Macchi M.3

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Macchi M.3
Macchi L.3
Typ: Flugboot
Entwurfsland: Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Hersteller: Macchi
Erstflug: 1916
Stückzahl: ca. 200

Die Macchi M.3 war ein als Doppeldecker ausgelegtes Flugboot mit einem einstufigen Bootsrumpf.

Entwicklung[Bearbeiten]

Am 27. Mai 1915 fiel den italienischen Streitkräften ein österreichisches Flugboot (Kennung L.40) des Typs Lohner L in die Hände. Der L-Typ war eines der wenigen Flugboote, die erfolgreich bei Kampfeinsätzen gegen Schiffe und Bodenziele und sogar als Jagdflugzeug eingesetzt wurden. Das Unternehmen Nieuport-Macchi erhielt den Auftrag, eine Kopie der Beutemaschine herzustellen. Das erste Exemplar wurde im Juni 1915 fertiggestellt und erhielt die Bezeichnung L.1, um seine Herkunft von Lohner deutlich zu machen. Nach den 139 gebauten L.1 wurden zehn verbesserte L.2 produziert.

Felice Buzio entwickelte schließlich aus der Macchi L.2 1916 in Macchis Seeflugzeugabteilung in Schiranna die L.3. Von der L.2 wurden die Tragflächen in Anderthalbdecker-Auslegung mit stark unterschiedlichen Spannweiten unten und oben übernommen. Rumpf und Leitwerk wurden neu konstruiert, so dass man von einer selbstständigen Macchi-Konstruktion sprechen kann.

Bei der Übernahme durch die italienische Marine wurde deshalb 1917 die Bezeichnung in Macchi M.3 geändert. Der Motor war auf Streben zwischen den Flügeln angeordnet und trieb eine Druckschraube an. Es wurden etwa 200 Maschinen für die italienische Marine gebaut.

Einsätze[Bearbeiten]

Die italienische Marine setzte die Macchi M.3 im adriatischen Raum als Bomben-, Aufklärungs-, Patrouillen- und Begleitflugzeug ein. Sie unternahm mit dem Flugzeug zahlreiche Bombenangriffe auf die österreichischen Marinestützpunkte Pola und Cattaro. Auch Luftbildflüge über diesen Stützpunkten und Triest wurden durchgeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb der Typ noch bis 1924 bei Schulungseinheiten im Einsatz.

Ein Exemplar der M.3 stellte 1916 über dem Lago Maggiore einen Höhenweltrekord für Seeflugzeuge auf, bei dem 5.400 m in 41 Minuten erreicht wurden.

Die Schweizer Fluggesellschaft Ad Astra Aero kaufte mehrere Exemplare, um sie für Rundflüge über den Schweizer Seen einzusetzen. Dafür wurden die Flugzeuge umgebaut. Zwei Passagiere saßen nebeneinander hinter einer großen Windschutzscheibe. Der Pilot befand sich dahinter in einem erhöhten offenen Cockpit.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
ParaguayParaguay Paraguay
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 1 Pilot, 1 Beobachter, Schütze
Spannweite 15,95 m
max. Startmasse 1.350 kg
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Reichweite 450 km
Triebwerk ein Isotta-Fraschini-Motor V.4B mit 160 PS (119 kW)
Bewaffnung ein bewegliches 7,7-mm-FIAT-Maschinengewehr sowie vier leichte Bomben

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Aero Heft 108
  • Austro-Hungarian Aces of World War 1. Osprey Publishing
  • Kenneth Munson: Flugzeuge der Welt in Farben. Flugboote und Wasserflugzeuge seit 1910. Orell Füssli Verlag, 1972, S. 28f, 113f.