MC Rene

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MC Rene (2013)
Auftritt (2013) im Festspielhaus Hellerau

René El Khazraje (* 11. September 1976 in Braunschweig) ist ein deutsch-marokkanischer Rapper und Stand-up-Comedian.

Karriere[Bearbeiten]

Seine ersten Live-Erfahrungen sammelte MC Rene 1991 auf einigen Hip-Hop-Jams. Als Rapper war Rene zu der Zeit bei der Gruppe State Of Departmentz aktiv, die ihren ersten Song 1992 auf dem Sampler That’s Real Underground veröffentlichte. Schnell machte er sich unter den auch in Deutschland seit den frühen 1980er Jahren aktiven Hip-Hop-Künstlern einen Namen. Die daraus resultierende zwiespältige Situation wurde im Titel den MC Rene 1993 zu dem Alte-Schule-Sampler (MZEE) beitrug Die neue Reimgeneration deutlich. Kurz darauf ging er mit Advanced Chemistry auf Tour.

Im nächsten Jahr erschien die „Klasse von ’94“ bestehend aus ihm, Absolute Beginner und Main Concept. Rene veröffentlichte in diesem Jahr auf MZEE Records seine erste Single, Reimenergie. Es folgte die Tournee mit der Klasse von ’95, es erschien ein Sampler dazu unter anderem mit Der Tobi & das Bo, Massive Töne, F.A.B., Stieber Twins, Beginner, Spax, Main Concept und Fettes Brot. Im selben Jahr erschien sein Debütalbum Renevolution (MZEE). Nach einigen Tourneen und Freestyle-Cups folgten noch im selben Jahr zwei Video-Clips, die im deutschen Musikfernsehen in der Rotation liefen.

1999–2005[Bearbeiten]

Der Wechsel zu einem anderen Label war zu dieser Zeit nicht möglich, weil sein alter Vertrag mit MZEE lange Zeit eingefroren war. Renés Label MZEE brachte im Jahr 1999 lediglich das Best-of-Album Reneflektion heraus, das alte und neue Tracks enthielt. Schließlich wurde er von BMG aus dem Vertrag mit MZEE herausgekauft, weshalb sein Feature auf DJ Tomekks 1, 2, 3... Rhymes Galore erscheinen konnte. Das Video dazu war erfolgreich und der Beitrag auf dem Blumentopf-Album Großes Kino schien ein Comeback anzudeuten. 1999 veröffentlichte MC Rene in Eigenproduktion sein Tape namens Bernd, auf dem er unterhaltsame Freestyles, Skits und einige seiner besten Texte präsentierte. 2000 und 2001 moderierte er das auf VIVA laufende Hip-Hop-Magazin Mixery Raw Deluxe.

2000 erschien zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder eine Single von MC Rene: Zieh dir das rein, die es in die Top Ten schaffte. Kurz darauf erschien sein eher kommerzielles Album namens Bernd, das keinen größeren Erfolg hatte. In der Szene wurde es wegen der zu "schmusigen" Beats kritisiert und der Frankfurter Rapper Azad disste ihn in dem Stück Gegen den Strom. 2001 wechselte Rene zum Improversum-Label und produzierte mit Django sein drittes Album, das im Folgejahr erschien: Scheiss auf euren Hip Hop. Danach folgten, abgesehen von der fortgeführten Auseinandersetzung mit Azad (mit Gegen den Gnom) und einzelne Auftritte auf Samplern keine Veröffentlichungen.

2003 veröffentlichte dann Kool Savas zusammen mit seiner damaligen Entdeckung Eko Fresh den Disstrack Renexekution sowie Azad den Track MC U Reen, was sich durchaus nachteilig auf Renés Wahrnehmung in der Hip-Hop-Szene auswirkte. Nachdem die Karriere von Eko Fresh einen erfolgloseren Verlauf genommen hatte, als von vielen erwartet, antwortete MC Rene mit dem Track McDonalds Rapper auf Renexekution, in dem er sich in seinem speziellen Stil über Eko Fresh lustig macht.

Ab 2005 nannte er sich nach einer zweieinhalbjährigen Ruhepause Reen. Seine Comeback-Single trug den Titel Reens Welt/Die Enthüllung. Dem vorausgegangen war Reens Erwähnung in Kool Savas' Das Urteil und die Gründung seines eigenen Labels Marraca$h Music. Am 14. Dezember 2005 veröffentlichte Rene sein bislang letztes Soloalbum Der letzte Marokkaner auf Marraca$h Music. Das für Winter 2006/07 angekündigte Album Smeels like Reen Spirit ist nach wie vor nicht erschienen.

seit 2010[Bearbeiten]

Seit dem April 2010 bloggt Rene (nun ohne den Zusatz „MC“) über seinen Werdegang zum Stand-up-Comedian. Am 2. Mai 2012 erschien das Buch MC Rene Alles auf eine Karte – Wir sehen uns im Zug, welches seine Zeit als „Bahn-Nomade“ zum Thema hat. Rene beschreibt darin, wie er seine Wohnung kündigte und ein Jahr mit einer Bahncard 100 ausgestattet durch Deutschland reist, um seine Karriere zum Stand-up-Comedian voranzutreiben.[1] Das Blog mit demselben Thema wurde mit Erscheinen des Buches abgeschaltet.

Im vom WDR zensierten Musik-Video Dunk dem Herrn [2] der Schauspielerin, Sängerin und Komikerin Carolin Kebekus tritt er als rappender Pastor auf.

Am 14. Juni 2013 erschien ein Hörbuch von Alles auf eine Karte mit sechs neuen Liedern als Bonus auf einem USB-Stick.[3] Für die Veröffentlichung wurde ein Video zu Mein Leben ist ein Freestyle in Heidelberg gedreht, in dem u. a. Torch, Toni L. und die Stieber Twins zu sehen sind.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben
  • 1995: Renevolution (2xLP/CD, MZEE)
  • 1995: Renevolution Instrumentals (2xLP, MZEE)
  • 1999: Reneflektion (2xLP/CD, MZEE)
  • 2000: Ein Album namens Bernd (2xLP/CD)
  • 2002: Scheiss auf euren Hip Hop (2xLP/CD)
  • 2005: Der letzte Marokkaner (CD)
  • 2013: Alles auf eine Karte (USB)
Streettapes
  • 1999: Ein Tape namens Bernd (MC)
  • 2003: Flow Diamonds Vol. 1 (MC)
Singles
  • 1994: Reimenergie (MCD/12", MZEE)
  • 1994: Die neue Reimgeneration (12", MZEE)
  • 1995: Spüre diesen Groove/Zeitreise (MCD/12", MZEE)
  • 1996: Ein anderer Ausflug (MCD/12", MZEE)
  • 1996: Ein anderer Ausflug (Stieber Twins Remix) (12", MZEE)
  • 2000: Ich würde alles für dich tun (MCD/12")
  • 2000: Zieh dir das rein (MCD/12")
  • 2000: Party Petting ‎(MCD/12")
  • 2002: Pump up den Shit (MCD/12")
  • 2005: Reens Welt/Die Enthüllung (EP) (MCD/12")
  • 2013: Mein Leben ist ein Freestyle (Video)
Beiträge auf Compilations
  • 1995: Verstecktes Dynamit/Freestyle Zürich (The Sound Of MZEE Vol. 1, Compilation)
  • 1999: Keine Party rockt/Köllifornia (The Sound Of MZEE Vol. 2, Compilation)
  • 2000: Köln Medienmesse (Juice Master Blaster Vol. 1, Compilation)
  • 2001: Return of Hip Hop (Juice Master Blaster Vol. 2, Compilation)
Beiträge auf Alben anderer Künstler
  • 1998: Wo ich herkomm (Hausmarke, Weltweit)
  • 1999: Ah Baby Baby (DJ Thomilla, Genuine Draft)
  • 2000: Feel it (Plattenpapzt, Full House)
Disstracks gegen andere Rapper
  • 2003: Gegen den Gnom (Diss gegen Azad)
  • 2003: Schieb ab Joe (Diss gegen Kool Savas)
  • 2004: McDonalds Rapper (Diss gegen Eko Fresh)
Sonstiges
  • 1999: 1, 2, 3... Rhymes Galore (Feature bei DJ Tomekk)
  • 2000: Return of Hip Hop (Feature bei DJ Tomekk)
  • 2005: Killa (Juice Exclusive! auf Juice-CD #51)
  • 2013: Mein Leben ist ein Freestyle (feat. Carl Crinx, Torch, Stieber Twins, K.RINGS, Toni-L, Boulevard Bou) (Tape.tv Exclusive auf Tape.tv)

Buch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Buchvorstellung beim Verlag auf rowohlt.de
  2. Zensiert: Diese Kirchen-Satire geht dem WDR zu weit, DWDL.de vom 4. Juni 2013
  3. Hörbuch als USBahncard Hörbuch im Shop