Małkocin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Małkocin
Małkocin führt kein Wappen
Małkocin (Polen)
Małkocin
Małkocin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Stargard Szczeciński
Gmina: Stargard Szczeciński
Geographische Lage: 53° 24′ N, 15° 2′ O53.40444444444415.026666666667Koordinaten: 53° 24′ 16″ N, 15° 1′ 36″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZST
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Dorfkirche

Małkocin (deutsch Mulkenthin) ist ein Dorf und Sitz eines Schulzenamtes in der Gemeinde Stargard Szczeciński (Stargard in Pommern) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Małkocin liegt in Hinterpommern, etwa sieben km nördlich von Stargard Szczeciński und 29 km östlich der regionalen Metropole Stettin. Am Ort vorbei fließt ein Bach, der in die Ihna mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft ist aus einem Rittergut hervorgegangen. Mulkenthin war von 1490 bis 1790 ein Lehen der Familie Weyher'.[1][2][3] Im Jahr 1820 fand in Mulkenthin die Regelung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse statt, in deren Rahmen die Bauern eigenes Land erhielten. Von 1867 bis 1945 befand sich das Gut im Besitz der Familie von Leoper.[1]

Um 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Mulkenthin eine Flächengröße von 9,3 km², und auf dem Gemeindegebiet, in dem insgesamt 54 Wohngebäude standen, gab es vier Wohnorte:[4]

  1. Mulkenthin
  2. Müggenkrug
  3. Schloß Hubertus
  4. Seehof

Im Jahr 1925 wurden in der Gemeinde Mulkenthin 356 Einwohner gezählt, die auf 65 Wohnhäuser verteilt waren.[4]

Bis 1945 gehörte Mulkenthin zum Landkreis Saatzig der Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Mulkenthin Anfang März 1945 von der Sowjetarmee besetzt. Nach Kriegsende wurde die Ortschaft unter polnische Verwaltung gestellt. Mulkenthin wurde in Małkocin umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit vertrieben.[5]

Małkocin hat heute etwa 470 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche des Heiligen Josef aus dem 15. Jahrhundert wurde im 16. Jahrhundert niedergebrannt und erst 1854 wieder aufgebaut. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1594. Die Malereien auf den Kirchenfenstern wurden 1888 und 1903 gefertigt.[1]

Auf dem Friedhof Małkocins befindet sich ein Denkmal für gefallene deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges.[1]

Söhne und Töchter des Orts[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Schulz (Hrsg.): Der Kreis Saatzig und die kreisfreie Stadt Stargard – Ein pommersches Heimatbuch. Rautenberg, Leer 1984, 3-7921-0307-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d Website der Gmina Stargard Szczeciński, Małkocin, abgerufen am 12. April 2011
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. 271, Nr. 33
  3. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 4, Anklam 1868, S. 570-571
  4. a b Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Mulkenthin im ehemaligen Kreis Saatzig in Pommern (2011.)
  5. Paul Schulz (Hrsg.): Der Kreis Saatzig und die kreisfreie Stadt Stargard – Ein pommersches Heimatbuch. Rautenberg, Leer 1984.