MOX-Brennelement
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Mischoxid-Brennelemente, kurz: MOX-Brennelemente (MOX = Mischoxid), werden in der Kerntechnik Brennelemente bezeichnet, die im Gegensatz zu Brennelementen aus reinem Urandioxid ein weiteres Oxid enthalten. Meist handelt es sich dabei um Plutoniumoxid, seltener um Thoriumoxid. Das Herstellungsverfahren von MOX-Brennelementen ähnelt dem von Urandioxid-Brennelementen. Wegen der Anwesenheit von Plutonium sind aber deutlich größere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die Verarbeitung erfolgt in abgeschirmten, luftdichten Umschließungen (Handschuhkastentechnik) und ist weitgehend automatisiert.
Das Plutonium, das in jedem mit Uranbrennstoff betriebenen Kernreaktor unvermeidlich entsteht und bei der Wiederaufarbeitung des Brennstoffs abgetrennt wird, kann in Form von MOX-Brennstoff wieder in Reaktoren zurückgeführt und zur Energieerzeugung genutzt werden. Bei Leichtwasserreaktoren ist dies eine Option, bei Brutreaktoren dagegen eine Notwendigkeit, denn die dort benötigte hohe Neutronenausbeute der Kernspaltung wird nur mit einem genügenden Plutonium-239-Anteil im Brennstoff (und Spaltung durch schnelle, nicht moderierte Neutronen) erreicht.
Die wichtigsten Anlagen zur Herstellung von MOX-Brennelementen befinden sich in Frankreich (Anlage Melox, Marcoule), Belgien (Dessel) und Großbritannien (Anlage SMP, Sellafield).

