MTV Germany

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von MTV Central)
Wechseln zu: Navigation, Suche
MTV Germany
Senderlogo
MTV-Logo
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, IPTV
Eigentümer: Viacom
Auflösung: 1080i (HDTV)
Geschäftsführer: Dan Ligtvoet
Sendebeginn: 7. März 1997
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Musik)
Website: www.mtv.de
Liste von Fernsehsendern

MTV Germany, früher MTV Central, ist die deutsche Version des Fernsehsenders MTV.

Am 7. März 1997 begann MTV Central mit einem anfangs vierstündigen deutschen Programm (Select MTV, MTV Hot, MTV In Touch, MTV Hitlist Germany) und ergänzte damit das englischsprachige MTV Europe im deutschsprachigen Raum. Mit der Ausstrahlung von deutschsprachigen Sendungen begann MTV Germany Druck auf seinen Hauptkonkurrenten des deutschen Musikfernsehens VIVA, der inzwischen zur MTV-Mutterfirma Viacom gehört, auszuüben. Der Sender war von 2011 bis 1. September 2014 ausschließlich via Sky zu empfangen. 2014 beendete MTV seine Partnerschaft zu Sky und wechselte am 2. September 2014 zu HD+. Die SD-Verbreitung bleibt bis Vertragsende mit den Kabelnetzbetreibern zunächst weiterhin bestehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Funkhaus von MTV Germany in Berlin (Stralauer Allee 6)
ehemaliges MTV-Logo (bis Juni 2011)

MTV Germany ersetzte MTV Europe in Deutschland und Österreich ab März 1997 im Kabelfernsehen und dem damaligen Pay-TV-Angebot DF1 und wurde damit der erste regionale MTV-Sender in Europa. Der Sender hatte seinen Hauptsitz von 1997 bis 1999 in Hamburg, von 1999 bis 2004 in München und ist seit 2004 komplett in Berlin beheimatet.[1] MTV Germany begann unverschlüsselt ab 1999 auf der Satellitenfrequenz des eingestellten Kinderkanals Nickelodeon zu senden. Die regionalen MTV-Sender wurden seitdem immer weiter ausgebaut, so dass es 18 regionale MTV-Sender in Europa gibt, die ihr Programm an die entsprechende Musikkultur des jeweiligen Landes anpassen konnten. Im Laufe der Jahre gelang es MTV Germany, auf dem deutschen Fernsehmarkt verstärkt Marktanteile zu erobern und mit der Konkurrenz VIVA gleichauf zu schließen. Um den Druck auf VIVA zu erhöhen, startete MTV Networks Germany 2001 den Mainstreamkanal MTV2 Pop, welcher sich auf die Sparte Pop und Dance konzentrierte und so direkt gegen VIVA positioniert war.

Seit 2005 ist die MTV-Muttergesellschaft Viacom im Besitz des damaligen Konkurrenzsenders VIVA. Nach der Übernahme wurden die beiden MTV-Sender und die beiden VIVA-Sender neu komplementär positioniert. MTV Germany sollte „kantiger“ werden und hat seitdem ein eher auf das männliche Publikum abgestimmtes Programm. VIVA ist dagegen auf die Zielgruppe der weiblichen Zuschauer ausgerichtet. Seit Ende August 2007 überträgt MTV Germany auch Zusatzinformationen über Blucom.

Im Zuge der Sparmaßnahmen gegen Ende 2008 stellte man viele Sendungen ein – u.a. die moderierten Musiksendungen MTV Urban und MTV Rockzone, die anschließend nur noch als Webshow auf MTV.de zu sehen waren. Zudem stellte man das eigenproduzierte Musikmagazin MTV Masters sowie das MTV News Mag mit Markus Kavka sowie 2010 die Musikclipshow MTV Brand Neu ein. Mittlerweile ist mit Game One nur noch eine moderierte deutsche Sendung im MTV-Programm übrig geblieben.

Am 5. Oktober 2010 gab MTV bekannt, dass MTV Germany und MTV Austria nur noch als kostenpflichtige Abosender über digitale Kabel-, Satelliten- und IPTV-Plattformen zu empfangen sein werden. Eine Ausnahme bildet die Schweiz, in der das deutschsprachige MTV Schweiz weiterhin frei empfangbar ist.[2][3][4] Dadurch will Viacom den Marktanteil des Senders VIVA erhöhen.

Um Punkt 3:00 Uhr am 1. Januar 2011 führte MTV die Verschlüsselung des Programms ein und sendete in der Zeit von 3:00 bis 6:00 auf den analogen Frequenzen eine Testtafel, die auf den Umzug von MTV ins Pay-TV hinwies. Um 6:00 Uhr übernahm VIVA die FTA-Frequenzen von MTV. Die ursprünglichen FTA-Frequenzen von VIVA entfielen.

Seit 21. Mai 2011 gibt es auf MTV.de eine spezielle Funktion, die sich Personal Music Television nennt. Sie wird zusammen mit Last.fm betrieben. Man gibt seinen Lieblingskünstler ein und erhält ähnliche Musik angeboten, die danach als Videoplaylist sichtbar ist. Die Funktion ist kostenlos. Vor kurzem wurde das MTV-Logo beim Personal Music Television zum amerikanischen Logo umgeändert (ohne dem „Music Television“). Diese Änderung war aber nicht von langer Dauer. Das Logo ist seit dem 4. Juni wieder im alten Design.

Am 1. Juli 2011 übernahm man auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz das neue Logo[5] aus den USA. Auch die Pay-TV-Sender MTV Hits, MTV Music, MTV Dance, MTV Rocks und MTV NHD (ab 1. Juli MTV Live HD) bekamen den neuen Look[6].

Seit dem 16. Mai 2011 gibt es den kostenpflichtigen HD-Simulcast MTV HD Germany im HD-Paket des IPTV-Angebots Telekom Entertain.[7]

Vom 29. Januar bis 31. August 2014 war die HD-Variante über den Pay-TV-Provider Sky Deutschland via Satellit empfangbar. Im Gegenzug wurde die SD-Version via Sky gestrichen.[8]

Seit dem 2. September 2014 wird MTV nur noch in HD vertrieben. Die SD-Verbreitung bleibt bis Vertragsende mit den Kabelnetzbetreibern zunächst weiterhin bestehen. Die neuen Empfangsparameter seit dem 2. September lauten 10 964 MHz horizontal (DVB-S2, Symbolrate SR 22 000, Fehlerkorrektur FEC 2/3, 8PSK). MTV HD ist seitdem als kostenloses Zusatzangebot - zugleich kein Bestandteil des HD+-Senderpaketes selber - mit dem Pay-TV Paket von HD+ zu empfangen[9]. Ein weiterer Empfang über Sky Deutschland ist dadurch nicht gegeben. Über eine Ausstrahlung per Kabel ist bisher nichts bekannt.Auf den Seiten von MTV werden die aktuellen Distributionswege noch nicht korrekt angezeigt (Stand: 02.09.2014) [10][11][12][13][14]

Programm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der MTV-Sendungen

Einschaltquoten[Bearbeiten]

Marktanteile ab 3 Jahren und 14-49-Jahren, 2003 bis 2010
Jahr ab 3 Jahre[15] 14 bis 49 Jahre[16]
2003 0,5 % k.A.
2004 0,4 % k.A.
2005 0,4 % 0,8 %
2006 0,4 % 0,9 %
2007 0,5 % 1,0 %
2008 0,5 % 0,9 %
2009 0,4 % 0,7 %
2010 0,4 % 0,8 %
Durchschnitt 00,4 % 00,9 %


Bei allen Zuschauern blieben die Einschaltquoten durchaus auf einem konstanten Niveau, in der werberelevanten Zielgruppe schwankten die Werte. Sein stärkstes Jahr erreichte MTV 2007 mit 0,5 Prozent Gesamtmarktanteil und 1,0 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Auch in den Jahren 2003 und 2008 konnte MTV 0,5 Prozent des Gesamtpublikums erreichen. Seit 2011 können keine Quoten mehr gemessen werden, weil MTV zu einem Pay-TV-Sender geworden ist und offiziell keine Quoten mehr ausweist.

Kritik[Bearbeiten]

Kritisiert wurde MTV Networks Germany, da das Programm des Musiksenders MTV Germany tagsüber inzwischen in erster Linie aus Dokusoaps besteht und nur noch nachts klassische Musikstrecken aufweist. MTV Networks spricht mittlerweile selbst von einem „Jugendsender“ anstatt „Musiksender“.[17] Die Geschäftsführerin der MTV Networks Germany Catherine Mühlemann entgegnete der Kritik, dass „Journalisten keine Ahnung von der Zielgruppe haben.“, das Programm von früher würde „heute keinen Jugendlichen mehr vom Hocker reißen“. Dass Themen wie Politik oder Jobprobleme nicht stattfinden, liege daran, „dass sich mit solchen Themen leider nicht besonders gute Quoten holen“ ließen.[18] Kritiker sprechen gar vom Ende des „MTV-Zeitalters“ und dem „Tod des Musikfernsehens“. Der Frankfurter Kulturwissenschaftler Thorsten Wübbena sagte: „Die meisten Musikvideos werden im Internet angeschaut oder auf ein tragbares Abspielgerät geladen“, „MTV und VIVA müssen aufpassen, dass sie in diesem Wandel nicht untergehen.“[19]

Die Ausstrahlung der englischen Satireserie Popetown auf MTV Germany wurde von Politikern und Kirchenvertretern kritisiert.[20] Auch andere Serien, wie etwa Jackass, Viva La Bam oder Fist of Zen verfügen über einen bewusst provokativen Inhalt und spalten die Meinung der Öffentlichkeit.

Nachdem herauskam, dass MTV Germany ab 2011 nur noch im Pay-TV zu empfangen ist, haben sich zahlreiche Gruppen in sozialen Netzwerken gebildet, um gegen den Gang ins Pay-TV zu protestieren. Der Protest ging so weit, dass die Verantwortlichen von MTV sich bei Facebook den Fragen der Zuschauer gestellt haben.[21]

Bekannte Moderatoren[Bearbeiten]

Aktuelle[Bearbeiten]

VJ bei MTV Sendung(en)
Daniel Budiman seit 2006 Game One
Simon Krätschmer seit 2006 Game One
Nils Bomhoff seit 2011 Game One
Etienne Gardé seit 2011 Game One

Ehemalige Mitarbeiter des Senders[Bearbeiten]

Deutsche VJs auf MTV Europe[Bearbeiten]

  • Kristiane Backer (1989–1996) Party Zone, Coca Cola Report, European Top 20, Awake on the Wild Side
  • Ingo Schmoll (1993–1996) Cinematic, First Look, Greatest Hits

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MTV zieht nach Berlin
  2. MTV ab 2011 im Pay-TV
  3. FTD: MTV wird BezahlsenderVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  4. MTV wird PayTV: Schweiz bleibt Gratis-Insel
  5. Video auf YouTube
  6. MTV streicht "Music Television" aus dem Logo
  7. MTV, Viva, Nickelodeon/Comedy Central auch in HD
  8. Sky bestätigt Aufschaltung des Senders MTV Germany HD auf Satellit Astra 19,2° Ost – Sendestart am 30. Januar
  9. MTV HD ist nicht Bestandteil des HD+-Senderpaketes
  10. MTV baut Reichweite als HD Sender aus: MTV HD ab September auf Plattform von HD PLUS empfangbar
  11. Viacom bestätigt: MTV sendet ab Herbst bei HD+
  12. MTV HD fliegt von Sky, kommt dafür aber zu HD+
  13. Sky und Viacom beenden Zusammenarbeit
  14. MTV HD wechselt im September zu HD Plus
  15. kek-online.de: Marktanteile. kek-online.de. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  16. Quotenmeter.de – Das Online-Fernsehmagazin: Marktainteile. Quotenmeter.de. Abgerufen am 21. Dezember 2010.
  17. DWDL: MTV-Chefin Catherine Mühlemann geht von Bord
  18. DWDL.de: Mühlemann verteidigt neuen Kurs von MTV
  19. Welt.de: Jetzt stirbt das Musikfernsehen endgültig vom 28. Oktober 2008
  20. Jürgen Kaube: Empörung auf Weltniveau, FAZ.net, 23. April 2006, abgerufen am 9. November 2009
  21. MTV stellt sich Euren Fragen. Abgerufen am 6. Oktober 2012.