Macbeth (Schottland)

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Macbeth (Mac Bethad mac Findlàich, * 1005; † 15. August 1057) war schottischer König vom 14. August 1040 bis zu seinem Tod.[1]

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Im Schottland des 11. Jahrhunderts gab es keine erbliche Thronfolgeregelung, die Könige wurden innerhalb einer Gruppe von Thronberechtigten unter dem Tanistry-System gewählt. Das bedeutete in der Praxis oft Machtkämpfe zwischen den Anwärtern, bis hin zum Mord. Macbeth war der Sohn von Findlàech, der sich beim Ringen um die Thronfolge auf die falsche Seite geschlagen hatte. Findlàech hatte Dabhda geheiratet, eine Tochter von Malcolm II. und Schwester von Bethoc (Mutter des zukünftigen Königs Duncan I.).

Diese Allianz mit dem Haus Atholl entfremdete ihn seiner eigenen Linie, dem Haus Moray. Sein eigener Bruder befahl schließlich die Ermordung Findlàechs durch dessen Neffen Gillecomgain und Malcolm. Malcolm starb 1029; auf ihn folgte Gillecomgain, der 1031 oder 1032 bei einem Überfall getötet wurde, den König Malcolm II. angeordnet hatte. Macbeth folgte seinem Cousin als Mormaer von Moray und heiratete Gillecomgains Witwe Gruoch, eine Enkelin von Kenneth III.; dadurch wurde Macbeth Stiefvater ihres Sohnes Lulach.

Macbeths Regierungszeit[Bearbeiten]

Macbeth war Heerführer des schottischen Königs Duncan I. und tötete diesen am 14. August 1040 in der Schlacht bei Elgin. Im Gegensatz zu der Darstellung in William Shakespeares Drama Macbeth führte dieser Machtwechsel zu einer Verbesserung der Lage Schottlands. Seine Regierungszeit war gekennzeichnet von relativem Wohlstand, von Ruhe und Frieden im Inneren sowie nach außen. Er vereinigte die streitbaren schottischen Landesteile und sicherte Gesetz und Ordnung.

Wie sicher Schottland war, zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass Macbeth 1050 eine mehrmonatige Pilgerreise nach Rom unternahm und bei seiner Rückkehr das Land noch immer friedlich vorfand[2]. Das war zu jener Zeit in Schottland nicht selbstverständlich.

Am 15. August 1057 fiel er im Kampf gegen Duncans Sohn Malcolm III. durch die Hand MacDuffs. Macbeths Stiefsohn Lulach hielt sich als König noch bis 1058. Malcolm hatte sich für seinen Kampf gegen Macbeth der Unterstützung des englischen Königs Eduard des Bekenners versichert. Das führte in der Folge zu einem zunehmenden Einfluss Englands auf Schottland, und die keltische Kultur wurde mehr und mehr vom Englischen (Angelsächsisch, nach 1066 Normannisch-Französisch) zurückgedrängt.

Macbeths Grab befindet sich auf Iona. Er ist der letzte dort bestattete schottische König.

Künstlerische Verarbeitung: Shakespeare und andere[Bearbeiten]

Das Schauspiel Macbeth, eines der bekanntesten Dramen William Shakespeares, basiert nicht auf den geschichtlichen Tatsachen, sondern auf einer Darstellung durch den Chronisten Raphael Holinshed aus dem 16. Jahrhundert. Sie schildert Macbeths Wandlung vom Getreuen Duncans zum Königsmörder, der zunehmend dem Wahnsinn verfällt.

Die Oper Macbeth von Giuseppe Verdi beruht ihrerseits auf Shakespeares Drama.

Die Disneyserie Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit verarbeitet ebenfalls die Geschichte des schottischen Königs Macbeth neben einigen anderen Themen der u.a. britischen Geschichte und Sagenwelt.

Die britische Heavy Metal Band Hell verfasste einen Song über Macbeth.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 54
  2. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 54

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Duncan I. König von Schottland
1040–1057
Lulach