Ma Barker

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Kate „Ma“ Barker (* 8. Oktober 1873 in Ashe Grove, Missouri als Arizona Donnie Clark; † 16. Januar 1935 in Oklawaha, Florida) war eine US-amerikanische Kriminelle. Sie war Komplizin und vermeintliche Matriarchin einer Bande, die in den 1930er Jahren zahlreiche Morde und Banküberfälle verübte.

Biografie[Bearbeiten]

Die Hütte am Lake Weir, in der Ma Barker und ihr Sohn Freddie 1935 vom FBI erschossen wurden.

Kate Barker wurde 1873 in Missouri als Arizona Donnie Clark geboren. Anfang der 1890er Jahre heiratete sie George Barker und änderte ihren Namen in Kate Barker. Das Paar hatte vier Söhne: Herman, Lloyd, Arthur und Fred. Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, ging Barker mit ihren Söhnen um 1915 nach Tulsa, wo sich das Haus der Familie rasch zu einer Anlaufstelle für Kriminelle entwickelte.[1] Die Barker-Brüder begannen, eine Reihe von Straftaten wie Autodiebstahl, Entführungen und Raub zu begehen und wurden dafür zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ma Barker wurde bekannt dafür, dass sie für die Freilassung ihrer Söhne Bewährungsausschüsse und verschiedene Gefängnisleiter belästigte.[2] Sohn Fred wurde im Jahr 1931 aus dem Gefängnis entlassen und gemeinsam mit seinem Mitgefangenen Alvin Karpis entstand die Barker-Karpis-Gang, die als äußerst gewalttätig galt.[3] Das FBI versuchte bis 1935 der Bande habhaft zu werden, was im Januar 1935 gelang. Bei der Gefangennahme von Arthur „Doc“ Barker wurde eine Karte von Florida gefunden, mit deren Hilfe sie Ma Barker und ihren Sohn Freddie in einer Hütte am Lake Weir im Marion County fanden. Bei einem 45-minütigen Schusswechsel wurden die beiden Kriminellen getötet.[4]

Lange galt Ma Barker als Kopf der Barker-Karpis-Bande. In seiner Autobiografie jedoch schrieb Karpis, dass Ma Barkers Rolle sich darauf beschränkte, die Bande als Mutter-und-Söhne-Reisegruppe zu tarnen, und sie an den Verbrechen keinen weiteren Anteil hatte.[5] J. Edgar Hoover hingegen, zu jener Zeit Direktor des FBI, bezeichnete die Bande um Ma Barker als die schlimmsten Verbrecher, die das FBI je gejagt habe.[5] Kritiker warfen dem FBI jedoch vor, Ma Barkers Rolle überspitzt dargestellt zu haben, um einen Erfolg in der Kriminalitätsbekämpfung vorweisen und ihre Tötung rechtfertigen zu können.[3]

Darstellungen in der Populärkultur[Bearbeiten]

Das öffentlich verbreitete Bild von Ma Barker war die Vorlage für die Kriminal-Filme Die gnadenlosen Killer (1960) und Bloody Mama (1970).[3] Bei letzterem führte Roger Corman Regie; die Hauptrolle der Ma spielte Shelley Winters. Der Film stellt Barker als verdorbene Mutter dar, die ihre Kinder zu Verbrechen ermuntert und sie organisiert. Der junge Robert De Niro tritt als Lloyd Barker im Film auf. Auch Mark L. Lester verfilmte die Geschichte der Ma Barker 1995 unter dem Titel Public Enemy mit Theresa Russell und Eric Roberts in den Hauptrollen.

Der Mythos um Ma Barker war die Vorlage für mehrere fiktive Figuren.[6] Dazu zählen Ma Beagle, die Mutter der Panzerknacker-Bande (im englischsprachigen Original Beagle Boys), Ma Parker in der Batman-Fernsehserie[3] und Ma Dalton, die Mutter der Daltons in den Lucky Luke-Comics. Auch das Lied Ma Baker der Popgruppe Boney M. aus dem Jahr 1977 ist von Ma Barker inspiriert.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Mike Mayo: American Murder: Criminals, Crimes and the Media. Visible Ink Press, 2008, ISBN 9781578592562, S. 17-19.
  •  David S. Kidder, Noah D. Oppenheim: The Intellectual Devotional Biographies: Revive Your Mind, Complete Your Education, and Acquaint Yourself with the World's Greatest Personalities. Rodale, 2010, ISBN 9781605290881, S. 305.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Mike Mayo: American Murder, S. 17.
  2. Mike Mayo: American Murder, S. 18.
  3. a b c d Kidder, Oppenheim: The Intellectual Devotional Biographies, S. 305.
  4. Mike Mayo: American Murder, S. 19.
  5. a b  Henry M. Holden: FBI 100 Years: An Unofficial History. Zenith Press, 2008, ISBN 9781610607186, S. 75f.
  6. Ma Barker in der Crime Library (englisch)