: M3 Half-Track in Action. Squadron-Signal Publ Nr. 34, 1996
- Steve Zaloga: M3 Infantry Halftrack 1940-1973, Osprey New Vanguard 11, 1994
- Peter Chamberlain/Chris Ellis: Britische und amerikanische Panzer des Zweiten Weltkrieges, Lehmanns Verlag München, 1972
Einzelnachweis[Bearbeiten]
- ↑ Alexander Lüdeke: Typenkompass - Beutepanzer der Wehrmacht, Motorbuch-Verlag, S.113