Maasbracht

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51.1419444444445.8897222222222Koordinaten: 51° 8′ 31″ N, 5° 53′ 23″ O

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St. Gertrudis mit dem aus Mergelstein errichteten Kirchturm des 14. Jahrhunderts

Maasbracht ( anhören?/i) ist eine Ortschaft mit 7317 Einwohner in der niederländischen Provinz Limburg und zugleich die Bezeichnung einer früheren Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Leonardus-Mühle in Maasbracht

Archäologische Funde belegen, dass in Maasbracht bereits in prähistorischer Zeit Fischer ansässig waren. Mit dem Bau des Julianakanals in den 1920er Jahren entwickelte sich Maasbracht zu einem der größten Binnenhäfen der Niederlande, hauptsächliches Frachtgut war Steinkohle aus den nahegelegenen südlimburgischen Zechen um Heerlen. Nach Schließung der südlimburgischen Bergwerke ist der Frachtumschlag im Maasbrachter Hafen allerdings ab ungefähr 1970 erheblich zurückgegangen. [1]

Die frühere Gemeinde Maasbracht wurde zum 1. Januar 2007 mit den Gemeinden Heel (mit den Ortschaften Heel, Beegden, Panheel und Wessem) und Thorn zur Gemeinde Maasgouw verschmolzen. Die ehemalige Gemeinde Maasbracht hatte Anfang 2005 13.661 Einwohner. Ihre Fläche betrug 26,1 km². In der Gemeinde lagen folgende Orte: Brachterbeek, Laak, Linne, Maasbracht, Ohé en Laak sowie Stevensweert.

Lage, Wirtschaft und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Maasbracht aan de Maas en de Maasplassen
Blick von der Schleuse Maasbracht über einen Teil des Hafens und des Ortes, im Hintergrund das im Ortsbild stets präsente Kraftwerk

Der Ort Maasbracht liegt in der Mitte der Provinz Limburg zwischen Weert, der belgisch-niederländischen Grenze und Echt-Susteren unmittelbar an der Maas. Die Autobahn A2 von der belgisch-niederländischen Grenze in Eijsden bei Maastricht nach Amsterdam über Eindhoven überquert bei Maasbracht die Maas, im rechts der Maas gelegenen Autobahnkreuz Het Vonderen zweigt von der A2 die Autobahn A73 nach Nijmegen über Roermond ab.

Der von Maastricht aus kommende Julianakanal als Seitenkanal zur Maas endet flussabwärts gesehen in Maasbracht, kurz vor dem Kanalende am Rande des Hafengeländes befindet sich die Drei-Kammer-Schleuse Maasbracht. Die Maasbrachter Schleuse verfügt mit 11,85 Metern über die größte Fallhöhe aller Schleusen in den Niederlanden.[2] Ferner beginnt in der Nähe Maasbrachts der Kanal Wessem-Niederweert (Schleuse Panheel). Über zwei weitere Schleusenanlagen östlich von Heel kann entweder die Maas über den Durchstich eines Maasbogens in Richtung Roermond unmittelbar oder der an Roermond vorbeiführende und wieder in die Maas mündende, aber eine Schleusung einsparende, Lateraalkanal Linne-Buggenum, eines weiteren Seitenkanals zur Maas, befahren werden.

Es gibt in Maasbracht ein Internat für Kinder von Binnenschiffern sowie ein Museum zur Geschichte der Binnenschifffahrt. Im Hafen kann der alte Segel-Lastkahn „Nooit Volmaakt“ besichtigt werden. Sehenswert ist ferner der im 14. Jahrhundert aus Mergel ausgeführte Kirchturm der St. Getrudiskerk unmittelbar am Hafen sowie die Leonardusmühle, eine Turmwindmühle.

Sonnenaufgang über der Clauscentrale

Das weithin sichtbare Kraftwerk Clauscentrale wird mit Erd- und Biogas von dem Energieversorger Essent betrieben und kann kurzfristig nach Bedarf bis zu acht Prozent des niederländischen Stroms produzieren. Die beiden Kraftwerksblöcke wurden 1977 bzw. 1978 in Betrieb genommen und 1993/1994 zu sogenannten Start-Stop-Einheiten umgerüstet. Jeder Block hat eine Leistung von 640 Megawatt. Kraftwerksblock B ist derzeit (2011) nicht in Betrieb, da er seit Sommer 2008 zum neuen Block C umgebaut wird. Block C soll eine Leistung von 1.275 Megawatt erhalten, der Wirkungsgrad soll sich von bislang 40 Prozent auf künftig 58,5 Prozent erhöhen. Die Baukosten des Projektes werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt, die Inbetriebnahme soll im April 2012 erfolgen.[3]

Durch die Gewinnung von Kies aus Gruben entlang der Maas entstanden zahlreiche, zumeist mit der Maas verbundene, Seen, die Maasplassen. Diese dienen heute in erster Linie dem Wassersporttourismus.

Viele Menschen in der ehemaligen Gemeinde leben vom Obstanbau oder pendeln in die umliegenden Städte zur Arbeit.

Städtepartnerschaft mit[Bearbeiten]

Zons, Ortsteil von Dormagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellennachweise[Bearbeiten]

  1. Website der Gemeinde Maasgouw mit Informationen zu Maasbracht, abgerufen am 3. August 2011 (in niederländisch)
  2. Website über Maasbracht, abgerufen am 15.Juli 2011 (in niederländisch)
  3. Website der Firma Essent mit Informationen und weiteren Links zur Clauscentrale, abgerufen am 11. Juli 2011 (in niederländisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maasbracht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien