Macronaria

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Macronaria
Verschiedene Macronaria; Camarasaurus links (braun), Brachiosaurus im Hintergrund (grau), Giraffatitan in der Mitte (gelb), Euhelopus im Vordergrund (grün)

Verschiedene Macronaria; Camarasaurus links (braun), Brachiosaurus im Hintergrund (grau), Giraffatitan in der Mitte (gelb), Euhelopus im Vordergrund (grün)

Zeitliches Auftreten
Mitteljura bis Oberkreide (Bathonium bis Maastrichtium)[1]
168,3 bis 66 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Sauropodomorpha
Sauropoden (Sauropoda)
Eusauropoda
Neosauropoda
Macronaria
Wissenschaftlicher Name
Macronaria
Wilson & Sereno, 1998

Die Macronaria (gr.: „große Nasen“) sind eine formenreiche Gruppe sauropoder Dinosaurier. Sie umfassen ursprüngliche Formen wie Camarasaurus, Brachiosaurus und Euhelopus sowie die fortgeschrittenen Titanosauria. Damit bilden sie neben den Diplodocoidea die zweite Stammgruppe der Neosauropoda.[2]

Zeitraum und Verbreitung[Bearbeiten]

Die frühesten unzweifelhaften Vertreter der Macronaria stammen aus dem Oberjura und schließen Brachiosaurus und verwandte Formen, Camarasaurus und den möglichen frühen Titanosauria Janenschia mit ein. Da bereits im Oberjura eine derart diverse Macronaria-Fauna auftrat, wird vermutet, dass der Ursprung der Gruppe bereits im Mitteljura liegt. Diese Hypothese wird durch Funde von Fußspuren aus dem Mitteljura unterstützt, die vermutlich zu Vertretern der Macronaria gehörten.

Die letzten Macronaria gehören zur Gruppe der Titanosauria und schließen beispielsweise Opisthocoelicaudia und Alamosaurus mit ein. Diese Gattungen starben erst beim Massenaussterben an der Kreide-Tertiär-Grenze vor etwa 66 Millionen Jahren aus, zusammen mit allen anderen Nicht-Vogel-Dinosauriern. Damit waren die Macronaria die letzte überlebende Gruppe von Sauropoden.[2]

Fossilien der Macronaria wurden auf allen Kontinenten gefunden, mit Ausnahme Antarktikas.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Gliedmaßen ursprünglicher Macronaria wie Brachiosaurus und Euhelopus waren länger als bei anderen Sauropoden. Zudem waren die Vorderbeine relativ zu den Hinterbeinen deutlich verlängert, was unter anderem einem verlängerten Mittelhand geschuldet ist. Bei Brachiosaurus waren die Vorderbeine sogar länger als die Hinterbeine. Dank dieser Anpassungen befand sich die Schulter in einer größeren Höhe, was die maximale Weidehöhe erhöhte. Diese ursprünglichen Macronaria könnten daher auf höher gelegene Nahrungsquellen spezialisiert gewesen sein – im Gegensatz zu den Diplodocoidea, die kurze Vorderbeine und damit eine tiefer sitzende Schulter zeigten, was wahrscheinlich bedeutet, dass diese Sauropoden hauptsächlich niedrig wachsende Vegetation aufnahmen.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Macronaria besteht aus zwei Hauptgruppen: die Familie Camarasauridae und die Klade Titanosauriformes. Die Titanosauriformes teilt sich wiederum in die Brachiosauridae und die Titanosauria. Von unklarer Stellung innerhalb der Macronaria ist die Gattung Brontomerus.

Europasaurus
Kladogramm vereinfacht nach Weishampel, Dodson und Osmólska, 2004:[6]
 Macronaria 


 Bellusaurus


     

 Jobaria


     

 Atlasaurus




 Camarasauromorpha 

 Camarasaurus


 Titanosauriformes

 Brachiosaurus


     

 Titanosauria





Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Macronaria ist eine Klade innerhalb der Sauropoda. Das Schwestertaxon ist die Diplodocoidea. Das Kladogramm zeigt die Verwandtschaftsverhältnisse (vereinfacht nach Weishampel, Dodson und Osmólska, 2004):[6]


 Sauropoda

Vulcanodon


 Eusauropoda

 Shunosaurus


     

Cetiosaurus


     

Barapasaurus



 Neosauropoda
 Diplodocoidea

Rebbachisauridae


     

Dicraeosauridae


     

Diplodocidae



     

Macronaria





Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 194–213, Online.
  2. a b Jeffrey A. Wilson: An Overview of Titanosaur Evolution and Phylogeny. In: Fidel Torcida Fernández-Baldor, Pedro Huerta Hurtado (Hrsg.): Actas de las III Jornadas Internacionales sobre Paleontología de Dinosaurios y Su Entorno. = Proceedings of the 3rd International Symposium about Paleontology of Dinosaurs and their Environment Paleontología de dinosaurios y su entorno. Salas de los Infantes (Burgos, España), 16 al 18 de septiembre de 2004. Colectivo arqueológico-paleontológico de Salas, Salas de los Infantes (Burgos, España) 2006, ISBN 84-8181-227-7, S. 169–190.
  3. Matthew T. Carrano: The Evolution of Sauropod Locomotion – morphological diversity of a secondarily quadrupedal radiation. In: Kristina Curry Rogers, Jeffrey A. Wilson: The Sauropods. Evolution and Paleobiology. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2005, University of California Press, ISBN 0-520-24623-3, S. 229–251.
  4. John A. Whitlock: Re-evaluation of Australodocus bohetii, a putative diplodocoid sauropod from the Tendaguru Formation of Tanzania, with comment on Late Jurassic sauropod faunal diversity and palaeoecology. In: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology. Bd. 309, Nr. 3/4, 2011, ISSN 0031-0182, S. 333–341, doi:10.1016/j.palaeo.2011.07.001.
  5. Xingliao Zhang, Junchang Lü, Li Xu, Jinhua Li, Li Yang, Weiyong Hu, Songhai Jia, Qiang Ji, Chengjun Zhang: A New Sauropod Dinosaur from the Late Cretaceous Gaogou Formation of Nanyang, Henan Province. In: Acta Geologica Sinica. English Edition. Bd. 83, Nr. 2, 2009, ISSN 1000-9515, S. 212–221, doi:10.1111/j.1755-6724.2009.00032.x.
  6. a b Paul Upchurch, Paul M. Barrett, Peter Dodson: Sauropoda. Systematics and Evolution. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 295–314.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Macronaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien