Ma'rib

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt und den archäologischen Fundplatz Ma'rib. Das gleichnamige Gouvernement beschreibt der Artikel Gouvernement Ma'rib.
مأرب
Ma'rib
Ma'rib (Jemen)
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Koordinaten 15° 25′ N, 45° 20′ O15.42277777777845.3375Koordinaten: 15° 25′ N, 45° 20′ O
Basisdaten
Staat Jemen

Gouvernement

Ma'rib
Einwohner 20.821 (Berechnung 2012[1])
Der weitgehend verlassene alte Teil der Stadt Ma'rib

Ma'rib (arabisch ‏مأرب‎, DMG Maʾrib, lokal Mārib; altsabäisch Maryab; griech.: Μαρίαβα / Mariaba) war in der Antike die Hauptstadt des Reichs von Saba seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. Sie befindet sich etwa 100 km östlich von Sanaa im Jemen. Das heutige Ma'rib hat etwa 21.000 Einwohner und ist Hauptstadt des Gouvernements Ma'rib.

Geschichte[Bearbeiten]

Die antike Stadt lag in einer Ebene im Trockendelta des Wadi Adhana, auf etwa 1200 m Höhe.

Nachdem in Ma'rib schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. eine befestigte Siedlung bestand, erlebte der Ort mit der Etablierung der Weihrauchstraße einen starken Aufschwung. Als bedeutendstes Wirtschaftszentrum löste Ma'rib deshalb im 8. Jahrhundert v. Chr. Sirwah als Hauptstadt von Saba ab. Ma'rib besaß eine Akropolis, auf der sich die Paläste und Tempel der Herrscher befanden, während die eigentliche Stadt von einer 4,2 km langen Stadtmauer umgeben war. Es gab mehrere Tempel für den Hauptgott Almaqah (Mondgott), wobei der bedeutendste der Awwam-Tempel war.

In Ma'rib sollen einst bis zu 50.000 Menschen auf einer ummauerten Stadtfläche von 110 Hektar gelebt haben, womit Ma'rib die größte Stadt im antiken Südarabien war. Grundlage für diese große Bevölkerung war die blühende Landwirtschaft, die durch den Staudamm von Marib ermöglicht wurde. Die somit künstlich bewässerte Fläche betrug etwa 9600 Hektar. Im Jahre 24 v. Chr. belagerten die Römer unter Aelius Gallus vergeblich die Stadt.

Der Niedergang Ma'ribs begann schließlich mit dem Rückgang des Handels auf der Weihrauchstraße, nachdem die Ptolemäer und Römer den Seeweg durch das Rote Meer erschlossen hatten und somit die hohen Zölle und Abgaben auf dem Landweg umgehen konnten. Nachdem es seit dem 4. Jahrhundert zu mehreren Dammbrüchen gekommen war und Ma'rib nach der Eroberung durch die Himjariten auch seinen Hauptstadtstatus verlor, wurde die Stadt nach einem erneuten Dammbruch im Jahre 572 aufgegeben.

In der Neuzeit war das legendäre Ma'rib Ziel mehrerer Forschungsreisen. Als erster erreichte der Franzose Joseph Arnaud 1843 die Ruinenstadt. Eine archäologische Erforschung der Stadt war wegen der ablehnenden Haltung der Stämme lange Zeit nicht möglich. Erste Ausgrabungen fanden 1952 unter Wendell Phillips statt, mussten aber bald wieder abgebrochen werden. Nachdem Ma'rib seit 1975 wieder für Touristen und Forscher zugänglich ist, finden dort gegenwärtig deutsche Grabungen statt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Marib ist eine von fünf Städten im Jemen auf der vorläufigen UNESCO-Welterbe-Tentativliste. Der Blick richtet sich dabei auf das archäologisch-historische alte Marib.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrey Korotayev. Pre-Islamic Yemen. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 1996. ISBN 3-447-03679-6.
  • Jürgen Schmidt (Hrsg.): Antike Technologie. Die sabäische Wasserwirtschaft von Marib. von Zabern, Mainz 1995 (Archäologische Berichte aus dem Yemen, Bd. 7). ISBN 3-8053-1488-4
  • Wendell Phillips: Kataba + Saba: Entdeckung der verschollenen Königreiche an den biblischen Gewürzstraßen Arabiens. S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1958.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ma'rib – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2012
  2. Archaeological site of Marib