M 130 (1918)

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M 130 (1928 umbenannt in Fuchs, 1940 in M 530 und 1943 in M 3800) war ein im Ersten Weltkrieg für die Kaiserliche Marine gebautes, aber erst nach Ende des Ersten Weltkriegs fertig- und in Dienst gestelltes Minensuchboot, das eine lange Laufbahn in der Reichsmarine, der Kriegsmarine, dem Deutschen Minenräumdienst und der Sowjetischen Marine hatte.

Bau und Technische Daten[Bearbeiten]

Das Boot wurde 1918 auf der Reiherstiegwerft in Hamburg gebaut. Die Boote des Typs Minensuchboot 1916 waren 59,30 m lang und 7,30 m breit, hatten 2,15 m Tiefgang und verdrängten maximal 630 t. Sie waren mit zwei 8,8-cm-Geschützen L/30 bewaffnet. Zwei Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen mit zusammen bis zu 1850 PS verliehen ihnen eine Höchstgeschwindigkeit von 16,5 Knoten. Die Boote hatten bei 14 Knoten Marschgeschwindigkeit einen Aktionsradius von 2000 Seemeilen.

Reichsmarine[Bearbeiten]

M 130 wurde erst nach Kriegsende, am 13. Februar 1919, in Dienst gestellt und zunächst bei der Beseitigung von im Krieg gelegten Minen eingesetzt. Im Jahre 1928 ließ die Reichsmarine das Schiff zum Artillerietender und Flak-Artillerieschulboot umbauen. Am 12. Mai 1928 übernahm das am gleichen Tage auf den Namen Fuchs umgetaufte Boot die Aufgaben des gleichzeitig außer Dienst gestellten alten Tenders Fuchs bei der Schiffsartillerieschule der Reichsmarine: Schleppen von Seezielscheiben, Sicherung des Schießgebiets, Versorgung der schießenden Schiffe und Schulung von Marinepersonal an Schiffsflak.

Kriegsmarine[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1940 wurde das Boot umbenannt in M 530 und danach für den Rest des Krieges im Minensuch- und Sicherungsdienst eingesetzt. Im Juni 1944 erhielt es die neue Nummer M 3800 und wurde Führerboot der 38. Minensuch-Flottille. Ende 1944 kam das Boot zur 3. Vorpostenflottille (Korvettenkapitän Gottfried Böttger), die in der mittleren und westlichen Ostsee Wach- und Geleitdienstaufgaben wahrnahm. Am 15. Januar 1945 erhielt das Boot in Memel einen Bombentreffer. In den letzten Kriegsmonaten nahm es an der Evakuierung deutscher Flüchtlinge und Truppen aus Ostpreußen ("Unternehmen Hannibal") teil.

Verbleib[Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde das Schiff am 27. Juli 1945 dem Deutschen Minenräumdienst zugeteilt, aber schon wenige Monate später, am 17. November 1945, gemeinsam mit M 3600 (ex-M 508, ex-Delphin, ex-M 108) an die Sowjetunion ausgeliefert, wo es unter dem Namen Минога (Minoga) (Nr. 841) in Dienst gestellt wurde. Wie lange und in welchen Funktionen das Boot dort noch diente, ist nicht bekannt.

Weblinks[Bearbeiten]