Macadamia

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Macadamia
Macadamia integrifolia in einer Plantage

Macadamia integrifolia in einer Plantage

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Silberbaumartige (Proteales)
Familie: Silberbaumgewächse (Proteaceae)
Unterfamilie: Grevilleoideae
Gattung: Macadamia
Wissenschaftlicher Name
Macadamia
F.Muell.

Macadamia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Sie ist vor allem durch die Frucht, die „Macadamianuss“, der beiden Arten Macadamia integrifolia sowie Macadamia tetraphylla und ihren Sorten bekannt. Die nur noch vier Arten kommen nur in Queensland und New South Wales im subtropischen, östlichen Australien vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Macadamia ternifolia
Stachelspitzige Laubblätter an jungem Exemplar von Macadamia integrifolia
Unverzweigte Blütenstände von Macadamia integrifolia.
Glattrandige Laubblätter an erwachsenem Exemplar von Macadamia integrifolia

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Macadamia-Arten wachsen als Bäume, manchmal mit mehreren Stämmen und erreichen je nach Art Wuchshöhen von 6 bis zu 18 Meter. Es werden mehr oder weniger stark Brettwurzeln gebildet.[1]

An erwachsenen Exemplaren sind die Laubblätter meist zu dritt bis fünft wirtelig an den Zweigen angeordnet. Die mehr oder weniger deutlich (0 bis 18 mm lang) gestielten Laubblätter besitzen eine einfache Blattspreite mit je nach Art und Alter der Exemplare glattem oder stachelspitzigem Blattrand.[1]

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die seiten- oder endständigen, pseudo-traubigen Blütenstände sind immer einfach, im Gegensatz zu den früher auch hier eingeordneten Arten der Gattung Lasjia mit verzweigten Blütenständen. Immer zwei gestielte Blüten stehen zusammen über einem mehr oder weniger früh vergänglichen Tragblatt. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch (bei Triunia sind sie leicht zygomorph) und vierzählig. Es sind nur vier Blütenhüllblätter vorhanden und sie können frei oder untereinander verwachsen sein. Die cremefarbenen, creme-braunen oder rosafarbenen Blütenhüllblätter sind riemenförmig mit verbreiterten oberen Ende; sie rollen sich im Verlauf der Anthese kreisförmig zurück. Es sind nur vier Staubblätter vorhanden. Die Staubfäden sind einen Teil ihrer Länge mit den Blütenhüllblättern verwachsen. Die Konnektive überragen etwas die Staubbeutel. Die kahlen Nektardrüsen sind verwachsen und bilden einen Ring um den Fruchtknoten herum (bei Triunia sind sie frei). Jede Blüte enthält nur ein sitzendes, kahles bis seidig behaartes, oberständiges Fruchtblatt. Das Fruchtblatt enthält nur zwei orthotrope Samenanlagen. Der stielrunde bis leicht vierkantige Griffel endet in einer ei- oder keulenförmigen Narbe.[1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die kugelförmigen Balgfrüchte besitzen am oberen Ende ein Horn. Die Balgfrüchte öffnen sich erst spät entlang einer mehr oder weniger deutlichen Längsnaht und enthalten meist nur einen Samen. Der ungeflügelte,[2] kugelige bis breit-eiförmige Same besitzt eine braune, glatte oder runzelige, harte[2] Samenschale (Testa). Der Embryo besitzt zwei cremefarbenen, kugelförmige, süß, fade oder bitter schmeckende Keimblätter (Kotyledone).[1]

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Nutzung[Bearbeiten]

Macadamia-Nüsse: links mit Schale, rechts geröstet
Macadamia ternifolia mit unreifen Früchten

Wirtschaftlich bedeutend sind nur zwei Arten: Macadamia tetraphylla (ihre Nüsse haben eine raue Schale und sind nicht geeignet zum Rösten) und Macadamia ternifolia (mit glatter, aber etwas dünnerer Schale). Nur diese beiden Arten bringen direkt essbare Nüsse hervor; die Nüsse der anderen Arten sind zu bitter, um genießbar zu sein, wurden aber historisch von einigen Aboriginal-Völkern durch Zermahlen und längeres Auslaugen nutzbar gemacht.

Schon die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, nutzten die wildwachsenden Nüsse als eiweiß- und fettreiche Nahrungsquelle. Einer der überlieferten Namen aus ihren Sprachen lautet „Kindal Kindal“.

Macadamianüsse gelten als sehr feine und wohlschmeckende Nüsse. Zudem gehören sie aufgrund des schwierigen Anbaus, der komplizierten Weiterverarbeitung und insbesondere der gestiegenen Nachfrage zu den teuersten Nüssen der Welt – daher auch die Bezeichnung „Königin der Nüsse“.

Die Nüsse reifen auf den Bäumen und werden vom Boden geerntet. Danach lässt man sie gut belüftet einige Wochen bis Monate lagern, um ihren Wassergehalt von ursprünglich 30 Prozent auf etwa 1,5 bis 2 Prozent zu reduzieren. Dadurch lassen sie sich leichter knacken.[3] Die Nüsse kommen fast ausschließlich geschält oder weiterverarbeitet in den Handel, da ihre Schale sehr hart und relativ dick ist. Sie lässt sich durch die meisten herkömmlichen Nussknacker nicht öffen, am besten eignen sich spezielle Spindelnussknacker.

Neben dem sehr hohen Fettanteil (großteils ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren) enthalten sie unter anderem Vitamin B, Calcium, Eisen und Phosphor. Das Öl findet außerdem Verwendung in der Kosmetikindustrie, beispielsweise als exklusives Körperöl.

Nährwert[Bearbeiten]

Geschälte, geröstete und gesalzene Macadamia-Nüsse, wie sie im Handel erhältlich sind

Nährwerte je 100 g (essbar, geröstet, ohne Salz)[4]

Giftigkeit[Bearbeiten]

Macadamia-Nüsse sind giftig für Katzen und Hunde. Die Wirkmechanismen sind unbekannt.

Bei Hunden sind meist vorübergehende Verstopfung, Schwäche und Lähmung des Hinterleibs ca. 12 Stunden nach Aufnahme die Folge. Je nach verzehrter Menge und Größe des Hundes können auch Muskelzucken, Gelenkschmerzen und Schmerzen im Unterleib folgen. Bei größerer verzehrter Menge können Opiate die Folgen bis zum Abklingen lindern. Nach 24 bis 48 Stunden erfolgt meist völlige Genesung.[5][6]

Bei Katzen können Muskelzittern, Lahmheit, Gelenksteifigkeit und hohes Fieber auftreten.[7]

Heimat, Gefährdung und Anbaugebiete[Bearbeiten]

Alle seit 2008 nur noch vier Macadamia-Arten stammen ursprünglich aus Queensland und dem angrenzenden New South Wales im östlichen Australien. Sie kommen in einem subtropischen Gebiet nur in einem etwa 500 km langen Streifen an der Ostküste vor.[2]

Trotz der hohen Ansprüche der wenig wuchsfreudigen Bäume gehören heute neben Australien auch Hawaii (größter Produzent), Neuseeland, Südafrika, Malawi, Kenia, Israel, Brasilien, Kalifornien, Guatemala und Paraguay zu den Anbaugebieten. Macadamia ist die einzige australischstämmige Nahrungspflanze, die in nennenswertem Umfang in den Welthandel gelangt.

Zumindest die Arten Macadamia tetraphylla und Macadamia integrifolia gelten heute in New South Wales als gefährdet.

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]

Etwa um 1857 wurde die erste Art Macadamia ternifolia durch die Botaniker Ferdinand von Müller und Walter Hill, dem Direktor des Botanischen Gartens von Brisbane, in einem Wald am Pine River der Moreton Bay entdeckt. Der Gattungsname Macadamia ehrt den befreundeten Wissenschaftler John Macadam (1827–1865). Die Gattung Macadamia wurde 1857 durch Ferdinand von Müller in Account of some new Australian plants In: Transactions and Proceedings of the Philosophical Institute of Victoria. 2, S. 72 mit der Erstbeschreibung der Typusart Macadamia ternifolia F.Muell. aufgestellt.[8]

Die Gattung Macadamia gehört zur Tribus Macadamieae in der Unterfamilie Grevilleoideae innerhalb der Familie Proteaceae. Einige früher in dieser Gattung eingeordnete Arten wurden in andere gleichfalls artenarme Gattungen, beispielsweise Lasjia P.H.Weston & A.R.Mast (fünf Arten), Triunia, Floydia gestellt.[2]

Seit 2008[2] werden nur noch vier Arten unterschieden (gegenüber vorher bis zehn Macadamia-Arten):[9][10]

Quellen[Bearbeiten]

  • C. L. Gross: Flora of Australia Online: Macadamia: Volltext-Online. (falls der direkte Link gerade nicht funktionieren sollte, kann man auch versuchen das Taxon in die Suchmaske einzugeben) (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)
  • Austin R. Mast, Crystal L. Willis, Eric H. Jones, Katherine M. Downs, Peter H. Weston: A smaller Macadamia from a more vagile tribe: inference of phylogenetic relationships, divergence times, and diaspore evolution in Macadamia and relatives (tribe Macadamieae; Proteaceae). In: American Journal of Botany. Volume 95, Issue 7, 2008, S. 865: Volltext-Online. doi:10.3732/ajb.0700006 (Abschnitt Systematik, Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d C. L. Gross: Flora of Australia Online: Macadamia: auszug aus Werk Flora of Australia, 1995. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  2. a b c d e A. R. Mast, C. L. Willis, E. H. Jones, K. M. Downs, P. H. Weston: A smaller Macadamia from a more vagile tribe: inference of phylogenetic relationships, divergence times, and diaspore evolution in Macadamia and relatives (tribe Macadamieae; Proteaceae). In: American Journal of Botany. Volume 95, Issue 7, 2008, S. 865: Volltext-Online. doi:10.3732/ajb.0700006
  3. Die Reise der Australischen Macadamia Australian Macadamia Society Ltd, 15. Januar 2014.
  4. Nuts, macadamia nuts, dry roasted, without salt added (englisch)
  5. S. Handl, C. Iben: Foodstuffs toxic to small animals–a review. (PDF) In: Companion Animal Practice, Band 20, 2010, S. 40.
  6. Treacherous Treats – Macadamia Nuts, Christine Allen, Oktober 2001.
  7. Brunner, David und Stall, Sam: Die Katze. München - Wien 2005, S. 181
  8. Macadamia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  9. Macadamia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  10. APNI = Australian Plant Name Index. Centre for Plant Biodiversity Research. Australian Government. Abgerufen am 12. Juni 2013.
  11. a b c Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Macadamia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien