MDC (Band)

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MDC
MDC live.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Anarcho-Punk, Hardcore-Punk
Gründung 1979
Aktuelle Besetzung
Gesang
Dave "Knucklehead" Dictor
Gitarre
Ron Posner
Bass
Mikey "Offender" Donaldson
Schlagzeug
Al Schvitz

MDC ist eine US-amerikanische Hardcore- und Anarchopunk-Band, die im Jahr 1979 in Austin (Texas) gegründet wurde.

Allgemeines[Bearbeiten]

MDC spielen schnellen Punk mit anarchistischen Texten. Viele ihrer Veröffentlichung brachten sie unter verschiedenen Backronymen von MDC heraus. Diese lauten:

  • Millions of Dead Cops (deutsch: Millionen toter Polizisten)
  • More Dead Cops (dt.: Mehr tote Polizisten)
  • Millions of Deformed Children (dt.: Millionen missgebildeter Kinder)
  • Multi Death Corporations (dt. etwa: Todesmultis)
  • Millions of Damn Christians (dt.: Millionen verdammter Christen)
  • Magnus Dominus Corpus (dt. etwa: großer Herr, [wahrer] Leib)
  • Missile Destroyed Civilization (dt.: Von Raketen zerstörte Zivilisation)

In den USA ist die Abkürzung MDC aber insbesondere für die Metropolitan Detention Center bekannt, eine Reihe lokaler Haftanstalten, in denen insbesondere Untersuchungshäftlinge einsitzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Als MDC 1979 in Austin gegründet wurden, nannten sie sich zunächst The Stains und spielten unter diesem Namen auch im April 1980 in ihrer Heimatstadt ihr erstes Konzert. Sie waren zu dieser Zeit eine der ersten Hardcore-Punkbands der Stadt. 1981 veröffentlichten sie ihre erste Single in Eigenregie. Als die Band sich 1982 nach San Francisco (wo es im Gegensatz zu Austin eine sehr lebendige Musikszene gab) verlagerte, benannten sie sich in MDC um. Dort produzierten sie ihr erstes Album Millions of Dead Cops, dass sie dann auf ihrem eigenen Label R Radical in Zusammenarbeit mit Jello Biafras Label Alternative Tentacles veröffentlichten. MDC waren zu dieser Zeit bereits fester Bestandteil der wachsenden Hardcore-Szene. Das Album gilt heute als Klassiker des Punk; es übt starke Kritik an Polizei, Kapitalismus, Homophobie und der amerikanischen Kultur und enthält unter anderem auch den bis heute sehr bekannten Song John Wayne was a Nazi. Im Sommer 1982 nahmen sie an der Rock against Reagan Tour teil und tourten Ende des Jahres mit den Dead Kennedys durch Europa, was MDC erstmals auch außerhalb der USA bekannt machte. Im darauf folgenden Jahr nahmen sie die EP Multi-Death Corporations auf, die in den USA erneut auf R Radical erschien und in Großbritannien vom Anarcho-Punk-Label Crass Records verlegt wurde.

In den folgenden Jahren nahmen MDC weitere Alben auf und tourten vor allem durch die USA. Bei einer Europa-Tour 1988 wurde die Live-LP Elvis - In The Rhineland in Berlin aufgenommen. Danach kam es Anfang der 1990er zu diversen Besetzungswechseln und nach weiteren Veröffentlichungen 1991 und 93 sowie einer Tour durch Staaten der ehemaligen Sowjetunion trat die Band auf der Stelle. Es wurde nicht nur kaum neues Material eingespielt und nur sehr wenige Konzerte gespielt, es kam auch zu Problemen innerhalb der Band. Dies führte dazu, dass sich die Band inoffiziell auflöste.

2000 reanimierte der Sänger Dave Dictor die Band mit einer komplett neuen Besetzung und MDC veröffentlichten das Album Magnus Dominus Corpus 2004. Im darauf folgenden Jahr starteten sie eine Welttournee, auf Grund ihres 25-jährigen Bandjubiläums. Bei dieser Jubiläumstour waren auch wieder Mitglieder in der Band, die bereits vor dem Split dabei waren.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The Stains - John Wayne was a Nazi (7", R Radical Records, 1980)
  • Millions of Dead Cops - John Wayne was a Nazi" (7", R Radical Records, 1981)
  • Millions of Dead Cops - Millions of Dead Cops (LP, R Radical Records, 1982)
  • Multi-Death Corporations - Multi-Death Corporations (EP, Crass Records, 1983)
  • Millions of Dead Children - Chicken Squawk (EP, R Radical Records, 1984)
  • MDC - Smoke Signals (LP - R Radical Records, 1986)
  • Millions of Damn Christians - (This Blood's for You LP, R Radical Records, 1987)
  • Millions of Dead Cops - More Dead Cops (LP, 1988 (Compilation vorangegangener EPs))
  • MDC - Elvis In The Rheinland: Live In Berlin (LP, R Radical Records, 1989)
  • Metal Devil Cokes - Metal Devil Cokes: It's The Real Thing (LP, Boner Records, 1989)
  • Millions of Dead Cops - Hey Cop, If I Had A Face Like Yours: Millions Of Dead Cops II (LP, R Radical Records, 1991)
  • MDC - Shades of Brown (LP, New Red Archives Records, 1993)
  • Millions of Dead Cops - Now More Than Ever (LP, 2002 (Best Of Compilation))
  • Magnus Dominus Corpus (CD-LP, Sudden Death Records, 2004)
  • Millions of Dead Cops - John The Baker (Acustic Split 7", Tank Crimes, 2006, indiziert am 31. Dezember 2010[1])

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BAnz. Nr. 200 vom 31. Dezember 2010