Mackensen-Klasse

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
SMS Mackensen (Seitenriß)
Klassendetails
Schiffstyp Großer Kreuzer
(Schlachtkreuzer)
Einheiten 4
Dienstzeit nicht in Dienst gestellt
Schwesterschiffe
SMS Mackensen
SMS Graf Spee
SMS Prinz Eitel Friedrich
SMS Fürst Bismarck
Bauwerften
Technische Daten
Wasserverdrängung Konstruktion: 30.510 t
maximal: 34.742 t
Länge Wasserlinie: 223 m
Breite 30,4 m
Tiefgang 8,4 m (9,3 m maximal)
Bewaffnung
  • 8 x 35 cm SK L/45
    in 4 Doppeltürmen
  • 12 x 15 cm SK L/45
    in Kasematten
  • 8 x 8,8 cm L/45 (Flak)
  • 5 x Unterwasser-Torpedorohre Ø 60 cm (1 Bug 4 Seiten)
Panzerung
  • Gürtel: 100 – 300 mm
  • Deck: oben 30 mm / unten 80, 30, 120–50 mm
  • Barbetten: 290 mm
  • Türme: 320 mm
  • Leitstand vorn: 350 mm
  • Leitstand achtern: 200 mm
  • Kasematten: 150 mm
  • Zitadelle: 220 mm
Antriebsanlage
  • 4 Satz Marine-Dampfturbinen
    (dazu Marschturbinen für 12 kn Fahrt)
  • 24 kohlegefeuerte Einender-Dampfkessel und
    8 ölgefeuerte Marine-Doppelender-Dampfkessel
  • 4 dreiflügelige (Ø 4,2 m) Schrauben
  • 90.000 PS
Brennstoffvorrat
  • normal: 788 t Kohle und 295 t Treiböl
  • maximal: 3937 t Kohle und 1968 t Treiböl
Geschwindigkeit 28,8 Kn
Fahrbereich 5.500 sm bei 14 kn
Besatzung 1.186 Mann (Krieg)

Die Mackensen-Klasse war eine Klasse von sieben geplanten Schlachtkreuzern der deutschen Kaiserlichen Marine, die aufgrund der Niederlage im Ersten Weltkrieg nicht mehr fertiggestellt werden durften. Sie waren Nachfolger der Derfflinger-Klasse, Namensgeber des Typschiffs war Generalfeldmarschall August von Mackensen.

Planung[Bearbeiten]

Die ersten drei Schiffe der Klasse waren als Ersatzbauten für zwei veraltete Panzerkreuzer der Victoria Louise-Klasse, die SMS Victoria Louise und die SMS Freya sowie den auf der Doggerbank untergegangenen Großen Kreuzer SMS Blücher vorgesehen. Lediglich das vierte Schiff sollte ein Vermehrungsbau sein, wurde dann aber als Ersatz für den am 17. November 1914 untergegangenen Panzerkreuzer SMS Friedrich Carl bestimmt. Nur die Mackensen wurde bereits im Frieden bestellt, das zweite Schiff wurde aus Mitteln für das Haushaltsjahr 1915 geordert, die übrigen fünf Schiffe dann im Rahmen des Kriegsbauprogramms von 1916.

Entwurf[Bearbeiten]

Die Schlachtkreuzer der Mackensen-Klasse waren Weiterentwicklungen der vorangegangenen Derfflinger-Klasse, deren Eigenschaften sich als sehr günstig erwiesen hatten: die Schiffe waren kampfstark und standfest bei gleichzeitiger hoher Geschwindigkeit. Die Mackensen-Klasse sollte den jüngsten Entwicklungen in der Seekriegstechnik Rechnung tragen, was vor allem eine Kalibersteigerung von den bisherigen 30,5-cm-Geschützen zu 35-cm-Geschützen bedeutete. Ursprünglich war sogar der Einbau von 38-cm-Geschützen vorgesehen, wegen befürchteter Größen- und Gewichtsprobleme sowie der Doktrin der Admiralität, die auf Großen Kreuzern kleinere Geschütze als auf Schlachtschiffen vorsah, sah man jedoch zunächst davon ab. Nach Bekanntwerden von Details der britischen Schlachtkreuzer der Admiral-Klasse (HMS Hood) sowie der Kiellegung der Renown-Klasse wurden die letzten drei Schiffe, beginnend mit der SMS Ersatz Yorck noch einmal überarbeitet und sollten doch noch mit 38-cm-Geschützen ausgestattet werden.

Wie ihre Vorgänger waren die neuen Schiffe Glattdecker ohne Back oder Achterdeck, neben der Kalibersteigerung waren sie auch etwas schneller, verdrängten aber auch etwa 4.000 t mehr. Erstmals wurde ein Bugwulst eingeführt. Auch die Mackensen-Klasse setzte auf eine gemischte Kohle-Öl-Feuerung, eine wesentliche Neuerung war jedoch der Einbau sogenannter Marschturbinen, welche auf Marschfahrt den Brennstoffverbrauch minimieren sollten.

Schicksal[Bearbeiten]

Stapellauf der Mackensen bei Blohm & Voss am 17. April 1917

Keines der Schiffe wurde fertiggestellt. In den letzten Kriegsjahren hatten sich die Prioritäten beim Schiffbau zugunsten leichterer Einheiten (v.a. U-Booten) verschoben, so dass sich der Bau von Großkampfschiffen verlangsamte. Bei Kriegsende war die Mackensen etwa 14 Monate von der Fertigstellung entfernt, die Prinz Eitel Friedrich, noch auf der Helling von Blohm & Voss, ca. 21 Monate, Graf Spee (Bauwerft Schichau-Werke Danzig) 12 Monate und Fürst Bismarck auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven noch deutlich länger. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages durften die Schiffe nicht mehr fertiggestellt werden, kurzzeitig war 1920 ein Umbau zu Tankmotorschiffen mit je 18.500 tdw im Gespräch, der aber wegen Unwirtschaftlichkeit verworfen wurde. Prinz Eitel Friedrich wurde am 13. März 1920 vom Stapel gelassen, von den Werftarbeitern auf den Namen Noske getauft, und dann sofort abgewrackt. Die anderen Schiffe wurden bis 1922 verschrottet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Strohbusch: Kriegsschiffbau seit 1848, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven 1984
  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970, J.F. Lehmanns Verlag München 1970.

Weblinks[Bearbeiten]