MG F

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MG F / TF
Produktionszeitraum: 1995–2005;
(2007–2011)
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Roadster
Vorgängermodell: MG RV8
Nachfolgemodell: keines
Logo eines MG F Trophy 160

Der MG F (seit 2002:MG TF) ist ein zweisitziger Mittelmotor-Roadster, den die MG Rover Group ursprünglich im Herbst 1995 herausbrachte. Es war das erste neue, speziell als MG konstruierte Auto seit der Vorstellung des MGB im Frühjahr 1962, dessen Fertigung Ende 1980 eingestellt wurde.

Der Roadster wurde bis Mitte 2005 gefertigt, als MG Rover Konkurs anmelden musste.

Von Frühjahr 2007 bis Ende 2011 erfolgte die Fertigung unter dem neuen Eigentümer Nanjing Automobile Group aus China.

Geschichte[Bearbeiten]

MG hatte Ende 1980 die Fertigung von Sportwagen eingestellt, als BLMC ihr Werk in Abingdon schloss. In den Jahren 1982 bis 1991 trugen nur sportliche Kompaktwagen und Limousinen von Rover die MG-Plakette.

1992 begann die MG Rover Group mit der Fertigung des auf dem MGB basierenden RV8 und die positive Kundenreaktion brachte die Firma dazu, den MG F aufzulegen. 2002 wurde der Wagen in „MG TF“ in Erinnerung an das erfolgreiche Roadster-Modell der 1950er-Jahre umbenannt.

Ab Frühsommer 2005 war auf Grund des Vergleichsverfahrens über die MG Rover Group eine weitere Fertigung nicht mehr möglich. Doch im März 2007, als die Nanjing Automobile Group ihre MG-Fabrik in Nanjing fertig hatte, begann die Fertigung erneut. Sie dauerte bis Ende 2011 an.

Modelle[Bearbeiten]

MG F (Typ RD, 1995–1999)[Bearbeiten]

1. Generation
MG F 1.8 (1995–1999)

MG F 1.8 (1995–1999)

Produktionszeitraum: 1995–1999
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotoren:
1,8 Liter
(88–107 kW)
Länge: 3914 mm
Breite: 1630 mm
Höhe: 1260 mm
Radstand: 2375 mm
Leergewicht: 1070 kg

Der MG F wurde im Herbst 1995 von der MG Rover Group vorgestellt. Die Markteinführung in Deutschland erfolgte im Januar 1996.

Der MG F war das dritte neue Modell, das in den 12 Monaten nach der Übernahme durch BMW herauskam. Der Wagen hatte einen 1,8-l-Reihenvierzylindermotor der Rover K-Serie mit 16 Ventilen, der in der Basisversion 88 kW (120 PS) und in der VVC-Version mit variabler Ventilsteuerung 107 kW (146 PS) leistete. Rover Special Projects überwachte die Entwicklung der Konstruktion und beauftragte vor deren Fertigstellung externe Dienstleister mit der Auswahl der besten Vorschläge für die mechanische Auslegung. MGA Developments lieferte das ursprüngliche Konstruktionsprinzip (das viele für das eines vergrößerten Honda Beat hielten), das dann MG-Rover-Ingenieure unter Gerry McGovern weiterentwickelten.

Ein interessantes Detail am F war das Hydragas-Fahrwerk, ein System, bei dem miteinander verbundene Flüssigkeitsstoßdämpfer und Gasfedern für einen erstaunlichen Fahrkomfort sorgen, das aber auch auf besseres Handling eingestellt werden konnte.

Der MG F schoss nach seiner Vorstellung sofort an die Spitze der Liste beliebtester Sportwagen in Großbritannien. Er blieb dort bis zur Einführung des Nachfolgers TF im Frühjahr 2002.

MG F (Typ RD, 1999–2002)[Bearbeiten]

1. Generation (Facelift)
MG F (1999–2002)

MG F (1999–2002)

Produktionszeitraum: 1999–2002
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotoren:
1,6–1,8 Liter
(85−118 kW)
Länge: 3910 mm
Breite: 1630 mm
Höhe: 1270 mm
Radstand: 2380 mm
Leergewicht: 1075 kg

Im Herbst 1999 wurde der MG F einem Facelift unterzogen. Dabei erhielt das Fahrzeug eine neue Innenausstattung, Stylingänderungen und geänderte Alufelgen.

Es gab nun einen Vierzylinder-Basismotor mit 1,6 l Hubraum und 85 kW (115 PS) sowie eine leistungsstarke Version Trophy 160 mit 118 kW (160 PS). Diese beschleunigte von 0–100 km/h in 6,9 s und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Der Trophy wurde aber nur 2500 mal gebaut.

Im Frühjahr 2000 wurde eine Version mit CVT-Getriebe (Steptronic) eingeführt, der eine Leistung von 88 kW (120 PS) hatte.

Der F verkaufte sich trotz der Veräußerung der MG Rover Group durch BMW, die im März 2000 angekündigt wurde, weiterhin gut. Land Rover ging an Ford, während die Marken MG und Rover an das Phoenix-Konsortium für 10 £ verkauft wurden. Trotz der Konkurrenz durch Mazda MX-5, BMW Z3 und Audi TT blieb der MG F recht beliebt.

MG TF (2002–2005)[Bearbeiten]

2. Generation
MG TF 160 (2002–2005)

MG TF 160 (2002–2005)

Produktionszeitraum: 2002–2005
2007–2011
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotoren:
1,6–1,8 Liter
(85–118 kW)
Länge: 3943 mm
Breite: 1628 mm
Höhe: 1261 mm
Radstand: 2375 mm
Leergewicht: 1118 kg
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 4.svg

Bei einem weiteren Facelift im Frühjahr 2002 wurde aus dem F der MG TF, benannt nach dem klassischen MG TF der 1950er-Jahre.

Die wichtigsten Änderungen waren der Ersatz des Hydragas-Systems durch konventionelle Schraubenfedern, die Neukonstruktion des Ansaugsystems für den Motor, das zusammen mit den neuen Nockenwellen für Mehrleistung sorgte, und die Erhöhung der Verwindungssteifigkeit der Karosserie um 20 %. Dazu kamen einige Styling-Änderungen wie ein neuer Kühlergrill, geänderte Scheinwerfer, Stoßfänger und Ansaugöffnungen, Motorhaube etc. Der 1,6-l-Vierzylindermotor leistete auch im MG TF 85 kW (115 PS). Neben den 1,8-l-Varianten mit 88 kW (120 PS) bzw. 118 kW (160 PS) wurde zusätzlich eine dritte Version mit 100 kW (136 PS) angeboten.

Der MG TF war der erste Wagen seiner Klasse, der vier Sterne im Euro-NCAP-Crashtest erhielt. Er erhielt auch die begehrte Auszeichnung „Cabrio des Jahres 2002“ der COTY-Jury.

Der MG F/TF war in den fast elf Produktionsjahren das erfolgreichste und bekannteste MG-Modell in England. Vermutlich wegen der WEEE- und RoHS-Gesetzgebung wurde der MG TF systematisch in den Jahren 2002 bis 2004 auf Konformität in den einzelnen Details geändert, äußerlich markant erkennbar am Ersatz der PVC-Heckscheibe durch eine beheizbare Glasheckscheibe für eine geringe Anzahl von 631 MG TF im Jahr 2005.

Wie der MG F vorher verkaufte sich auch der MG TF während seiner gesamten Produktionszeit in Großbritannien besser als seine Konkurrenten. Die Fertigung wurde Mitte 2005 eingestellt, als die MG Rover Group zusammenbrach.

Fertigung bei der Nanjing Automobile Group[Bearbeiten]

Während die Produktionsanlagen diverser Rover demontiert und nach China verschifft wurden, verblieb u. a. die Linie für den MG TF in Longbridge. Am 21. Februar 2006 unterzeichnete die Nanjing Automobile Group, die die Reste von MG Rover während des Vergleichsverfahrens aufkaufte, einen Leasingvertrag für das südliche Werksgelände in Longbridge. Dort befand sich die Lackiererei, zwei Fahrzeugfertigungslinien und Büros.

Von Mai 2007 bis Ende 2011 wurde dort der neue MG TF endmontiert. Es wurden rund 150 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die überarbeitete Form des Wagens griff auf Designelemente des MGF von 1995 zurück. Nach mehrfach verschobenem Verkaufsbeginn in Großbritannien infolge von Qualitätsproblemen mit aus China beschafften Zulieferteilen startete der Verkauf von 500 Stück rechtsgelenkten MG TF im August 2008 mit dem Sondermodell TF LE 500 in sechs Farben. Die Produktion sollte 2009 in Kleinserie für den englischen Markt fortgeführt werden, jedoch stagniert der Verkauf der LE500 Modelle. Man versucht Anfang 2009 sogar, diese Rechtslenker auf dem Festland zu verkaufen. Insgesamt wurden nur 906 Fahrzeuge produziert.[2]

Darüber hinaus wurde der TF in einem neuen Werk in Nanjing, China gebaut, welches für bis zu 200.000 Fahrzeuge jährlich ausgelegt war.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der MG TF im Euro-NCAP-Crashtest (englisch)
  2. [1]
  3. BBC Webnews: Chinese plant rolls out first MG