GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast

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GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast

MOAB bomb.jpg

Allgemeine Angaben
Typ: Fliegerbombe
Herkunftsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Munitions Directorate of the Air Force Research Laboratory (AFRL)
Entwicklung: 2002
Indienststellung: 2003
Einsatzzeit: Im Dienst
Stückpreis: 14.600.000 USD
Technische Daten
Länge: 9,14 m
Durchmesser: 1.030 mm
Gefechtsgewicht: 9.550 kg
Ausstattung
Lenkung: Trägheitsnavigationsplattform & GPS
Gefechtskopf: BLU-120
Waffenplattformen: Bomber und Transportflugzeuge
Listen zum Thema

Die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB, auch unter dem Backronym Mother Of All Bombs bekannt) der United States Air Force ist die größte konventionelle Fliegerbombe im Arsenal der US-Streitkräfte. Als Sprengkopf wird der BLU-120 verwendet. Dieser enthält 8.480 Kilogramm Sprengstoff und entwickelt eine nominelle Sprengkraft von 11 Tonnen TNT-Äquivalent. Ihr Stückpreis lag 2009 bei 14,6 Millionen US-Dollar.

Bis zum Jahre 2007 war sie die weltweit größte Bombe ihrer Art, bis mit Vater aller Bomben in Russland eine Bombe mit 44 t TNT-Äquivalent gezündet wurde.[1]

Größe und Aufbau[Bearbeiten]

Mit ihrer Hülle wiegt sie 9.550 kg, hat einen Durchmesser von 103 cm und eine Länge von 9,14 Meter. Sie gilt als Nachfolgemodell der in Vietnam, 1991 im Irak und zuletzt in Afghanistan eingesetzten BLU-82B, die mit ca. 5.700 kg Sprengstoff gefüllt ist. Diese diente ursprünglich dazu, Landezonen für Hubschrauber im Dschungel zu sprengen, sie wurde aber auch gegen Höhlen und Truppenansammlungen eingesetzt, sowie testweise zum Räumen von Minenfeldern.

Der BLU-120-Sprengkopf hat eine Füllung aus H6, eine Mischung aus Hexogen (Cyclotrimethylentrinitramin), auch bekannt als RDX, das zusätzlich mit Tritonal, einer Mischung aus Aluminiumpulver und TNT (Trinitrotoluol), angereichert wird. Dieser Sprengstoff ist zwar teurer in der Herstellung als die GSX-Mixtur (gelled slurry explosive; „gelierter schlammartiger Sprengstoff“) aus Ammoniumnitrat und Aluminiumpulver, die bei der BLU-82B verwendet wird, aber auch wirkungsvoller. Die Wirkung beruht vor allem darauf, dass die Bomben nicht erst am Boden, sondern kurz darüber explodieren und so eine enorme Druckwelle, die so genannte Machwelle, erzeugen.

Außerdem hatten die Ausmaße dieser Bombe eine starke psychologische Wirkung, die wohl auch bei der MOAB zur psychologischen Kriegführung beabsichtigt ist.

Verwendung[Bearbeiten]

Die MOAB wird aus großer Höhe aus einem Flugzeug abgeworfen und mit Hilfe einer Trägheitsnavigationsplattform und GPS (Global Positioning System) satellitengesteuert ins Ziel geführt. Mit diesem Lenksystem wird ein Streukreisradius (CEP) von 3 bis 15 Meter erreicht. Da sie über ein Leitsystem verfügt, benötigt die MOAB im Gegensatz zur BLU-82B während des Abwurfs auch keinen Fallschirm zur Stabilisierung. Beim Abwurf wird allerdings ein kleiner Fallschirm verwendet, um den Schlitten mit der Bombe aus dem Flugzeug zu ziehen, der danach zusammen mit dem Fallschirm ausgeklinkt wird.

Die MOAB wurde zum ersten Mal am 11. März 2003 getestet. Dazu wurde sie von einer Lockheed C-130 über dem Testgelände (Eglin Test Range) des Luftwaffenstützpunktes Eglin Air Force Base in Florida von der Eglin's 46th Test Wing abgeworfen. Dieser Test fand im Hinblick auf die Irakkrise statt, um die irakischen Streitkräfte zu beeindrucken. Entwickelt wurde sie für den Einsatz gegen große Truppenansammlungen und Bunkeranlagen, aber vermutlich auch wegen der psychologischen Wirkung auf den Feind, da sie bei keiner herkömmlichen Aufgabe einem anderen Waffensystem überlegen wäre.

Einsatzflugzeuge:

Namensfindung[Bearbeiten]

Das Backronym MOAB wird – vermutlich in Anspielung auf den im Zweiten Golfkrieg von Saddam Hussein geprägten Ausdruck „Mutter aller Schlachten“ – auch als „Mother of all Bombs“ („Mutter aller Bomben“) gedeutet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kabummski, Vater aller Bomben bei Telepolis